Bundesliga - 34. Spieltag

Werder beendet Frustrunde mit Pleite

SID
Sonntag, 06.05.2012 | 11:44 Uhr
Symptomatisch für die Bremer Saison - die Grün-Weißen verlassen mit gesenkten Köpfen den Platz
© Getty
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Es gab Jahre in Bremen, da waren alle Beteiligten traurig, als die Bundesligasaison vorbei war. Spaßfußball war im Weserstadion zu Hause. Werder spielte um Titel. Und am Ende der Spielzeit hatten die Grün-Weißen wie selbstverständlich die Champions League gebucht. Werder war das Aushängeschild der wirtschaftlich darbenden Hansestadt, und der Erfolg hatte zwei Väter: Thomas Schaaf und Klaus Allofs.

Als die 49. Saison der Fußball-Bundesliga am Samstag mit einem 2:3 (1:1) gegen Schalke 04 auf Platz neun zu Ende ging, waren in Bremen alle froh, dass es endlich zu Ende war.

Die Bilanz der ehedem Erfolgreichen ist nach der schlechtesten Rückrunde der Klubgeschichte niederschmetternd. Statt neue Ziele zu erreichen, erlebten die Bremer nach der Winterpause eine beispiellose Talfahrt mit desolaten 13 Punkten aus 17 Spielen.

Wiese und Marin sagen tschüs Werder

"Das haben wir uns natürlich ganz anderes vorgestellt", sagte Geschäftsführer Klaus Allofs. Der frühere Nationalspieler hat schon vor Wochen aufgehört, die schwachen Vorstellungen schönzureden. Stattdessen sortieren er und Schaaf kräftig aus. Wer den Anforderungen nicht genügt, muss gehen. Das gilt auch für diejenigen, bei denen Preis und Leistung nicht zusammenpassen.

Die Großverdiener Tim Wiese und Marko Marin, die von Juli an ihre Traumgehälter in Hoffenheim beziehungsweise Chelsea kassieren, wurden am Samstag verabschiedet.

Woher ein Ruf für Markus Rosenberg, Tim Borowski, Mikael Silvestre oder Lennart Thy kommen könnte, ist ungewiss. Obwohl die Fans auch diesen Spielern die Treue hielten, scheinen sich inzwischen alle auf den radikalen Umbruch zu freuen.

Allofs: "Claudio muss sich jetzt entscheiden"

Ob Claudio Pizarro dann noch dabei ist? "Ich kann dazu nicht viel sagen", erklärte der Peruaner. Nur so viel: "Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen." Werder will aber nicht mehr warten. Allofs: "Das darf keine Sache werden, die noch zwei oder drei Wochen dauert. Claudio muss sich jetzt entscheiden." Ob das ein Ultimatum ist, ließ Allofs offen. Er hat genug von leeren Worten: "Dass hier heute der Rasen brennen sollte, habe ich nicht gemerkt."

Viele Planungen ranken sich um Pizarro, der mit seinem Doppelpack gegen Schalke auf 89 Tore für Werder kommt und Ailton von Platz vier der Bestenliste verdrängte. Ob es für seine Unterschrift nur am Geld hapert, weiß man nicht.

Auch nicht, wann und ob überhaupt noch verhandelt wird. Pizarros Berater Carlos Delgado ist jedenfalls in Bremen. "Ich bin optimistisch, ohne dass ich etwas weiß", sagte Kapitän Clemens Fritz. Mit Pizarro könnte Schaaf wenigstens im Sturm mit einer Größe rechnen. Darüber hinaus ist Werder eine Gleichung mit vielen Unbekannten.

"Lemke (rück die Kohle) raus"

Für Schalke reichte die Qualität nicht. Obwohl Platz drei und die Teilnahme an der Champions League für die Königsblauen schon vorher feststanden, zeigten sie auch ohne Raul mehr Einsatz, Spielfreude und Können. Und das nicht nur, weil sie Klaas Jan Huntelaar zur Torjägerkanone verhelfen wollten.

Mit seinem Doppelpack nach dem Führungstreffer durch Julian Draxler schaffte es der Niederländer und hielt mit 29 Treffern Mario Gomez (26) auf Distanz. Gefeiert wird mit den Kollegen im "Big Apple". Huntelaar will während der Schalker Abschlussfahrt nächste Woche nach New York alle zum Essen einladen. "Ohne meine Mannschaft hätte ich das nicht geschafft. Deshalb machen wir 'ne schöne Party."

Während die Schalker nach dem Schlusspfiff ihren Kanonier und eine gelungene Saison feierten, schlichen die Werderaner mit einer weiteren Enttäuschung vom Platz. Trotzdem verschonte sie selbst der harte Kern unter den 42.100 Zuschauern im wieder ausverkauften Weserstadion mit Pfiffen oder Schmähungen.

Schaaf und Allofs blieben sowieso ungeschoren. Nur Aufsichtsratsboss Willi Lemke bekam sein fett weg. "Lemke (rück die Kohle) raus", stand auf einen großen Plakat - und die Klammer zeigt, was die Fans vom Sparzwang halten.

Bremen - Schalke: Daten zum Spiel

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