Balakow spricht schon von der 2. Liga

SID
Donnerstag, 12.04.2012 | 13:02 Uhr
FCK-Trainer Krassimir Balakow (2.v.l.) hat sich mit dem Abstieg seines Klubs scheinbar abgefunden
© Getty
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Draußen trotteten die Spieler traurig zu den mitgereisten Fans und suchten Trost. Drinnen saß der Trainer wie ein Trauerkloß und sprach schon von der 2. Liga. Beim 1. FC Kaiserslautern ist nach der 1:3 (1:1)-Pleite bei Bayer Leverkusen das letzte Fünkchen Hoffnung erloschen.

Da hatte sogar Rudi Völler Mitleid mit dem Gegner. Bayer hätte mehr Tore schießen können und müssen, sagte Leverkusens Sportdirektor. Völler fügte aber sofort ehrlich gemeint hinzu: "Es wäre nicht schön für Lautern gewesen, wenn wir sie abgeschossen hätten."

In diesem Moment wurden Erinnerungen an eine legendäre Szene nach dem ersten Abstieg der Lauterer 1996 wach. Damals nahm Bayer-Spieler Völler vor laufender Kamera seinen bitterlich weinenden Weltmeister-Kumpel Andy Brehme tröstend in die Arme. 1:1 endete das Spiel, und Brehmes FCK musste den Weg in die 2. Liga antreten.

Abstieg schon am Wochenende?

Rein rechnerisch könnten die Lauterer in dieser Saison die Klasse noch erhalten. Doch selbst der neue Trainer Krassimir Balakow, der vor vier Spielen den glücklosen Marco Kurz ablöste, hat kaum noch Hoffnung. "Wir müssen realistisch bleiben und uns Gedanken über die 2. Liga machen", sagte der Bulgare. In der Tat:

Die Pfälzer brauchen in den verbleibenden vier Spielen schon ein Wunder. "Theoretische Chancen sind noch da. Wir werden versuchen, die bis zum letzten Spiel zu nutzen", sagte Balakow. Doch wenn man in sein Gesicht schaute, schien es, als habe er sich mit dem dritten Abstieg der einst gefürchteten "Roten Teufel" schon abgefunden.

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Neun Punkte Rückstand hat der Tabellenletzte bereits auf den Relegationsplatz, den derzeit der 1. FC Köln belegt. Zehn sind es auf den FC Augsburg und das rettende Ufer. Sollten die Lauterer am Samstag im Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg zum 21. Mal in Folge nicht gewinnen und Köln sowie Augsburg nur einen Zähler holen, wäre der Abstieg besiegelt.

Dann geht es kommende Saison nach Duisburg anstatt nach Dortmund. Und darauf muss sich die Klubführung vor der Sommerpause vorbereiten. "Wir bleiben nach der Saison noch zwei oder drei Tage zusammen. Wir müssen dann Gespräche führen, wie es weitergeht", sagte Balakow.

Leverkusen auf Europa-League-Kurs

Ein Blitztor von Stefan Kießling warf nach nur 24 Sekunden alle taktischen Vorsätze über den Haufen. Die Lauterer brauchten fast 30 Minuten, um sich von diesem Schock zu erholen und kamen letztlich nicht unverdient durch Julian Derstroff zum Ausgleich gegen die keineswegs sattelfeste Bayer-Abwehr (43.).

Simon Rolfes (57.) und Stefan Reinartz (72.) schickten die Pfälzer mit ihren Toren dann vermutlich in die 2. Liga. Leverkusen kletterte dagegen auf den sechsten Tabellenplatz und ist damit der Europa League wieder etwas näher gekommen.

"Wenn wir das nach dieser schweren Phase schaffen, ist es auf jeden Fall ein kleiner Erfolg", sagte Rolfes. Zudem sei der erste Sieg unter dem Dutt-Nachfolger Sami Hyypiä enorm wichtig für das Selbstvertrauen gewesen.

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