Bundesliga - 28. Spieltag

Hemmungslos schön

Von Stefan Rommel
Samstag, 31.03.2012 | 11:16 Uhr
Torschützen unter sich: Gentner (l.), Ibisevic (M.) und Schieber feiern im Signal Iduna Park
© Getty
Advertisement
Bundesliga
Di23:00
Die Highlights der Dienstagsspiele
Scottish Premiership
Sa13:00
Rangers - Celtic: Das 409. Old Firm steht an!
Primera División
Valencia -
Malaga
Serie B
Palermo -
Perugia
League Cup
Burnley -
Leeds
Serie A
Bologna -
Inter Mailand
League Cup
Leicester -
Liverpool
League Cup
Reading -
Swansea
Primera División
Barcelona -
Eibar
Copa Sudamericana
Estudiantes -
Nacional
Super Liga
Borac -
Roter Stern
Serie A
Benevento -
AS Rom
Primera División
Bilbao -
Atletico Madrid
Primera División
Leganes -
Girona
League Cup
Arsenal -
Doncaster
League Cup
Chelsea -
Nottingham
Serie A
Atalanta -
Crotone
Serie A
Cagliari -
Sassuolo
Serie A
Genua -
Chievo Verona
Serie A
Hellas Verona -
Sampdoria
Serie A
Juventus -
Florenz
Serie A
Lazio -
Neapel
Serie A
AC Mailand -
SPAL
Serie A
Udinese -
FC Turin
League Cup
Man United -
Burton
Primera División
La Coruna -
Alaves
League Cup
West Bromwich -
Man City
Primera División
Sevilla -
Las Palmas
Primera División
Real Madrid -
Real Betis
Copa Sudamericana
Flamengo -
Chapecoense
Copa Libertadores
Santos -
Barcelona SC
Copa Libertadores
Gremio -
Botafogo
Primera División
Villarreal -
Espanyol
Primera División
Celta Vigo -
Getafe
Primera División
Levante -
Real Sociedad
Copa Libertadores
River Plate -
Jorge Wilstermann
Copa Libertadores
Lanus -
San Lorenzo
Ligue 1
Nizza -
Angers
Ligue 1
Lille -
Monaco
J1 League
Kashima -
Gamba Osaka
J1 League
Kobe -
Kawasaki
Primera División
Atletico Madrid -
Sevilla
Premiership
Rangers -
Celtic
Premier League
West Ham -
Tottenham
Serie A
AS Rom -
Udinese
Premier League
Man City -
Crystal Palace
Championship
Derby -
Birmingham
Primera División
Alaves -
Real Madrid
Ligue 1
Montpellier -
PSG
Serie A
SPAL -
Neapel
Premier League
Leicester -
Liverpool
Primera División
Malaga -
Bilbao
Championship
Aston Villa -
Nottingham
Ligue 1
Bordeaux -
Guingamp
Ligue 1
Caen -
Amiens
Ligue 1
Lyon -
Dijon
Ligue 1
Metz -
Troyes
Premier League
Stoke -
Chelsea (Delayed)
Primera División
Girona -
Barcelona
Serie A
Juventus -
FC Turin
Premier League
Everton -
Bournemouth (Delayed)
Premier League
Swansea -
Watford (Delayed)
Premier League
Burnley -
Huddersfield (Delayed)
Premier League
Southampton -
Man United (Delayed)
Serie A
Flamengo -
Avaí
Primera División
Espanyol -
La Coruna
Eredivisie
Utrecht -
PSV
Serie A
Sampdoria -
AC Mailand
Premiership
Motherwell -
Aberdeen
Championship
Sheff Wed -
Sheff Utd
Eredivisie
Ajax -
Vitesse
Ligue 1
Saint-Etienne -
Rennes
Serie A
Cagliari -
Chievo Verona
Serie A
Crotone -
Benevento
Serie A
Hellas Verona -
Lazio
Serie A
Inter Mailand -
Genua
Premier League
Rostow -
Lok Moskau
Primera División
Getafe -
Villarreal
Ligue 1
Straßburg -
Nantes
Premier League
Brighton -
Newcastle
First Division A
Charleroi -
Club Brugge
Serie A
Sassuolo -
Bologna
Primera División
Las Palmas -
Leganes
Primera División
Eibar -
Celta Vigo
1. HNL
Hajduk -
Lokomotiva
Super Liga
Rad -
Partizan
Primera División
Real Sociedad -
Valencia
Serie A
Florenz -
Atalanta
Ligue 1
Marseille -
Toulouse
Ligue 2
Clermont -
Lens
Premier League
Arsenal -
West Brom
Primera División
Real Betis -
Levante
Copa do Brasil
Cruzeiro -
Flamengo
Ligue 1
Monaco -
Montpellier
Premiership
Hamilton -
Rangers
Championship
QPR -
Fulham
Primera División
Celta Vigo -
Girona
J1 League
Niigata -
Kobe
J1 League
Kawasaki -
Cerezo Cosaka
Primera División
Deportivo -
Getafe
Premier League
Huddersfield -
Tottenham
Premier League
Man Utd -
Crystal Palace
Championship
Ipswich -
Bristol City
Ligue 1
PSG -
Bordeaux
Serie A
Udinese -
Sampdoria
Premier League
Chelsea -
Man City
Primera División
Levante -
Alaves
Championship
Reading -
Norwich
Ligue 1
Amiens -
Lille
Ligue 1
Dijon -
Straßburg
Ligue 1
Guingamp -
Toulouse
Ligue 1
Nantes -
Metz
Ligue 1
Rennes -
Caen
Premier League
Stoke -
Southampton
Primera División
Leganes -
Atletico Madrid
Serie A
Genua -
Bologna
Premier League
Bournemouth -
Leicester (DELAYED)
Premier League
West Ham -
Swansea (DELAYED)
Premier League
West Brom -
Watford (DELAYED)
Serie A
Palmeiras -
Santos
Serie A
Neapel -
Cagliari
Championship
Sheffield Wed -
Leeds
Ligue 1
Troyes -
St. Etienne
Serie A
Benevento -
Inter Mailand
Serie A
Chievo Verona -
Florenz
Serie A
Lazio -
Sassuolo
Serie A
SPAL -
Crotone
Serie A
FC Turin -
Hellas Verona
Ligue 1
Angers -
Lyon
Ligue 1
Nizza -
Marseille

Borussia Dortmund und der VfB Stuttgart liefern das hinreißendste Spiel der Saison. Da stört es am Ende auch wenig, dass beide irgendwie auch zwei Punkte verloren haben.

Reaktionen:

Jürgen Klopp (Trainer Borussia Dortmund): "Das war ein verrücktes Spiel. Ich glaube, ich habe solch ein Spiel mit so vielen Führungswechseln noch nie erlebt. Nach dem 2:0 haben wir unverständlicherweise den Faden aus der Hand gegeben. Der VfB hatte aber auch schon vor dem 1:2 Riesenchancen. Am Ende war es für mich ein Punktgewinn. Wir hatten tolle Chancen, aber der VfB hat ein super Spiel gemacht. Sie waren schwer zu verteidigen, obwohl wir richtig gut drauf waren. In dieser Form von heute gewinnen beide Mannschaften 70 bis 80 Prozent aller Bundesligaspiele. Der VfB war bisher die beste Auswärtsmannschaft hier in Dortmund in dieser Saison."

Bruno Labbadia (Trainer VfB Stuttgart): "Für solche Spiele lohnt es sich, Trainer zu sein. Es ist einfach schön, dass die Mannschaft nicht aufgegeben hat. In der ersten Hälfte ist Dortmund ein hohes Tempo gegangen, das 2:0 nach dem Seitenwechsel war ein Genickschlag. Meine Mannschaft hat aber nicht aufgesteckt, sondern einen Zahn zugelegt."

Mats Hummels (Borussia Dortmund): "Wir dürfen das 2:0 nicht mehr aus der Hand geben, haben aber nach dem 2:3 noch ein unfassbares Spiel hingelegt, sind ein hohes Tempo gegangen und bekommen dann so einen dreckigen Ausgleich. Der VfB hatte vier Torschüsse und macht vier Tore in der zweiten Hälfte. Eigentlich können wir stolz darauf sein, was wir nach dem 2:3 noch abgeliefert haben, danach hatten wir leider viel Pech."

Roman Weidenfeller (Borussia Dortmund): "Das war ein tolles Spiel für die Zuschauer und für die Beteiligten auf dem Platz. Aber wir hätten früher den Sack zumachen müssen, dann wäre das Ding gegessen gewesen. Wir hätten unsere Chancen besser nutzen müssen. Für mich persönlich ist es eine gefühlte Niederlage."

Sven Ulreich (VfB Stuttgart): "Das Spiel war einfach geil! Die Mannschaft hat nie aufgegeben, und als die Chance da war, da haben wir das Spiel auch übernommen. Die Dortmunder Tore waren eines schöner als das andere, da kann man als Torwart nicht viel machen. Das wir vor 80.000 Zuschauern so ein Comeback geliefert haben, nehmen wir gerne mit nach Hause. Von diesem Spiel werden wir noch unseren Kindern erzählen."

Julian Schieber (VfB Stuttgart): "Für mich war das ein gefühlter Sieg, da wir nach dem erneuten Rückstand noch einmal zurückgekommen sind und das 4:4 geschafft haben. Wir können mit dem Punkt zufrieden sein. Auch für die Fans war das ein tolles Spiel. Der BVB war über die 90 Minuten spielerisch das bessere Team, aber wir haben super gekämpft und sind super zurückgekommen. Insgesamt war es ein schwieriges Auswärtsspiel."

Nachbetrachtung:

Stuttgarts Spieler wollten gar nicht mehr runter von dem Rasen, der das verrückteste und schönste Stück Fußball der laufenden Saison beherbergt hatte. Berauscht vom Spiel und den Fans feierten die Gäste das Erlebte, das so viel mehr wert sein könnte als ein schnöder Punkt mehr auf dem Tableau.

Für den VfB geht es nach einer Saison des Auf und Ab doch tatsächlich noch um die Qualifikation für die Europa League. Erwarten durfte man das nicht unbedingt. Aber was kann man schon erwarten? Jedenfalls keinen Freitagabend wie diesen.

Für Borussia Dortmund geht es um die Meisterschaft und so spielte die Mannschaft auch 75 Minuten lang: meisterlich, beschwingt und leicht. Dass dahinter ein unglaublicher körperlicher und mentaler Aufwand steckte, wurde in den guten Phasen des Dortmunder Spiel nicht auffällig. In der Viertelstunde Mitte der zweiten Halbzeit dafür aber umso brutaler.

Der BVB nahm sich da eine Auszeit wie noch nie in dieser Saison. Gewiss, in der Hinrunde ging eine Partie in Hannover in den Schlussminuten noch 1:2 verloren. Aber diese drei Gegentreffer gegen den VfB hatten eine andere Qualität. Sie zeigten Dortmunder Fehler, die man aus den Champions-League-Spielen kannte, aber bisher noch nicht in der Liga gesehen hatte.

Es schien, als würde der BVB alle Albernheiten einer Saison in einer Viertelstunde bündeln, nur um danach noch bissiger und leidenschaftlicher wieder zurückzukommen - und am Ende, um das Gesamtkunstwerk perfekt zu machen - alles wieder fahrlässig herzugeben.

Adrenalin pur

Für das letzte Heimspiel gegen den SC Freiburg soll es 160.000 Kartenanfragen gegeben haben, die Tickets werden jetzt teilweise verlost. "Nur" die Hälfte davon raffte sich am Freitagabend auf ins Stadion. Jeder von ihnen wird in ein paar Jahren nicht weniger zu erzählen haben als die Glücklichen, die vielleicht am 5. Mai der Meisterfeier beiwohnen dürfen.

Sehr lange hat die Bundesliga kein Spiel von solcher Wucht und Emotionalität gesehen, mit so vielen schönen Szenen, einer Dortmunder Mannschaft, die einmal mehr wie eine Dampfwalze über den Gegner rollte; aber auch einem VfB, der aus seiner Unterlegenheit das Beste machte und - man muss es nach einem 0:2-Rückstand in Dortmund so sagen - sogar an der Sensation schnupperte.

Ziemlich viele Schlagworte aus dem großen Fußballerduden wurden abgehakt: Spielwitz, Kampfkraft, Mut, Moral, Intensität, Nervenkitzel, Ekstase, Stolz, Respekt. Dass dem BVB womöglich am Ende zwei Punkte fehlen könnten, ging am Ende im Adrenalin unter.

"Für mich ist das ein Punktgewinn. Wir waren ja schon raus, deshalb bin ich zufrieden", sagte Jürgen Klopp nach dem Spiel und hatte damit gar nicht Unrecht. Das Remis rückt jetzt Dortmunds Partie gegen die Bayern am 30. Spieltag noch mehr in den Fokus - was eigentlich vorher schon völlig überflüssig war.

Bonuspunkt für Stuttgart

Und eine Gewissheit bleibt dem BVB: Abgesehen von mysteriösen 15 Minuten und dem nicht adäquaten Ergebnis ist die Mannschaft in absoluter Topform und in 24 Stunden vermutlich schon wieder fähig, noch so eine Partie abzuliefern.

Der VfB nimmt das Remis als Bonuspunkt mit nach Stuttgart. Aber viel wichtiger war das Auftreten der Mannschaft, die in dieser Saison viel gewerkelt und gerumpelt und manches Mal eher aus Versehen gewonnen hat.

Da war Leidenschaft zu sehen und das Vertrauen in die eigene Stärke. Für die entwöhnten Fans dürften diese 90 Minuten so viel bedeuten wie drei kühl eingefahrene Siege zusammen. Der VfB kann offenbar auch (wieder) anders.

Dortmund - Stuttgart: Daten zum Spiel

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung