Samstag, 20.08.2011

Bundesliga - 3. Spieltag

Köln trotz Punkt weiter Letzter

Der 1. FC Köln hat im dritten Saisonspiel den ersten Punkt verbucht, bleibt aber weiter Tabellenletzter. Das Team von Trainer Stale Solbakken trennte sich vom 1. FC Kaiserslautern 1:1 (1:1).

Slawomir Peszko (r.) bereitete das 1:1 der Kölner vor
© Getty
Slawomir Peszko (r.) bereitete das 1:1 der Kölner vor

Vor 50.000 Zuschauern in Köln brachte Ivo Ilicevic Lautern zunächst in Führung (17.). Nur 102 Sekunden später schlug Köln durch Mato Jajalo zurück (19.)

Trotz des Punktes bleibt Köln am Tabellenende. Der FCK steht mit zwei Zählern auf Rang 14.

Reaktionen:

Stale Solbakken (Trainer 1. FC Köln): "Wir waren ganz klar die bessere Mannschaft und hatten auch die größeren Torchancen. Aber die müssen wir auch verwerten. Ein Tor ist nicht gut genug. Die Spieler können zufrieden sein mit ihrer Einstellung und Kreativität. In Hamburg wollen wir drei Punkte holen."

Martin Lanig (1. FC Köln): "Wir hatten zahlreiche hundertprozentige Torchancen und es tut mir einfach leid für die Mannschaft, dass wir das Spiel nicht gewonnen haben. Man hofft natürlich immer, dass der Ball rein geht, aber dazu braucht es eben das Quäntchen Glück. Aber egal, wichtig war, dass wir heute ein gutes Spiel gemacht haben. Da können wir drauf aufbauen und da muss man der Mannschaft auch ein großes Kompliment machen."

Adil Chihi (1. FC Köln): "Wenn man das Spiel sieht, hätten wir drei Punkte verdient. Wir waren klar die bessere Mannschaft, hatten mehrere Torchancen aber am Ende hat leider das Quäntchen Glück gefehlt. Die Chance, das ist 50-50. Mal geht er rein, mal nicht. Heute ist mir das leider nicht geglückt, aber man hat gesehen, dass wir als Mannschaft einen Schritt weiter gekommen sind."

Christian Tiffert (1. FC Kaiserslautern): "Köln hatte die klareren Möglichkeiten, eindeutig. Ich denke, dass es ein gutes Spiel war, es ging rauf und runter. Was Köln uns heute voraus hatte, war, dass der letzte Pass gestimmt hat und sie dadurch zu Chancen kamen. Wir hatten einen sehr guten Torhüter und haben es selbst verpasst, den letzten Pass sauber zu spielen."

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Zwei Änderungen beim FC: Für die angeschlagenen Rensing und Podolski spielen Varvodic und Novakovic. Beim FCK sind Amedick (für Abel), Fortounis (Sahan) und Kirch (Petsos) neu in der Startelf.

17., 0:1, Ilicevic: Köln ist auf Kaiserslauterns rechter Seite eigentlich in Überzahl. Dick kommt dennoch zum Flanken und bringt den Ball mit voller Wucht an den Elfmeterpunkt. Ilicevic steht zu frei und versenkt volley mit der Innenseite unten links. Keine Chance für Varvodic.

19., 1:1, Jajalo: Lanig spielt steil auf die linke Seite zu Peszko, eigentlich zu steil. Aber Peszko erläuft den Ball, legt ihn sich auf den rechten Fuß und flankt von der linken Grundlinie in den Rückraum zu Jajalo. Kurze Annahme und trockener Flachschuss mit rechts in die linke Ecke.

35.: Peszko ist auf links auf und davon und flankt aus vollem Lauf flach an die Fünfmeterkante. Novakovic grätscht in den Ball, von der Hüfte von Trapp prallt der Ball über die Latte.

45.: Lanig mit dem Steilpass auf Chihi, der völlig alleine auf Trapp zu läuft. Der Schuss mit links aus 14 Metern ist aber völlig unplatziert, der Keeper klärt zur Ecke. Das hätte es sein müssen.

52.: Köln spielt prima Pressing, Lanig erkämpft sich den Ball und spielt zu Chihi. Der schickt Jajalo links in den Strafraum. Ganz alleine vor Trapp kann er sich die Ecke aussuchen, schiebt das Ding aber am rechten Pfosten vorbei.

Fazit: Abwechslungsreiche Partie mit den besseren Chancen und mehr Spielanteilen für den FC. Ein Punkt ist deshalb aus Kölner Sicht zu wenig.

Der Star des Spiels: Martin Lanig. Bildete mit Riether ein starkes Duo im Kölner defensiven Mittelfeld. Räumte vor der Abwehr ab, antizipierte viele Situationen gut, präsentierte sich passsicher und schaltete sich immer wieder auch in die Offensive ein. Stark sein Pass auf Peszko vor dem 1:1.

Der Flop des Spiels: Oliver Kirch. FCK-Coach Kurz sucht im defensiven Mittelfeld noch nach dem richtigen Partner für Kapitän Tiffert. Die Partie gegen den FC zeigte: Auch Kirch ist keine Lösung. Verlor über die Hälfte seiner Zweikämpfe, brauchte im Umschaltspiel meist viel zu lange und leistete sich teils haarsträubende Abspielfehler.

Der Schiedsrichter: Knut Kircher. Sein besonnenes Auftreten brachte nach ruppigen Anfangsminuten schnell Ruhe in die Partie. Hatte einige knifflige Entscheidungen zu treffen, lag bei den entscheidenden aber immer richtig.

Analyse: Beiden Teams war die Verunsicherung zunächst anzumerken, wodurch die Anfangsphase von leichten Fehlern geprägt war. Nach gut einer Viertelstunde nahm die Partie dann allerdings Fahrt auf. Zunächst traf Ilicevic gegen schläfrige Kölner, 102 Sekunden später schlug der FC zurück. Fortan war Tempo im Spiel und es entwickelte sich eine abwechslungsreiche Partie.

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Köln investierte dabei im Spiel nach vorne mehr und versuchte immer wieder, über den schnellen Peszko auf links zu gefährlichen Aktionen zu kommen - was durchaus gelang. In der Spielanlage offenbarten die Gastgeber allerdings einige Mängel. Häufig wurde der Ball einfach nur hoch und weit auf Novakovic nach vorne geschlagen. Dennoch dominierten die Kölner die Partie vor allem in den 15 Minuten vor der Pause.

Der FCK suchte im Spiel nach vorne meist Shechter. Der Israeli war mit Abstand gefährlichster Lauterer, allerdings häufig auf sich alleine gestellt, weil das Mittelfeld mit Ausnahme von Ilicevic zu langsam nachrückte. So konnten die Gäste durchaus zufrieden sein, mit einem 1:1 in die Pause zu gehen.

Nach dem Wechsel konnten die Pfälzer die Partie zunächst etwas offener gestalten. Köln schaffte es nicht, den Ball über längere Zeit in den eigenen Reihen zu halten und so Druck aufzubauen. Wenn's gefährlich wurde, dann meist, wenn's schnell ging und das Mittelfeld zügig überbrückt wurde.

Mit zunehmender Spieldauer zog sich Lautern allerdings immer weiter zurück und sicherte in den letzten 20 Minuten das Remis nur noch ab. Köln hingegen rannte bis zuletzt an. Weil häufig aber der letzte Pass nicht genau genug gespielt wurde bzw. die Zielstrebigkeit im Abschluss fehlte, blieb es am Ende beim 1:1.

Köln - Kaiserslautern: Daten zum Spiel

Daniel Börlein / Martin Grupp

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