Dortmund nach der Pleite gegen den Aufsteiger

Kein Trend, aber eine Warnung

Von Jochen Tittmar
Samstag, 10.09.2011 | 21:56 Uhr
Der BVB verlor erstmals seit 18 Spielen wieder eine Partie vor heimischem Publikum
© Getty
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Borussia Dortmund mahnt nach der überraschenden Niederlage gegen Hertha BSC zur Ruhe. Die hat dem Meister zuvor auf dem Rasen gefehlt. Nur Mats Hummels wird deutlich.

Vereinzelte Pfiffe von der Südtribüne. Zuschauer, die zehn Minuten vor Schlusspfiff das Stadion verlassen. So etwas hat man im Dortmunder Signal Iduna Park schon sehr lange nicht mehr erlebt.

Erstmals seit dem 22. August des Vorjahres weist die Statistik nun auch wieder eine Heimpleite des BVB aus.

Nach fünf Spieltagen lässt sich festhalten: Der Deutsche Meister ist nur schleppend in die neue Saison gestartet.

Weidenfeller warnt vor Panikmache

"Wir sollten Ruhe bewahren. Man kann nicht jedes Spiel gewinnen - das wissen wir auch. Wir hatten natürlich in der letzten Saison eine außergewöhnliche Quote gehabt. Die Zuschauer müssen sich daran gewöhnen, dass hier ab und zu mal ein Geduldsspiel herrscht und wir nicht jeden Gegner mit 4:0 an die Wand spielen", geht Roman Weidenfeller gegen verfrühte Panikmache vor.

An diesem heißen Nachmittag am Rheinlanddamm passte neben dem mangelnden Fingerspitzengefühl des Publikums auch auf dem Rasen einiges nicht zusammen. Alle Gegner, die in dieser Saison noch den Weg nach Dortmund antreten müssen, sind gut beraten, sich eine Aufzeichnung dieser Partie zu Gemüte zu führen.

Wie schon zuvor der 1. FC Nürnberg baute auch der Aufsteiger aus Berlin auf eine kompakte Spielfeldzentrale und schnelles Umschaltspiel bei Ballgewinn. Derzeit ist die Borussia phasenweise nicht imstande, auf diese Enge im Zentrum adäquat zu reagieren.

Kein "Knotenlöser" im BVB-Spiel

So sprach Jürgen Klopp nach der Partie auch von einem "Knotenlöser", der das variantenarme Spiel des Meisters hätte durchbrechen und die fehlende Geduld im Aufbauspiel wiederbeleben sollen.

In der Meistersaison hieß dieser Effekt - womit letztlich nichts anderes als ein erzwungener Torerfolg gemeint ist - noch "Dosenöffner" und erleichterte dem BVB das eine oder andere Spiel gegen tief stehende Kontrahenten.

Aktuell fehlen der Borussia dafür jedoch die nötigen Lösungen. Die Überraschungsmomente, die in der Vergangenheit für allgemeines Staunen sorgten, sind rar gesät. Fußball muss in Dortmund wieder deutlich mehr gearbeitet werden.

Hummels wird deutlich

"Es war zäh, richtig viel Arbeit. Wir haben oft die Ruhe verloren, was das Passspiel angeht und Hertha drei, vier Mal den Ball in die Füße gespielt. Wir haben es mit unserer Ungeduld dem Gegner leicht gemacht. Wir können sicher deutlich besser spielen, auch mit mehr Kreativität", analysierte Klopp.

Die Spielgestaltung erweist sich in Partien gegen massiert in der Defensive agierende Mannschaften immer mehr als Problemzone: Ilkay Gündogan und Shinji Kagawa sind momentan nicht in der nötigen Verfassung, um für temporeiche Ideen zu sorgen. Die vielen und teils unpräzisen Zuspiele auf die einzige Spitze Robert Lewandowski muteten einfallslos an, das Spiel in die Breite wurde nicht konsequent genug forciert.

Mats Hummels wird deutlich: "Momentan haben wir ein, zwei Positionen, auf denen wir nicht bei hundert Prozent sind." Sturm und Viererkette sind damit wohl nicht gemeint.

Klopp: "Das gehört dazu"

Einen Trend will Klopp allerdings noch nicht ableiten. "Von einem grundsätzlichen Problem kann ich nicht sprechen, weil das hier heute abgelaufen ist, wie es abgelaufen ist. Ich weiß, dass meine Mannschaft will und dementsprechend kann man dann Dinge regeln. Wir haben hier so viele tolle Momente erlebt in diesem Stadion, heute mal einen weniger schönen - das gehört zur Entwicklung einer Mannschaft auch dazu."

Die muss sich nun schnell schütteln, um das Highlight am Dienstag in der Champions League gegen den derzeit auch nicht die Sterne vom Himmel spielenden FC Arsenal zu bewältigen.

Wenn dieses Match angepfiffen wird, sitzen die Profis von Hertha BSC mit hoher Wahrscheinlichkeit vor den heimischen TV-Geräten. Die Hertha hat nach dem Kraftakt von Dortmund eine weitere Woche Zeit, das mannschaftliche Gerüst zu festigen.

Herthas taktische Disziplin herausragend

In der Hauptstadt wächst immer mehr ein Team zusammen, das im 4-2-3-1 nicht nur seine Wunschformation gefunden zu haben scheint, sondern vom Trainer einen klaren Plan mit auf den Weg bekommt.

"Uns war klar, dass das Spiel in der Mitte entschieden wird. Die beiden Sechser und die beiden Innenverteidiger haben ein grandioses Spiel gemacht. Ich freue mich für die Jungs, dass sie dafür belohnt wurden", strahlte Markus Babbel.

Bis auf einige kurze Phasen war die taktische Disziplin seiner Elf herausragend, der dichte Fünferriegel im Zentrum war für den BVB nicht aufzulösen.

Klopp lobt Herthas Raffael

Babbel scheint auch Wundertüte Raffael in den Griff zu bekommen, der als Umschaltspieler eminent wichtig für die Spielverlagerung in die Offensive ist und sich nun auch in der Rückwärtsbewegung in den Dienst des Teams stellt.

Für Klopp war die Rolle des Brasilianers der Knackpunkt: "Das Umschaltspiel hat Hertha sensationell gut gemacht. Vor allem über Raffael, der richtig klasse gespielt hat. Hertha hat die Räume blitzschnell überbrückt und sich das Ding verdient, das muss man auch mal respektieren."

Damit hat Klopp an diesem Samstag Recht - damit das auch das Publikum so sieht, sollten sich solche Auftritte des BVB zukünftig allerdings in Grenzen halten.

Dortmund - Hertha: Daten zum Spiel

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