Bundesliga - 30. Spieltag

Nürnberg sorgt für Katerstimmung bei Schalke

SID
Donnerstag, 12.04.2012 | 11:28 Uhr
Timmy Simons (l.) feiert nach seinem Elfmeter-Treffer gemeinsam mit den Mitspielern
© Getty
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Nach seiner Leistungsexplosion mit zwei Toren und einer Vorlage wirkte Daniel Didavi fast verlegen. Ein Journalist wollte wissen, ob die Nürnberger Galavorstellung gegen Schalke 04 sein bislang bestes Spiel war. "Das kann man so sagen", antwortete der 22-Jährige zurückhaltend.

Währenddessen klatschten sich seine Kollegen mit einem breiten Grinsen ab und feierten die stärkste Nürnberger Saisonleistung. Die Schalker konnten dagegen immer noch nicht

fassen, wie viele Gastgeschenke sie beim 1:4 (0:3) verteilt hatten. "Ich bin enttäuscht. Wir haben gut angefangen, Nürnberg dann aber so aufgebaut, dass sie sich in einen Rausch gespielt haben", sagte Trainer Huub Stevens.

Warum sich sein Team nach 15 starken Minuten überrennen ließ, war auch dem Niederländer ein Rätsel: "Ich kann es nicht ändern. Wir müssen jetzt wieder versuchen, Frische für das nächste Spiel zu gewinnen." Und da empfängt Schalke ausgerechnet Tabellenführer Borussia Dortmund. Die "Königsblauen" könnten den Titelkampf mit einem Sieg gegen den Erzrivalen noch einmal spannend machen.

"Es war ein kollektives Versagen"

Doch für ein solches Szenario lieferten sie wenig Argumente. Nachdem der Tabellendritte in den ersten Minuten an seine glanzvollen Ligaauftritte der vergangenen Spiele anknüpfte, oft die Positionen wechselte und unter anderem durch Farfan-Ersatz Lewis Holtby gefährlich vors Tor kam, wurden die Schalker Aktionen im Laufe des Spiels immer nachlässiger. Manager Horst Heldt machte sich gar nicht erst die Mühe, nach einzelnen Fehlerquellen zu suchen: "Es war ein kollektives Versagen".

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Das Nürnberger Team sorgte hingegen mit Spaßfußball für Furore. Besonders auffällig: Didavi. Nach Startschwierigkeiten bei den Franken kommt der von Stuttgart ausgeliehene Mittelfeldspieler immer besser in Schwung. "In den ersten Spielen ist viel schief gegangen, aber mit Selbstvertrauen ist alles leichter", sagte er nach seinem fünften Treffer in den vergangenen sechs Partien.

Gegen Schalke traf er zum ersten Mal doppelt (45., 87.) in der Liga, richtig freuen darüber konnte er sich aber erst gegen Ende der Begegnung, denn: "Schalke hat so eine hohe Qualität, die können in einer Halbzeit immer drei Tore schießen."

Doch selbst nachdem Stevens in der 46. Minute Teemu Pukki und Jefferson Farfan eingewechselt hatte und vier nominelle Stürmer für Schalke auf dem Platz standen, blieb die Offensive um Raul und Klaas-Jan Huntelaar blass. Die 4.000 mitgereisten Fans der Gelsenkirchener ließen sich davon kaum irritieren und stimmten sich bereits mit Schmähgesängen auf das Derby gegen Dortmund ein.

Erster Sieg seit fünf Spielen für Nürnberg

Viel mehr blieb ihnen trotz des Treffers von Holtby (85.) auch nicht übrig. Denn ihr die Team schien die Fanfreundschaft beider Vereine allzu ernst zu nehmen. Für das größte Gastgeschenk sorgte Kyriakos Papadopoulos, der Mike Frantz im Strafraum elfmeterwürdig zu Boden zog. Schiedsrichter Florian Meyer zeigte auf den Punkt und Timmy Simons verwandelte souverän (37.). Zuvor hatte Hanno Balitsch bereits sein erstes Tor für Nürnberg erzielt (25.).

Dass sein Kopfballtreffer durch Abstimmungsprobleme in der gegnerischen Hintermannschaft begünstigt wurde, wollte der 1,82 Meter große defensive Mittelfeldspieler aber nicht gelten lassen: "Ich habe in meiner Karriere schon ein oder zwei Kopfballtore erzielt, schließlich war ich in meiner Jugend hessischer Hochsprungmeister."

Der 31-Jährige leitete damit den ersten Sieg seit fünf Spielen für Nürnberg ein. So haben die Franken einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt gemacht. Mit einem weiteren Dreier am Samstag in Kaiserslautern würden sie sich wohl endgültig aus dem Abstiegskampf verabschieden.

Für Schalke geht es dagegen nicht nur um weitere Zähler im Rennen um die direkte Champions-League-Qualifikation. "Wir wissen, was das Spiel gegen Dortmund für die Fans bedeutet", sagte Christoph Metzelder und ergänzte: "Für manche ist es wichtiger, das Derby zu gewinnen, als einen Titel zu holen."

Nürnberg - Schalke: Daten zum Spiel

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