Bundesliga - 6. Spieltag

Magath und die Suche nach dem System

Von SPOX
Samstag, 17.09.2011 | 21:28 Uhr
Achten Sie auf den VfL-Keeper: Makoto Hasebe (r.) musste die letzten Minuten ins Wölfe-Tor
© Getty
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1899 Hoffenheim hat sich durch den 3:1 (2:0)-Sieg gegen den VfL Wolfsburg ganz oben festgesetzt - zufrieden ist Coach Holger Stanislawski aber immer noch nicht. Die Wolfsburger um Coach Felix Magath kassierten die nächste deutliche Auswärtspleite und suchen noch immer nach dem idealen Spielsystem.

Reaktionen:

Holger Stanislawski (Trainer 1899 Hoffenheim): "Es war eine spannende Partie, in der wir uns vor allem am Ende auf einen offenen Schlagabtausch eingelassen haben. Am Ende haben wir etwas nervös agiert. Jetzt freuen wir uns aber vor allem über die drei Punkte."

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Andreas Beck (1899 Hoffenheim): "Wir müssen das Spiel heute schon früher entscheiden. Trotzdem haben wir ein sehr gutes Spiel gemacht und verdient gewonnen. Jetzt stehen wir in der Tabelle erstmal gut da, das ist für uns aber zum jetzigen Zeitpunkt nicht wichtig. Wir wollen nicht jede Woche auf die Tabelle schauen, sondern weiter gute Spiele abliefern und uns jedesmal verbessern. Auch heute gab es Dinge, die wir nächste Woche besser machen können."

Felix Magath (Trainer VfL Wolfsburg): "Wir wollten das Spiel kontrollieren, durch das 1:0 war unser Plan dahin. Durch den frühen Wechsel hatten wir mehr Initiative nach vorne. In der zweiten Halbzeit konnten wir den Rückstand zunächst noch korrigieren - immerhin ist uns da noch der Anschlusstreffer gelungen. Nach der Herausstellung von Marwin Hitz hatten wir aber keine Chance mehr und haben das Spiel verdient verloren."

Christian Träsch (VfL Wolfsburg): "Das erste Tor darf nicht fallen, das sieht unglücklich aus. Die erste Halbzeit haben wir verschlafen. Wir kamen zwar gut zurück, aber nach der Roten Karte war die Sache gegessen."

Nachbetrachtung:

Die dringlichste Frage klärte Schiedsrichter Marco Fritz nach dem Spiel auf. Bis dahin wusste noch niemand, wieso Wolfsburg-Keeper Marwin Hitz in der hektischen Schlussphase die Rote Karte gesehen hatte. " Marwin Hitz wollte den Abstoß schnell ausführen und wurde von mir zurückgepfiffen, da ein zweiter Ball im Spiel war. Daraufhin hat er mich beleidigt und in der Konsequenz die Rote Karte gesehen", klärte Fritz auf.

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Für VfL-Coach Felix Magath war die Rote Karte nur ein zusätzliches Problem. Das grundlegende war die vierte Niederlage im sechsten Saisonspiel und die dritte Auswärtspleite in Serie: Nach dem 1:4 in Gladbach und dem 0:3 in Freiburg setzte es nun ein 1:3.

In wie weit Magaths Systemänderungen mit den vielen Niederlagen zu tun haben, ist noch zu klären. Fakt ist: Auch in Hoffenheim änderte der VfL-Coach sein System im laufenden Spiel (aus dem 4-3-3 zu Beginn wurde ein 4-4-2 mit Doppelsechs) und gleich mehrere Spieler mussten auf dem Feld umziehen: Makoto Hasebe etwa begann als Rechtsverteidiger, um dann auf die Doppelsechs zu wechseln.

Der eingewechselte Ashkan Dejagah begann gar im Dreier-Mittelfeld, spielte dann rechts im Vierer-Mittelfeld und wechselte mit der Hereinnahme von Patrick Ochs nach links. Beim Sieg gegen Schalke hatte der VfL noch im 4-2-3-1 begonnen, die Woche zuvor in Freiburg im 4-4-2 mit Träsch auf der Doppelsechs - Magath scheint immer noch auf der Suche nach dem richtigen Rezept zu sein.

"Es lag an der ersten Halbzeit. Wir standen am Anfang gut. Leider haben wir aus größerer Entfernung einen Sonntagsschuss kassiert", versuchte Magath die Niederlage zu erklären. Trotz der Systemumstellungen (oder vielleicht auch deshalb?) fehlte dem VfL die Idee im Spiel nach vorne, Gefahr entstand eigentlich nur bei Standards.

Das einzig "positive" für Magath: Die Torhüterfrage hat sich für kommenden Spieltag erstmal von alleine erledigt. Diego Benaglio, der nach eigenem Empfinden bereits in Hoffenheim schon hätte spielen können, wird nach der Roten Karte für Hitz gegen Kaiserslautern mit großer Wahrscheinlichkeit in den Kasten zurückkehren und Magath damit jede Menge heikle Fragen ersparen.

Der vierte 1889-Saisonsieg war gleichzeitig eine Premiere für Holger Stanislawski. Weder als Spieler, noch als Trainer hatte er gegen den Bundesliga-Trainer Felix Magath gewonnen - drei Remis und vier Niederlagen standen bisher zu Buche. Jetzt also der erste Sieg.

Zufrieden war Stanislawski aber erneut nicht - so wie schon nach dem 4:0-Sieg in Mainz: "Die ersten 30 Minuten haben wir es vernünftig gemacht. Dann haben wir viel zu viel quer gespielt und nicht genug Druck auf das gegnerische Tor ausgeübt. Nach dem 2:0 haben wir das Fußballspielen vernachlässigt und gleich zwei tausendprozentige Chancen vergeben. In der Phase haben wir etwas Glück gehabt, dass nicht noch irgendein Ball reinfällt."

Hoffenheim - Wolfsburg: Daten zum Spiel

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