Bundesliga - 28. Spieltag

Hamburg siegt im Kellerduell beim FCK

Von Stefan Rommel / Martin Jahns
Samstag, 31.03.2012 | 17:23 Uhr
Hamburg besiegt den 1. FC Kaiserslautern - der FCK ist damit quasi schon abgestiegen
© Getty
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Der Hamburger SV hat seine Talfahrt gestoppt und im Kellerduell beim 1. FC Kaiserslautern einen unglaublich wichtigen Sieg eingefahren. Gegen den Tabellenletzten siegte der HSV mit 1:0 (1:0).

Vor 42.000 Zuschauern im Fritz-Walter-Stadion erzielte Marcell Jansen nach 28 Minuten das Tor des Tages.

Für den HSV endet damit eine Serie von vier Niederlagen am Stück. Der Sieg war angesichts der Siege der Konkurrenz nicht mehr als eine Pflichtaufgabe für die hamburger.

Der FCK bleibt auch im 18. Spiel in Folge sieglos und rückt dem Abstieg immer näher.

Reaktionen:

Krassimir Balakov (Trainer 1. FC Kaiserslautern): "So lange wir eine theoretische Chance haben, werden wir daran glauben. Die Jungs sind willig, mehr kann man nicht machen. Ich bin kein Typ, der nach so einem Spiel sagt: Das war's. Ganz im Gegenteil: Jetzt geht es erst richtig los!"

Florian Dick (1.FC Kaiserslautern): "Irgendwann kann ich den Unmut der Fans verstehen. Was wir in der Rückrunde teilweise zu bieten haben ist zu wenig, zu wenig um die Liga zu halten."

Stefan Kuntz (Vorstandsvorsitzender 1.FC Kaiserslautern): "Acht Punkte Rückstand - das wäre ein Wunder oder zumindest sehr selten gewesen im Fußball. Wir werden natürlich den letzten Strohhalm greifen. Wir haben aber auch Plan B im Blick. Und darauf wird nach einem schlechten Ausgang am nächsten Samstag noch mehr konzentriert."

Marcell Jansen (Hamburger SV): "Wir haben einen kleinen Schritt gemacht, haben aber immer noch sechs Endspiele!"

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Der FCK bringt Wagner in die Startelf. Fortounis dafür auf der Bank, Derstroff rückt ins linke Mittelfeld. Beim HSV rückt Kacar für den verletzten Rincon ins Team. Ansonsten keine Änderungen im Vergleich zur Vorwoche.

11.: Konter FCK, Hamburg im Mittelfeldzentrum völlig offen. De Wit geht auf den Sechzehner zu, zieht aus 23 Metern ab. Mancienne fälscht ganz fies ab, der Ball wird zur Bogenlampe. Drobny macht sich ganz lang und fingert den Ball irgendwie noch über die Latte.

16.: Jansen erkämpft sich einen Ball zurück, flankt dann von links zur Mitte. Berg geht schön in den Ball, köpft dann aus neun Metern aber direkt auf Sippel.

18.: Konter HSV. Berg in die Mitte auf Petric. Sippel ist da, kommt aber nicht wie gewünscht an den Ball. Die Kugel fliegt abgefälscht links am Tor vorbei.

24.: Nach einer eher harmlosen Flanke von rechts kommt wieder De Wit an den Ball. Volleyschuss aus zwölf Metern, auch noch verdeckt. Drobny ist aber schnell im rechten Eck und hält.

28., 0:1, Jansen: Aogo flankt unbedrängt von links. Berg legt geschickt ab auf Ilicevic. Yahia blockt den Ball mit der Hand. Jansen reklamiert nicht, nimmt den Ball auf und trifft aus acht Metern flach ins Tor.

47.: Petric zieht aus 20 Metern satt ab. Sippel wehrt direkt nach vorne ab, wo Jansen den Abpraller überrascht rechts neben das Tor stolpert.

54.: Sahan nach einer weiten Flanke von links am Fünfereck frei. Volleyschuss aufs kurze Eck, Drobny hält stark.

63.: Einwurf von der rechten Seite. Berg lässt geschickt auf Ilicevic tropfen. Der geht noch ein paar Meter und schließt dann aus sieben Metern ab. An die Oberkante der Latte.

64.: Nach einer weite gezogenen Flanke verschätzt sich Jansen komplett. Tiffert legt den Ball per Kopf zur Mitte, wo Kacar zwischen Wagner und Sahan steht und vor der Linie klärt.

72.: Westermann wehrt einen langen Ball genau in die Füße von Wagner ab. Der Lauterer Stürmer lupft den Ball über Mancienne und zieht im Fallen aus 18 Metern ab, aber der Ball streicht knapp über das Tor.

88.: Sukuta-Pasu legt auf Sahan ab. Der will gerade abziehen, da grätscht ihm Kacar in die Parade. Den Ball spielt der Serbe nicht, trifft eher Sahans Beine. Eigentlich Elfmeter.

Fazit: Letztlich ein verdienter Erfolg für den HSV, der abgezockter war - auch wenn er nicht spielte. Lautern bemüht, aber schlicht nicht gut genug für einen oder sogar drei Punkte.

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Der Star des Spiels: Marcus Berg spielte nicht besonders spektakulär, durfte aber als Inbegriff dessen stehen, was Trainer und Spieler die Woche über gepredigt hatten: Dass alle nun verstanden hätten, worum es geht. Berg verletzte sich früh schwer am Kopf, biss sich aber trotz zweimaliger Behandlungspause mit Kopfturban durch. Berg arbeitete sehr stark nach hinten, fädelte das 0:1 toll ein und kam zweimal selbst gefährlich zum Abschluss.

Der Flop des Spiels: Sandro Wagner bekam erneut eine Chance und nutzte sie einmal mehr nicht. Lauterns einzige Spitze blieb vollkommen wirkungslos. Wagner hatte kein Tempo und eine schlechte Ballbehandlung und hätte eigentlich ausgewechselt gehört. Balakow ließ ihn relativ unverständlich trotzdem drauf. Dass die Lauterer Fans den eigenen Spieler aber nach zwei, drei misslungenen Aktionen nur noch auspfeifen, ist aber ebenso desolat.

Der Schiedsrichter: Thorsten Kinhöfer hatte die insgesamt faire Partie unter Kontrolle. Bei den persönlichen Strafen auch mit dem richtigen Maß. Vor der Ausführung des Freistoßes in der 78. Minute aber von wenig souverän, als er gleich drei Verwarnungen aussprach. Aber: Kacars Einsteigen gegen Sahan hätte Elfmeter geben müssen - der einzige, aber eben auch grobe Fehler.

Analyse: Kaiserslautern attackierte früh, zwang den HSV so immer wieder zu langen Bällen, die fast alle keinen Abnehmer fanden. Lautern dagegen schnell im Umschalten in der Offensive, Hamburg dort besonders auf der rechten Seite anfällig, wo Ilicevic seinen Hintermann Diekmeier nur unzureichend unterstützte.

Hamburg in der ersten Viertelstunde extrem und teilweise ziemlich neben der Spur. Im Zentrum klafften überdimensionale Löcher, die Lautern quasi zum Kontern einluden. Erst als sich Kacar näher an Jarolim schob, wurden die Gäste stabiler und fanden langsam zu ihrem Spiel.

Der HSV beruhigte das Spiel immer besser, ohne dabei großes Risiko in der Offensive zu gehen. Die Probleme in der Viererkette blieben aber latenter Begleiter der Gäste. Die Führung kam deshalb auch einigermaßen überraschend - zeigte aber Wirkung beim FCK, der seinen Faden verlor und bis zur Pause auch nicht mehr fand.

Hamburg kam besser aus der Kabine und hatte Chancen auf den zweiten Treffer. Der FCK bemühte sich so gut es ging, es fehlten aber wie schon seit Wochen und Monaten die spielerischen Mittel.

Das Spiel plätscherte phasenweise nur so dahin, was für ein Heimspiel des FCK in dieser prekären Lage schon eine erstaunliche Tatsache war. Am Ende blieb Lautern nur knapp über 40 Prozent gewonnener Zweikämpfe.

Erst als Balakow Fortounis brachte und wenig später mit Sukuta-Pasu einen zweiten Stürmer, baute Lautern etwas mehr Druck auf. Hamburg schwamm ein paar Mal, Lautern war aber einfach zu harmlos im Torabschluss. Und ein Mal auch im Pech, als Kinhöfer bei Kacars Einsteigen gegen Sahan offenbar die Sicht verdeckt war.

Kaiserslautern - Hamburg: Daten zum Spiel

 

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