Bundesliga - 31. Spieltag

"Es gibt wenig Schlimmeres für einen Fußballer"

SID
Sonntag, 15.04.2012 | 12:05 Uhr
"Versager" : Die Fans des 1. FC Kaiserslautern hatten eine deutliche Botschaft für ihr Team
© Getty
Advertisement
Boxen
So27 Aug
Mayweather vs. McGregor - AUF DAZN!
Super Cup
Real Madrid -
Barcelona
Copa do Brasil
Botafogo -
Flamengo
Copa do Brasil
Gremio -
Cruzeiro
Primera División
Leganes -
Alaves
First Division A
Lüttich -
Zulte Waregem
Ligue 1
Metz -
Monaco
Championship
Burton Albion -
Birmingham
Primera División
Valencia -
Las Palmas
J1 League
Gamba -
Kashiwa
Championship
Sheffield Utd -
Barnsley
Premier League
Swansea -
Man United
CSL
Shanghai Shenua -
Guangzhou Evergrande
Premier League
Liverpool -
Crystal Palace
Ligue 1
Lyon -
Bordeaux
Serie A
Juventus -
Cagliari
Primera División
Celta Vigo -
Real Sociedad
Premier League
Stoke -
Arsenal
Championship
Sunderland -
Leeds
Ligue 1
Troyes -
Nantes
Primera División
Girona -
Atletico Madrid
Premier League
Leicester -
Brighton (Delayed)
Serie A
Hellas Verona -
Neapel
Primeira Liga
Benfica -
Belenenses
Primera División
Sevilla -
Espanyol
Premier League
Burnley -
West Bromwich (DELAYED)
Premier League
Bournemouth -
Watford (Delayed)
Premier League
West Ham -
FC Southampton
J1 League
Kobe -
Yokohama
Eredivisie
Excelsior -
Feyenoord
CSL
Guangzhou -
Shandong Luneng
Eredivisie
Ajax -
Groningen
Premier League
Huddersfield -
Newcastle
Ligue 1
Lille -
Caen
Ligue 1
Marseille -
Angers
Premier League
Tottenham -
Chelsea
Serie A
Atalanta -
AS Rom
Primera División
Bilbao -
Getafe
Primeira Liga
Porto -
Moreirense
Primera División
Barcelona -
Betis
Serie A
Bologna -
FC Turin
Serie A
Crotone -
AC Mailand
Serie A
Inter Mailand -
Florenz
Serie A
Lazio -
Ferrara
Serie A
Sampdoria -
Benevento
Serie A
Sassuolo -
Genua
Serie A
Udinese -
Chievo
Ligue 1
PSG -
Toulouse
Primera División
Deportivo -
Real Madrid
Serie A
Palmeiras -
Chapecoense
Primera División
Levante -
Villarreal
Premier League
Manchester City -
Everton
Primera División
Malaga -
Eibar
League Cup
Sheffield Utd -
Leicester
League Cup
Blackburn -
Burnley
League Cup
Cheltenham -
West Ham
Ligue 1
PSG -
Saint-Étienne
Championship
Bristol City -
Aston Villa
J1 League
Iwata -
Kobe
J1 League
Cerezo Osaka -
Kashima
Premier League
Bournemouth -
Manchester City
Championship
Burton -
Sheffield Wednesday
Ligue 1
Nantes -
Lyon
Serie A
Benevento -
Bologna
Serie A
Genua -
Juventus
Primera División
Alaves -
Barcelona
Premier League
Manchester United -
Leicester
Championship
Nottingham -
Leeds
Ligue 1
Amiens -
Nizza
Ligue 1
Bordeaux -
Troyes
Ligue 1
Caen -
Metz
Ligue 1
Dijon -
Montpellier
Ligue 1
Toulouse -
Rennes
Premier League
Huddersfield -
Southampton (Delayed)
Serie A
AS Rom -
Inter Mailand
Primeira Liga
Rio Ave -
Benfica
Eredivisie
Feyenoord -
Willem II
Premier League
Chelsea -
Everton
Ligue 1
Guingamp -
Strasbourg
Premiership
Ross County -
Rangers
Ligue 1
Angers -
Lille
Premier League
Liverpool -
Arsenal
Allsvenskan
Malmö -
Göteborg
First Division A
Gent -
Anderlecht
Serie A
Turin -
Sassuolo
Premier League
Zenit -
Rostow
Serie A
Chievo Verona -
Lazio
Serie A
Crotone -
Hellas Verona
Serie A
Florenz -
Genua
Serie A
AC Mailand- Cagliari
Serie A
Neapel -
Atalanta
Serie A
Spal -
Udinese
Ligue 1
Monaco -
Marseille
Primeira Liga
Braga -
Porto
Primera División
Real Madrid -
Valencia

Als die Profis des 1. FC Kaiserslautern wie nach jedem Spiel vor den Fanblock schritten, stoppten sie vorsichtshalber an der Sechzehnmeterlinie.

Näher trauten sie sich nicht heran, denn ihnen schlug eine Welle der Feindseligkeit entgegen, nachdem sie schon während des 0:2 (0:1) verlorenen Spiels gegen den 1. FC Nürnberg Hohn und Spott geerntet hatten. Sarkastisch winkten die Zuschauer mit weißen Tüchern und hielten ein Transparent mit der Aufschrift "Versager" hoch.

Am Ende vertrieb der enttäuschte Anhang die Spieler mit Pfiffen und Schmährufen förmlich aus dem eigenen Stadion. Das zerrüttete Verhältnis ist keine Basis für eine gemeinsame Zukunft in der 2. Liga. Dem Zorn der Zuschauer ließ Stefan Kuntz seine Wutrede folgen.

Wähle hier Deinen MAN des 31. Spieltags

"Das war heute mit Abstand zu wenig. Mir fehlt das richtige Wehren", eröffnete der konsternierte Vorstandsvorsitzende sein Scherbengericht. Er "sehe keine Wut, keinen Zorn", sich mit allem gegen den Abstieg und "auch die schlechte Stimmung zu stemmen, die wir mitnehmen in die neue Saison".

Er habe die Pfälzer Tugenden Ehre, Anstand, Willen vermisst. Alles zu geben sei genauso so oft nicht zu sehen gewesen wie das Nutzen der Torchancen. Tote Teufel.

Durchgefallen beim Charaktertest

Kuntz hatte das Kellerduell gegen die nun geretteten Nürnberger zum Charaktertest erklärt, den nach dem leidenschaftslosen Auftritt kaum einer der Pfälzer Profis bestanden hat.

"Wir wussten, was die Fans von uns erwarten, aber die Umsetzung dessen war nur bei drei Spielern zu sehen. Das ist richtig bitter. Ich hatte ja vorher gesagt, dass es von der Leistung der Spieler abhängt, ob der Schnitt am Saisonende groß oder sehr groß wird. Jetzt ist klar, dass er sehr groß wird", zürnte Kuntz.

Auch Trainer Krassimir Balakow, der trotz der Horrorbilanz von fünf Niederlagen in fünf Spielen in Liga zwei weiterarbeiten soll, monierte eine mangelnde Einstellung: "Ich erwarte von meinen Spielern etwas mehr Stolz und die Wut, ein Spiel gewinnen zu wollen. Das sehe ich nicht im Gesicht der Spieler."

Kapitän Tiffert will bleiben

Zu den wenigen Profis, mit denen der wegen seiner Personalpolitik selbst in Kritik geratene Kuntz mit dem um sechs auf nur noch zehn Millionen Euro reduzierten Etat den Wiederaufstieg angehen will, zählt Pierre de Wit.

Womöglich ist dem Mittelfeldmann aber die Lust vergangen, weiterhin am Betzenberg zu spielen.

"Es gibt wenig Schlimmeres für einen Fußballer, als von den eigenen Fans verhöhnt zu werden", gab de Wit zu. Verteidiger Mathias Abel, der auch bleiben soll, stellte fest: "Für mich als Fußballer ist das einer der schlimmsten Tage, denn ich bin noch nie abgestiegen. Und es ist doppelt so bitter, wenn man das mit seinem Heimatverein erlebt."

Gerne mithelfen bei der Mission Wiederaufstieg würde Christian Tiffert. Wenn er denn darf. "Es gibt immer Dinge, die man als Spieler nicht in der Hand hat", sagte der Kapitän. Er glaube, dass er trotz einer schwachen Saison "noch ein wichtiger Spieler für den FCK sein kann. Ich bin überzeugt, dass man hier wieder aufsteigen kann. Grundsätzlich habe ich dem Verein viel zu verdanken, und der Verein hat mir auch ein bisschen zu verdanken", machte der zur Halbzeit ausgewechselte Tiffert Werbung in eigener Sache.

Nürnberg-Spiel als Sinnbild der Rückrunde

In ihrer Einschätzung des Spiels gegen Nürnberg waren sich Trainer und Spieler einig. "Bei uns ist es aber immer das gleiche Szenario. Bis zum ersten Tor spielen wir gut, dann bekommst du ein Tor aus dem Nichts, und danach ist es sehr, sehr schwierig", sagte Balakow.

De Wit befand: "Ich glaube, dass wir in vielen Spielen oder in vielen Phasen der Spiele das nicht abgerufen haben, was wir können. Man kann jedes Spiel der Rückrunde als Sinnbild benutzen. Wir haben wieder einige Möglichkeiten gehabt und kriegen wieder ein Dreckstor."

Das Pfälzer Déjà-vu ereignete sich in der 43. Minute, als der überragende Angreifer David Didavi zum 1:0 traf. Auf Vorlage von Didavi sorgte Tomas Pekhart mit seinem Tor in der 73. Minute zum 2:0 dafür, dass der Nürnberger Trainer Dieter Hecking feststellen konnte: "Wir wollten heute den Sack zumachen, das ist uns gelungen." Die Franken ließen die Gefahrenzone hinter sich, kletterten auf Rang elf - und wurden von ihren Fans gefeiert.

Kaiserslautern - Nürnberg: Daten zum Spiel

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung