"Pizza Grün-Weiß" liegt Hertha schwer im Magen

SID
Montag, 26.09.2011 | 13:58 Uhr
Claudio Pizarro entschied mit seinem Doppelpack wieder einmal das Spiel zu Gunsten von Werder
© Getty
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Für Werder Bremen ist er wie eine Lebensversicherung, Berlins Trainer Markus Babbel bescheinigte ihm "brutale Qualität": Beim 2:1-Last-Minute-Sieg von Werder Bremen gegen Hertha BSC war es wieder einmal Claudio Pizarro, der den Unterschied ausmachte.

Claudio Pizarro servierte wieder einmal Pizza Grün-Weiß mit Toren doppelt und die Spezialität des Torjägers von Werder Bremen schlug den Berliner Gästen schwer auf den Magen. "Er hat einfach brutale Qualität, ist Extraklasse und ganz schwer zu verteidigen", sagte Hertha-Trainer Markus Babbel und schaute bekümmert auf die Spielstatistik.

Denn erst in der vierten Minute der Nachspielzeit hatten sich seine Kicker nach einer halben Stunde in doppelter Unterzahl geschlagen mit 1:2 (1:1) geschlagen geben müssen - weil der Peruaner an der richtigen Stelle stand und per Kopfball erfolgreich war. "Claudio ist für uns wie eine Lebensversicherung", sagte der neue Werder-Kapitän Clemens Fritz fast bewundernd.

"Er ist ein absolutes Schlitzohr"

Fünf Tore hat der Südamerikaner bereits in dieser Spielzeit erzielt, noch noch drei Treffer fehlen zur 150er-Marke, die noch kein ausländischer Bundesligaprofi in über 48 Jahren erreichte. Und sein Trainer Thomas Schaaf weiß, was er an dem mittlerweile 32 Jahre alten Routinier hat. "Er ist ein absolutes Schlitzohr. Das Alter hat die Art und Weise seines Spiels nicht verändert. Im Gegenteil, er hat noch Erfahrung dazugewonnen", sagte der Werder-Coach der Tageszeitung "Die Welt".

Ob man beim Tabellenzweiten derzeit nur Punkte- oder auch schon Bayern-Jäger ist, dieser Frage wich Pizarro nach dem vierten Sieg im vierten Heimspiel geschickt aus: "Wir sind auf jeden Fall vorne dabei und sehen genau zu, was die Bayern machen." In dieser Lauerposition sieht auch Klubboss Klaus Allofs die Hanseaten. "Im Moment sind die Bayern sehr souverän, aber wir hissen nicht die weiße Fahne. Dafür passiert während einer langen Saison zu viel", meinte der Ex-Nationalspieler.

Zwei Platzverweise für die Berliner

Souverän waren elf Bremer gegen neun Berliner jedenfalls nicht, nachdem die Platzverweise für Christian Lell (57.) und Ramos (63.) einen leichten Sieg zu ermöglichen schienen. Doch bis in die Nachspielzeit hinein hatte das 1:1 nach Toren von Ramos (3.) und Pizarro (23.) Bestand - ehe der Ex-Münchner den 26. Doppelpack seiner Bundesliga-Karriere perfekt machte.

Ein schmeichelhaftes Happy End für die Platzherren, die vor 40.760 Zuschauern im Weserstadion lange mit der numerischen Überlegenheit nichts anzufangen wussten und sogar zweimal in Gefahr waren, erneut in Rückstand zu geraten. "Wir haben genau das gemacht, was Hertha brauchte. Wir haben die Zweikämpfe gesucht, statt den Ball laufen lassen", monierte Schaaf.

Nicht nur wegen dieser taktischen Eselei seiner Schützlinge war der Langzeitcoach so angefressen, dass er in der 81. Minute sogar auf die Tribüne geschickt wurde - das zweite Mal in seinen zwölf Jahren auf der Bremer Trainerbank. Ein nicht gegebener Pizarro-Treffer hatte den Bremer Übungsleiter ziemlich aus der Fassung gebracht.

Hertha-Trainer Babbel nimmt es gelassen

Gelassener nahm Hertha-Trainer Babbel hin, dass sich der Neuling nach fünf Spielen ohne Niederlage an der Weser knapp geschlagen geben musste.

Er verhehlte aber auch nicht, dass er wie sein Kollege mit der Leistung von Referee Felix Brych aus München nicht ganz einverstanden gewesen sei: "Grundsätzlich werden wir nicht bevorteilt und müssen etwas mehr machen als die Gegner. Die Gelb-Roten Karten allerdings kann man geben."

Dennoch sind die Hauptstädter mit einer ausgeglichenen Bilanz und dem zwölften Tabellenplatz sportlich absolut im Soll und aktuell ganz klar der beste Aufsteiger. Und werden es auch bleiben, wenn es nach Mittelfeldspieler Peter Niemeyer geht. "Das Ergebnis ist ärgerlich, aber es wird uns nicht umwerfen", sagte der Ex-Bremer an seiner alten Wirkungsstätte.

Bremen - Hertha: Daten zum Spiel

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