Mittwoch, 11.04.2012

Bundesliga - 30. Spieltag

VfB: Noch vier Spiele bis in die Europa League

Die Vorbereitung für das Spiel am Freitagabend gegen Werder Bremen begann beim VfB Stuttgart nach dem 3:1 in Augsburg schon in der Kabine. "Die Jungs essen gerade zusammen", sagte VfB-Trainer Bruno Labbadia im Anschluss an die Pressekonferenz, "sie müssen ja ihre Kohlehydratspeicher schnell wieder auffüllen."

Julian Schieber (r.) feiert mit dem Torschützen zum Stuttgarter 2:1-Treffer Martin Harnik
© Getty
Julian Schieber (r.) feiert mit dem Torschützen zum Stuttgarter 2:1-Treffer Martin Harnik

Zwischen Pasta und Salat hakten die Spieler ihr achtes Spiel ohne Niederlage schnell ab. Im Rennen um den Einzug in die Europa League kann man sich nicht lange mit dem gerade Erlebten aufhalten. Das nächste Spiel steht nur drei Tage später an. Und die Ausgangslage für den VfB könnte besser nicht sein.

Vier Punkte hat Stuttgart mehr als Werder. "Wenn wir gegen Bremen gewinnen, dann sieht es noch viel besser aus", sagte William Kvist mit Blick auf die Europa League. Die sei nun "das Ziel", bekannte der dänische Mittelfeldspieler.

Auch der sonst für seine besonnenen Einschätzungen bekannte Labbadia sagte ungewohnt forsch. "Wir sind noch vier Spiele vom Europapokal entfernt." Zur Hybris neigt allerdings niemand in Stuttgart. Obwohl es den VfB-Profis niemand übel nehmen würde, wenn sie einen fixen Startplatz im Europapokal für sich reklamieren würden.

Zu gefestigt tritt die Mannschaft aus, zu gut verteidigt sie, zu effizient geht sie mit ihren Torchancen um. Und sie lässt sich auch nicht durch einen frühen Rückstand wie dem Elfmetertor von Nando Rafael (5.) irritieren.

"Wie eine Spitzenmannschaft"

"Wie im Stile einer Spitzenmannschaft", sagt Labbadia dazu lapidar. Der Fußballlehrer findet Spiele wie in Augsburg, in denen sich der VfB trotz einiger spielerischer Schwächen rein beißen muss und sich am Ende dennoch durchsetzt viel wichtiger als überzeugende Siege wie zuletzt gegen Mainz. "Da reift man als Mannschaft schneller."

Der nächste Schritt müsse nun sein, sagte Kvist, dass wir solche Spiele nach einer Führung "besser kontrollieren müssen". Labbadia sieht es ein bisschen anders als sein Stratege im Mittelfeld. Man müsse ja auch mal den Gegner loben, "der das gut gemacht hat", sagte der 46 Jahre alte Fußballlehrer.

Den Augsburgern gelang es allerdings trotz großen läuferischen Aufwands und höheren Spielanteilen nicht, "echte Torchancen zu erspielen", wie Augsburgs Trainer Jos Luhukay erkannte. "Die VfB-Defensive war einfach stark."

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Und im Spiel nach vorne haben die Stuttgarter das, was man gerne einen Lauf nennt. Sie machen aus wenigen Möglichkeiten viele Tore. Während Martin Harnik zum 15. Mal traf, gelang Vedad Ibisevic sein achter Treffer im elften Spiel für den VfB. In dieser Saison kommt der im Winter aus Hoffenheim nach Stuttgart gewechselte Stürmer auf 13 Treffer.

VfB hat die nötige Lockerheit

Wer am Ende den internen Wettbewerb um den besten Schützen gewinnt? "Ich", sagte Harnik nach dem Spiel mit ernster Miene: "Ich schaue natürlich nur auf meine eigene Statistik." Um keine Irritationen entstehen zu lassen, lächelte der Österreicher am Ende dann doch noch und fügte hinzu: "Das habe ich nicht ernst gemeint. Es ist doch egal, wer die Tore schießt, wenn wir am Ende als Mannschaft gewinnen."

Der VfB hat inzwischen auch die nötige Lockerheit gefunden, um erfolgreich Fußball zu spielen. Bei der Suche nach den Gründen lobt Labbadia bei jeder Gelegenheit die Motivation der Spieler, "sich täglich verbessern zu wollen." Selbst an freien Tagen versammelt sich fast die gesamte Mannschaft im Kraftraum, um sich weiter in Form zu bringen.

"Es macht zurzeit richtig Spaß", sagte Verteidiger Georg Niedermeier. Und wenn der VfB am Freitag auch noch Bremen bezwingt, dann wird der Platz in der Europa League fast schon zur Gewissheit. Damit hätte im Winter niemand gerechnet. "Wir haben", sagte Labbadia zum Schluss vergnügt, "eine Riesenaufholjagd gestartet." Und sie ist noch nicht zu Ende.

Augsburg - Stuttgart: Daten zum Spiel


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