BVB: Selbstvertrauen für die Champions League

SID
Samstag, 24.09.2011 | 22:10 Uhr
Lukas Piszczek (M.) avancierte zum Matchwinner für Borussia Dortmund gegen den FSV Mainz 05
© Getty
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Borussia Dortmund hat sich mit einem 2:1 beim FSV Mainz 05 aus seinem Tief befreit. Der Last-Minute-Sieg an der alten Wirkungsstätte von Jürgen Klopp gibt Selbstvertrauen für die Champions League.

Nachdem Jürgen Klopp alle alten Weggefährten herzlich gedrückt hatte und selbst Journalisten nicht mehr vor Umarmungen sicher waren, beschrieb er seinen Gefühlszustand mit einer Zeile aus einem Mainzer Fastnachts-Schlager.

"Jetzt gehts mir wieder gut - heile, heile Gänsje", sagte der Trainer von Borussia Dortmund im Anschluss an das glückliche 2:1 (0:1) des deutschen Meisters an seiner alten Wirkungsstätte beim FSV Mainz 05: "Das erleichtert nicht nur die Arbeit, das erleichtert das ganze Leben."

Klopp war deutlich anzumerken, dass die jüngste Negativserie mit vier Pflichtspielen ohne Sieg und zwei Bundesliga-Pleiten ihre Spuren hinterlassen hatten. Umso glücklicher war der Coach über den Erfolg in der letzten Minute.

Erleichterung bei Jürgen Klopp

"Damit kann ich deutlich besser arbeiten als mit den Ergebnissen der letzten Wochen", äußerte der Trainer, dessen Schützlinge dank des ersten Auswärtssiegs seit sieben Monaten mit einer wesentlich breiteren Brust im kommenden Spiel am Mittwoch in der Champions League bei Olympique Marseille antreten dürften.

Verantwortlich für die gesteigerte Lebensqualität der Profis und Klopps, der 18 Jahre als Spieler und Coach in Mainz unter Vertrag stand, war in erster Linie Lukasz Piszczek, der durch sein Tor in 90. Minute den Sieg sicherte. Dabei hatte es zunächst danach ausgesehen, als ob der Pole das Leben der Borussen noch schwerer als zuletzt machen würde.

Der Außenverteidiger ermöglichte vor 34.000 Zuschauern im ausverkauften Stadion durch einen haarsträubenden Fehler das erste Bundesliga-Tor des Mainzer Mittelfeldspielers Nicolai Müller (33.). Dann sorgte der Kroate Ivan Perisic ebenfalls mit seinem ersten Treffer in der Eliteklasse für den Dortmunder Ausgleich (64.), bevor der Schuss von Piszczek durch Freund und Feind hindurch den Weg ins Tor fand.

Matchwinner Lukasz Piszczek

"Ich bin wirklich sehr glücklich darüber, dass wir gewonnen haben und ich mein erstes Tor für die Borussia geschossen habe. So ist das im Fußball. Man muss immer für solche Momente bereit sein", sagte Piszczek. Klopp glaubt allerdings nicht daran, dass der 26-Jährige zukünftig noch öfter für solche Momente bereit sein wird: "Ich halte es nicht für wahnsinnig wahrscheinlich, dass er in Zukunft öfter treffen wird."

Dennoch war es für Piszczek der krönende Abschluss einer wichtigen Woche. Erst am Mittwoch hatte das Berufungsgericht des polnischen Verbandes PZPN die Sperre des Verteidigers für die Nationalmannschaft von einem halben auf ein ganzes Jahr erhöht, diese aber für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Der in der Saison 2005/06 an einer Spielmanipulation beteiligte Piszczek kann damit ab sofort wieder für die Nationalmannschaft spielen.

"Die ganze Sache hat ihn nicht beeinflusst. Er ist ein klarer Junge. Was er getan hat, war kein Kavaliersdelikt, aber wir sind immer richtig damit umgegangen", sagte Klopp, dessen Konzentration nun der Partie in Marseille gilt.

Vorbereitung auf Champions-League-Partie gegen Marseille

"Marseille ist in einer schwierigeren Situation, denn die sind richtig weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben", äußerte der Coach: "Für uns war es ganz wichtig zu sehen, dass wir weiter unser Spiel durchziehen. Es wäre Quatsch, wenn wir unsere Identität verraten würden. Wir lernen gerade den Umgang damit, Meister zu sein."

Dagegen müssen die Mainzer derzeit den Umgang mit dem Misserfolg lernen. Für Klubchef Harald Strutz war das fünfte Spiel in Folge ohne Sieg aber ein Schritt in die richtige Richtung.

"Natürlich sind wir mit dem Ergebnis unzufrieden. Aber ich habe wieder das Mainzer Gesicht gesehen - und das sah wesentlich kämpferischer als zuletzt aus", sagte der Präsident: "Diese Niederlage wirft uns mit Sicherheit nicht um."

Mainz - Dortmund: Daten zum Spiel

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