Auch die letzten Zweifel beseitigt

Von Daniel Börlein
Samstag, 31.03.2012 | 21:32 Uhr
Arjen Robben erzielte Bayerns Siegtreffer gegen den 1. FC Nürnberg
© Getty
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Der FC Bayern München siegt im Derby in Nürnberg und beweist dabei, dass man auswärts auch wieder "schmutzig" gewinnen kann. Eine Erkenntnis, die das bayerische Selbstbewusstsein endgültig wieder zurückgebracht zu haben scheint. Denn: Christian Nerlinger spricht nun sogar vom Triple. Den Club plagen vor dem "Endspiel" in Freiburg derweil Personalsorgen.

Reaktionen:

Trainer Jupp Heynckes (FC Bayern München): "Es war ein intensiv geführtes Spiel von beiden Mannschaften. Ich weiß, dass der 1. FC Nürnberg gut organisiert ist und ein gutes Defensivverhalten hat, und in der ersten Halbzeit haben wir uns auch schwer getan. In der zweiten Halbzeit hatten wir mit den Einwechslungen ein spielerisches Übergewicht und gute Tormöglichkeiten, deshalb denke ich, dass es in der Summe ein verdienter Sieg des FC Bayern ist."

Christian Nerlinger (Sportdirektor FC Bayern) bei "Liga total" über den Meisterschaftskampf:"Das ist das Resümee des Wochenendes: Wir haben es wieder in der eigenen Hand. In allen Wettbewerben wohlgemerkt. Ich traue das der Mannschaft auch zu: Sie zeigt, dass sie diesen Dreitages-Rhythmus absolvieren kann, dass sie konditionell voll auf der Höhe ist - und deswegen freue ich mich sehr auf den Endspurt!"

Bastian Schweinsteiger (FC Bayern): "Die Mannschaft zeigt den unbedingten Willen, die Spiele zu gewinnen - das ist auch nicht einfach jeden dritten Tag. Großes Kompliment an die Mannschaft, wie engagiert sie gespielt hat und welchen Willen sie gezeigt hat. Es gibt nur ein Ziel: Titel zu gewinnen!"

Arjen Roben (FC Bayern): "Dortmund ist immer noch Erster. Wir haben immer gesagt, dass wir unsere Spiele gewinnen und auf uns selbst schauen müssen - sonst nichts!"

Dieter Hecking (1. FC Nürnberg): "Nach hinten raus war es ein verdienter Sieg des FC Bayern. Wir haben Chancen gehabt, aber die letzte Durchschlagskraft, die man braucht, um das Tor auch mal zu machen, hat gefehlt. Das sind einfach die Geschichten des Spiels: Wenn du das Tor gegen die Bayern nicht zum richtigen Zeitpunkt machst, dann verlierst du so ein Spiel meistens. Die Mannschaft ist sich ihrer Situation absolut bewusst, die Mannschaft hat aber auch die Qualität, um sich aus dieser Situation zu befreien. Wahrscheinlich ist es irgendwann so, dass wir schlecht spielen und gewinnen."

Nachbetrachtung: Das Derby gegen den FC Bayern München ist für den 1. FC Nürnberg immer etwas ganz Besonderes. Ganz Franken fiebert alljährlich dem Duell mit dem Erzrivalen aus der bayerischen Landeshauptstadt entgegen. So war es auch dieses Mal.

Für den FC Bayern hingegen war das 184. Aufeinandertreffen mit dem Club eher business as usual. Beim Rekordmeister geht es derzeit Schlag auf Schlag. DFB-Pokal-Halbfinale, Champions-League-Viertelfinale, dazu in der Bundesliga Galas gegen Hoffenheim und Berlin - da ist so ein Auswärtsspiel in Nürnberg dann schon eher der Kategorie Pflichtprogramm zuzuordnen.

Doch wie die Elf von Jupp Heynckes eben dieses Pflichtprogramm meistern würde, darauf war man doch sehr gespannt. In den letzten Wochen hatte sich der FC Bayern zwar mit fulminanten Ergebnissen aus dem Zwischentief geschossen. Ein kleiner Restzweifel allerdings war geblieben, schließlich hatten sich die Münchner in diesem Jahr in der Liga auswärts - abgesehen vom Spiel in Berlin - richtig schwer getan und noch keinen Dreier verbucht.

Nach dem Spiel in Nürnberg standen unter dem Strich wieder drei Zähler. Vor ein paar Wochen, als Bayern in der Fremde gehörig schwächelte, wäre das womöglich noch anders gewesen. Denn der Club machte vieles, was den Bayern nicht gefiel.

Die Franken agierten von Beginn an aggressiv in den Zweikämpfen, ließen den Münchnern kam Luft zu atmen und legten eine gesunde Härte an den Tag. Eine Halbzeit lang fuhr Nürnberg damit richtig gut und schien tatsächlich in der Lage zu sein, den Bayern ein Bein zu stellen.

Nach der Pause kam dann allerdings die Reaktion der Bayern. Anders als in der schwachen Phase nach der Winterpause. Die Heynckes-Elf wehrte sich, ließ sich von der Nürnberger Gangart nicht weiter beeindrucken und verdiente sich so den 1:0-Erfolg redlich.

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Es war kein glanzvoller Sieg, aber vielleicht gerade deshalb ein aus Bayern-Sicht ganz besonders wichtiger. "Großes Kompliment an die Mannschaft, wie engagiert sie gespielt hat und welchen Willen sie gezeigt hat", sagte Bastian Schweinsteiger.

Und spätestens jetzt, wo auch die letzten Zweifel beseitigt scheinen, demonstriert man beim FC Bayern wieder das alte Selbstbewusstsein. "Wir haben es wieder in der eigenen Hand. In allen Wettbewerben wohlgemerkt. Ich traue das der Mannschaft auch zu", sagte Sportdirektor Christian Nerlinger.

Drei Punkte beträgt der Rückstand zu Tabellenführer Borussia Dortmund inzwischen nur noch. Am 30. Spieltag kommt es beim BVB zum direkten Duell der beiden Titelanwärter. Die Bayern scheinen gerade rechtzeitig wieder zu alter Stärke zurückgefunden zu haben.

Für den 1. FC Nürnberg kommt es hingegen schon am kommenden Spieltag zu einer Art Endspiel. Nach der vierten Niederlage in Folge ist der Club plötzlich wieder mittendrin im Abstiegskampf. Am nächsten Wochenende muss die Elf von Trainer Dieter Hecking nun zu den wiedererstarkten Freiburgern - mit einigen Personalproblemen im Gepäck.

Gegen die Bayern verletzte sich Adam Hlousek am Knie und wird wohl bis Saisonende ausfallen. Nach Christian Eigler und Alexander Esswein ist der Tscheche damit schon der dritte längerfristige Ausfall eines Offensivspielers. Doch auch in der Defensive muss Hecking in Freiburg improvisieren, weil Abwehrchef Philipp Wollscheid nach seiner fünften Gelben Karte fehlen wird.

Nürnberg - Bayern: Daten zum Spiel

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