Wolfsburg durchbricht die schwarze Serie

Von Jochen Tittmar
Sonntag, 11.09.2011 | 19:20 Uhr
Schalkes Raul (M.) setzt sich hier gegen Marcel Schäfer und Mario Mandzukic (r.) durch
© Getty
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Der VfL Wolfsburg hat am 5. Spieltag der Bundesliga mit 2:1 (1:1) gegen den FC Schalke 04 gewonnen und darf sich nach drei Niederlagen in Serie wieder über einen Dreier freuen.

Vor 30.000 Zuschauern in der ausverkauften Volkswagen-Arena ging S04 durch Raul (13.) in Führung. Mario Mandzukic (33. und 82.) drehte die Partie zugunsten der Niedersachsen - der erste Sieg nach einem Rückstand vor heimischem Publikum seit 47 Partien.

Reaktionen:

Felix Magath (Trainer Wolfsburg): "Schalke war ein starker Gegner, der verdient in Führung gegangen ist. Wir haben uns aber in das Spiel gekämpft. Da wir am Ende etwas mehr in das Spiel investiert haben als Schalke, haben wir auch am Ende verdient gewonnen. Glückliche Siege darf man auch ab und zu mitnehmen."

Ralf Rangnick (Trainer Schalke): "Wir haben gut angefangen. Nach der Führung waren wir aber nicht mutig genug und haben zu wenig nach vorne gespielt. Diese Niederlage war unnötig."

Lewis Holtby (Mittelfeldspieler Schalke) über den Schiedsrichter: "Ich wurde schon so oft von ihm gepfiffen und jedes Mal fällt das Fazit gleich aus. Das muss man jetzt auch mal anzetteln. Es kann nicht sein, dass ein Jose Manuel Jurado eine Aktion, ein Foul hat und gleich für so einen Mist die Gelbe Karte bekommt. Da kriegt man zu viel. In jeder Situation ist der immer für Grün-Weiß. Das verstehe ich nicht."

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Felix Magath stellt Hitz für den verletzten Benaglio, der an einer Sehnenzerrung im Daumen leidet, ins Tor. Zudem spielen Jönsson und Lakic für Hitzlsperger und Helmes.

Schalke ändert seine Elf nach dem 1:0-Heimsieg gegen Gladbach auf einer Position: Höger verteidigt für Uchida hinten rechts.

13., 0:1, Raul: Aus der Zentrale schickt Raul Huntelaar. Der passt rechts raus zu Farfan. Der Peruaner wartet den richtigen Moment ab und lüpft die Kugel zur Fünfmeterlinie. Raul stürmt heran und hebt die Kugel elegant über Hitz.

21.: Ein Schäfer-Eckball landet am kurzen Pfosten bei Kyrgiakos, dessen Kopfball am rechten Pfosten vorbeigeht.

33., 1:1, Mandzukic: Schäfer und Jönsson spielen sich links gegen den desorientierten Höger durch. Jönsson flankt mit links in die Mitte. Am langen Eck drückt Mandzukic die Kugel per Flugkopfball ins Tor.

36.: Hasebe mit einem Stelpass rechts in den Strafraum. Träsch hat sich freigelaufen und fackelt nicht lange. Sein Spannschuss wird von Fährmann zur Ecke abgewehrt.

41.: Ochs' Eckball von rechts landet in der Mitte bei Mandzukic. Dessen Kopfball klärt Raul am linken Pfosten auf der Linie.

44.: Schalke kombiniert sich über Holtby, Draxler und Farfan in den Strafraum. Letzterer steht frei vor Hitz, legt aber nochmal quer ins Niemandsland.

59.: Farfan mit dem Antritt und einem Pass zu Huntelaar halbrechts in den Strafraum. Der Holländer setzt die Kugel knapp am langen Pfosten vorbei.

62.: Ochs flankt von rechts hoch in den Strafraum. Lakic geht im Fünfmeterraum fair gegen Fährmann zu Werke und köpft nur knapp übers Tor.

80.: Fuchs mit der Flanke von links. In der Mitte ist Huntelaar vor Schäfer zur Stelle, scheitert aber am glänzend reagierenden Hitz.

82., 2:1, Mandzukic: Schäfer ballert einen Freistoß aus gut 25 Metern zentraler Position Richtung Strafraum. Von Mandzukic prallt der Ball ins Tor ab, entgegen Fährmanns Laufrichtung.

Fazit: Glücklicher, aber nicht unverdienter Sieg für Wolfsburg, das vor allem nach dem Ausgleichstor mehr investierte.

Der Star des Spiels: Mario Mandzukic. Zog sich weit zurück, ging dabei allerdings enorm weite und wichtige Wege und half im Mittelfeld aus. Nach seinem Ausgleichstor der beste, weil gefährlichste Mann auf dem Feld. Beim Siegtor sprichwörtlich mit dem Glück des Tüchtigen.

Der Flop des Spiels: Marco Höger. Trat offensiv kaum in Erscheinung - wenn, dann wirkte er dabei zu zögerlich. Verlor vor dem Wolfsburger Ausgleichstreffer vollkommen die Orientierung. Ging aus der Mehrzahl seiner Zweikämpfe als Verlierer hervor.

Der Schiedsrichter: Deniz Aytekin unterliefen einige merkwürdige Fehler in der Bewertung von Zweikämpfen. Hätte Hasebe (gegen Farfan), Kyrgiakos (gegen Huntelaar) und Ochs (gegen Holtby) Gelb zeigen müssen. Vor dem 1:0 der Schalker nicht auf Abseits zu entscheiden, geht genauso in Ordnung wie beim Duell zwischen Holtby und Lakic nicht auf Elfmeter für Wolfsburg zu entscheiden. Bei konsequenter Regelauslegung hätte der Zweikampf zwischen Kyrgiakos und Huntelaar allerdings auch einen Elfmeter für den VfL nach sich ziehen können.

Analyse: Schalke bis zum Gegentreffer mit der bessereren Spielanlage, deutlich einfallsreicher und spielfreudiger als die viel zu statischen Hausherren. Diese agierten im 4-2-3-1 mit Mandzukic hinter Lakic. Der Kroate ließ sich aber bisweilen zu weit zurückfallen, so dass der Abstand zum Stürmer unüberbrückbar wurde.

Die bissigen Knappen stellten im Mittelfeld dennoch oft Überzahl her, schafften es dann aber nicht, hinter Wolfsburgs letzte Linie zu kommen. Nach dem Führungstreffer schoss S04 in Halbzeit eins nicht mehr aufs Tor.

Der VfL belebte sich durch das plötzliche Ausgleichstor von selbst und agierte bis zur Pause klarer im Spiel nach vorne und konsequenter in der Zweikampfführung.

Nach der Pause schwand das Niveau der Partie zusehends. Beide Teams beackerten sich intensiv, ohne allerdings entscheidende Ideen zu haben oder Räume zu kreieren.

Die Umschaltbewegung bei Ballgewinn war zu fahrig und unpräzise. Chancen entstanden nur nach individuellen Fehlern. Bezeichnend, dass diese Partie durch ein unhaltbar abgefälschtes Tor entschieden wurde.

Wolfsburg - Schalke: Daten zum Spiel

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