"Jetzt gucken wir mal, was noch geht"

Von Stefan Rommel / Martin Jahns
Samstag, 24.03.2012 | 20:25 Uhr
Doppelpacker: Klaas Jan Huntelar erzielte gegen Leverkusen seine Saisontore 21 und 22
© Getty
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Der FC Schalke 04 hat den Patzer und Borussia Mönchengladbach genutzt und sich am 27. Spieltag dank eines 2:0 (1:0)-Sieges gegen Bayer Leverkusen auf Platz drei geschoben. Klaas-Jan Huntelaar schnürte mit seinen Saisontoren 21 und 22 den Doppelpack.

Vor 61.000 Zuschauern in der Arena auf Schalke brachte Klaas-Jan Huntelaars Doppelpack (18., 86.) die Entscheidung - Huntelaars Saisontore 21 und 22.

Schalke (53 Punkte) liegt damit jetzt zwei Zähler vor Gladbach auf dem festen CL-Startplatz drei.

Bayer Leverkusen hat durch die neunte Saisonniederlage und der dritten Niederlage in Folge endgültig jegliche Hoffnung auf die Königsklasse verloren und muss nun sogar um den Einzug in die Europa League zittern.

Reaktionen:

Huub Stevens (Trainer Schalke 04): "Das ganze Spiel war für das Publikum begeisternd. Das ist auch zurückgeschlagen vom Publikum auf die Spieler und umgekehrt. Leider sind nur zwei Tore gefallen. Das ist der einzige Vorwurf, den man uns machen kann: Dass wir den Sack schneller hätten zumachen müssen."

Robin Dutt (Trainer Bayer Leverkusen): "Wir haben in der ersten Halbzeit nicht gut verteidigt. Gegen einen Weltklasse-Stürmer wie Huntelaar musst Du Körperkontakt haben im Strafraum. Auch die Flanken von Fuchs sind durchaus bekannt und thematisiert. So kannst du auswärts nicht verteidigen. Dann darfst du dich auch nicht beschweren, wenn du in Rückstand gerätst! Die Mannschaft ist ziemlich an der Kante: Uns fliegt jede Woche ein Muskel um die Ohren, heute der von Danny da Costa. Die Jungs sind einfach momentan nicht frisch [...] und tun sich sehr, sehr, schwer."

Jermaine Jones (Schalke 04): "Wir haben das Gladbacher Ergebnis auf der Hinfahrt mitbekommen, deswegen war es unser Ziel hier heute zu gewinnen. Ich denke, dass wir einen großen Schritt gemacht haben, weil der vierte Platz vor Leverkusen gesichert wurde. Wir haben Leverkusen ferngehalten und jetzt sind wir sogar Dritter. Jetzt kann Gladbach kämpfen. Wir haben vorgehabt, den vierten Platz vor Leverkusen zu sichern. Das ist uns gelungen und jetzt sind wir sogar auf Platz 3. Jetzt gucken wir mal, was noch geht."

Christian Fuchs (Schalke 04): "Wir wollen natürlich den dritten Platz verteidigen. Es ist unser Ziel, dass wir uns direkt für die Champions League qualifizieren. Wenn man sich wohlfühlt, bringt man gute Leistungen. So ist es bei mir. In der Mannschaft herrscht eine sehr gute Harmonie. Es macht ganz einfach Spaß, hier Tag für Tag auf dem Platz zu stehen und mit den Jungs abzuhängen."

Rudi Völler (Sportdirektor Bayer Leverkusen): "Wir müssen wieder dahin kommen, wo wir waren. Es ist noch gar nicht so lange her, da haben wir Bayern München geschlagen. Davor hatten wir auch eine gute Serie gestartet und drei Spiele hintereinander gewonnen. Wir müssen diese fußballerische Qualität, die wir auch haben, wieder abrufen und ein bisschen mehr Gas geben. Wir müssen aufpassen. Wir sind im Moment noch Fünfter und müssen unseren Platz verteidigen."

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Schalke mit der siegreichen Elf von Kaiserslautern, also auch wieder mit der Doppel-Sechs Jones/Holtby. Selbiges gilt für Leverkusen, das ebenfalls keine Änderung im Vergleich zur Vorwoche vornimmt.

10.: Draxler leitet über links einen schnellen Konter ein und bedient Holtby in der Mitte. Der zieht aus 22 Metern ab, doch der Ball geht Zentimeter rechts am Tor vorbei.

18., 1:0, Huntelaar: Fuchs hinterläuft Draxler und bekommt den Ball. Klasse Flanke an den Fünfer, wo Schwaab und Toprak Hunterlaar aus den Augen verlieren. Kopfballaufsetzer ins rechte Eck, 21. Saisontor.

21.: Nachdem Leno eine Flanke von rechts aus dem Strafraum faustet kommt Holtby aus 20 Metern direkt zum Schuss... knapp über das Tor.

47.: Rolfes schießt von halblinks aus 20 Metern Richtung rechter Winkel. Aber der Ball ist nicht platziert genug. Hildebrand lenkt ihn noch über die Latte.

55.: Jones setzt Draxler links stark in Szene. Der lässt Castro aussteigen und spielt von der Grundlinie flach zurück auf Huntelaar, der jedoch aus sechs Metern nicht recht hinter den Ball kommt. Leno wehrt den unplatzierten Schuss ab.

63.: Fuchs flankt von links butterweich an den Elfer. Raul steigt hoch, köpft aber gut einen halben Meter drüber.

66.: Huntelaar auf Raul, der frei vor Leno dem Keeper ins Gesicht schießt. Nur Sekunden später zieht Huntelaar aus 16 Metern ab. Leno hält stark. Draxler jagt den Abpraller aus sechs Metern übers Tor.

86., 2:0, Huntelaar: Farfan setzt sich einmal mehr auf rechts durch und chipt an den Fünfer. Schwaab springt unterm Ball durch. Huntelaar ist da und setzt den Kopfball links ins Eck.

Fazit: Verdienter Sieg für Schalke, dem die Außenbahnen gehörten und die größere individuelle Klasse hatte.

Der Star des Spiels: Jefferson Farfan machte auf den früh verwarnten Kadlec mächtig Druck und bleib zumeist Sieger im direkten Duell. Besonders bei den Schalker Kontern in der zweiten Halbzeit wurde Farfan mit seiner Schnelligkeit zur echten Waffe, bereitete das 2:0 dann absolut perfekt vor. Ebenfalls stark: Doppeltorschütze Huntelaar.

Der Flop des Spiels: Daniel Schwaab war bei beiden Toren maßgeblich beteiligt - beide Male stand der Innenverteidiger viel zu weit von Huntelaar weg, weil er sich bei den jeweiligen Flanken einzig auf sein Stellungsspiel verließ. Zu viel Risiko gegen einen brandgefährlichen Strafraumspieler wie Huntelaar und auf diesem Niveau schlicht tödlich.

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Der Schiedsrichter: Deniz Aytekin hatte die Partie recht gut im Griff, leistete sich keine gravierenden Fehler. Aber: Übersah Rolfes Ellbogencheck gegen Draxler, der mit Rot hätte geahndet werden müssen.

Analyse: Ordentlicher Beginn beider Mannschaft, mit Vorteilen für die Gäste. Leverkusen konterte mit schnellen Pässen aus dem Mittelfeld in die Spitze, Schalke hatte damit in der ersten Viertelstunde ein paar Probleme. Dann kamen die Gastgeber besser ins Spiel und nutzten einen akkurat vorgetragenen Angriff durch den Hunter zur Führung.

Danach spielte Schalke phasenweise stark auf, während Leverkusen im gleichen Maß seine anfängliche Sicherheit verlor, mit der Viererkette viel zu tief stand und den Abstand der einzelnen Mannschaftsteile zu groß werden ließ, statt Schalke weiter mit Pressing nach vorne zu bearbeiten.

Schalke dominierte deshalb bis zur Halbzeit, versäumte aber das zweite Tor. Nach dem Wechsel hatte sich Leverkusen etwas besser sortiert, verlor nach zehn Minuten aber den Faden wieder. Schalke wurde wieder besser, besonders über die Außen mit Farfan und Draxerl, sowie dem permanent nachrückenden Fuchs.

Aber: Die Gastgeber machten aus ihrer Überlegenheit und den vielen Chancen nicht das 2:0. So blieb Leverkusen weiter im Spiel und bei seinen Kontern auch gefährlich. Das Spiel ging Mitte der zweiten Halbzeit hin und her, weil Bayer auf Dreierkette umstellte und mehr riskierte.

Den Unterschied machten am Ende das bessere Flügelspiel der Hausherren und natürlich Huntelaar, der seine Chancen kühl nutzte.

Schalke - Leverkusen: Daten zum Spiel

 

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