Bundesliga - 26. Spieltag

1:0! Borussia Dortmund zum 20. Mal unbesiegt

Von Florian Bogner
Samstag, 17.03.2012 | 17:21 Uhr
Shinji Kagawa erzielte mit diesem Kopfball zum 1:0 seinen neunten Saisontreffer für Dortmund
© Getty
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Borussia Dortmund hat am 26. Spieltag der Bundesliga einen neuen Vereinsrekord aufgestellt: Der deutsche Meister siegte mit 1:0 (1:0) gegen Werder Bremen, blieb damit zum 20. Mal in Folge ungeschlagen und verbesserte so die alte Bestmarke aus der Saison 1991/92.

Vor 80.720 Zuschauern im ausverkauften Dortmunder Stadion erzielte Shinji Kagawa (8.) das Tor des Tages. Für Werder Bremen hat sich das Thema Champions League durch die siebte Auswärtsniederlage der Saison wohl erledigt.

Reaktionen:

Jürgen Klopp (Trainer Borussia Dortmund): "Ich kann nur die mangelhafte Chancenverwertung kritisieren, wir haben das Spiel zu lange offen gelassen. Daher konnten wir uns bis zum Schluss nicht ganz sicher sein. Mit der Leistung bin ich hochzufrieden, wir waren super lebendig."

Mats Hummels (Borussia Dortmund): "Bremen hat richtig gute Leute, trotz der vielen Ausfälle. Wir hatten das Spiel am Anfang komplett in der Hand, hatten über 90 Minuten keine richtige gegnerische Torchance. Aber in der zweiten Halbzeit haben wir zu viele Fehler gemacht, den Bremern zu sehr wieder den Glauben an ein Erfolgserlebnis zurückgegeben. Die beiden Aluminiumtreffer waren natürlich Pech. Das 1:0 ist eigentlich der Lieblingssieg des Verteidigers, weil hinten die Null steht."

Sebastian Kehl (Borussia Dortmund): "Es wäre einfacher gewesen, wenn wir noch mehr Tore gemacht hätten. Trotzdem denke ich, dass wir, obwohl die Bremer in der zweiten Halbzeit etwas stärker wurden, defensiv wahnsinnig gut gestanden haben. Wir haben nichts zugelassen, und deswegen war es ein Spiel, in dem ich nie das Gefühl hatte, dass wir noch ein Tor bekommen."

Thomas Schaaf (Trainer Werder Bremen): "Ich bin enttäuscht, aber es gibt keine Zwiefel daran, dass der Dortmunder Sieg verdient war. Wir haben in der zweiten Halbzeit mehr Mut und Selbstvertrauen gezeigt, dafür muss man die Mannschaft loben. Das war Klasse und macht Spaß."

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Dortmund mit einer personellen Änderung: Gündogan spielt für den grippegeschwächten Bender, der unter der Woche kaum trainieren konnte. Götze fehlt weiterhin verletzt.

Werder hat dagegen die Seuche und muss improvisieren. Wiese (Jochbeinbruch), Marin (Oberschenkelzerrung), Bargfrede (Muskelfaserriss) und der gesperrte Pizarro sind unpässlich - Mielitz, Affolter, Ignjovski und Ekici kommen dafür in die Mannschaft. Arnautovic, Hunt, Borowski und Naldo fehlen ohnehin. Mit 23,5 Jahren im Schnitt ist das die jüngste Werder-Startelf der Bundesliga-Geschichte.

8., 1:0, Kagawa: Kuba legt links raus auf Großkreutz, der flankt mit rechts an den zweiten Pfosten. Gündogan legt volley für Kagawa auf, der köpft ein. 9. Saisontor.

12.: Kuba zieht von rechts nahezu ungehindert an den Sechzehner und schießt - leicht abgefälscht rechts vorbei.

24.: Gündogan bedient Kagawa, der aus 16 Metern ansatzlos durchlädt. Mielitz reckt sich und lenkt den Ball tatsächlich noch an den linken Pfosten.

35.: Schmelzer flankt von links. Sokratis setzt sich auf den Hosenboden, Hartherz pennt. Kehl kommt mit Anlauf an und köpft wuchtvoll - Latte, Linie, raus.

46.: Kuba bedient Kagawa von rechts, der nimmt den Ball am Fünfer mit und zieht aus der Bewegung ab: abgefälscht, links vorbei.

54.: Kuba flankt von rechts, Prödl klärt vor Lewandowski in die Mitte, Kagawa bugsiert den Ball in Rücklage rechts am Tor vorbei.

56.: Prödl greift sich an den linken Oberschenkel und muss runter. Füllkrug kommt. Nächster Nackenschlag für Werder.

66.: Ballgewinn Gündogan. Piszczek rennt von rechts in die Mitte und zieht mit links ab. Der von Sokratis abgefälschte Ball landet nur knapp neben dem rechten Pfosten.

71.: Gündogan zieht aus 18 Metern ab. Mielitz pariert den Flachschuss zur Seite, Schmitz klärt vor Kuba zur Ecke.

Fazit: Verdienter Sieg der Dortmunder aufgrund der starken ersten Halbzeit. Bremen zwar im zweiten Durchgang ebenbürtig, aber ohne Torchance.

Der Star des Spiels: Ilkay Gündogan. Der junge Bender-Ersatz nutzte seine Chance, war im ersten Durchgang der BVB-Motor, eroberte viele Bälle und schaltete sich oft in die Offensive mit ein. Seine Vorarbeit zum 1:0 war technisch erstklassig.

Der Flop des Spiels: Florian Hartherz. Der junge Außenverteidiger hatte zwar bis zu seiner Auswechslung die meisten Ballkontakte bei Werder, zahlte in den direkten Duellen mit den agilen Blaszczykowski und Piszczek aber bitteres Lehrgeld und gewann nur ein Drittel seiner Zweikämpfe.

Der Schiedsrichter: Deniz Aytekin. Gute Leistung des Gespanns, vor allem Aytekins Assistenten waren auf zack und entschieden nahezu alles richtig. Aytekin selbst übertrieb es nicht mit persönlichen Strafen, hätte nur den Vorteil manchmal besser auslegen können. Kehls Halten gegen Sokratis im Strafraum war nur bei extrem strenger Regelauslegung elfmeterreif (72.), ebenso Sokratis' ungestümes Aufstützen gegen Hummels auf der anderen Seite (75.). Im Endeffekt ausgleichende Gerechtigkeit.

Analyse: Dortmund war Werder im ersten Durchgang zwei Nummern zu groß. Die Hausherren ließen den Ball besser laufen, gewannen mehr Zweikämpfe und wirbelten Werder mit ihrer flexiblen Offensive oft gehörig durcheinander. Gerade wenn Gündogan mit in die Offensive ging, hatte Bremen arge Zuordnungsprobleme - so wie beim 1:0, als eben Gündogan völlig blank stand.

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Der knappe Rückstand zur Pause war so äußerst schmeichelhaft für Bremen, das selbst nur kurz vor dem Seitenwechsel durch zwei Standards sowas wie Torgefahr ausstrahlte. Ansonsten gingen Werders Offensivbemühungen in der ersten Halbzeit gen Null.

Nach der Pause ließ der BVB dann aber deutlich nach, Bremen löste sich aus der Umklammerung und war auch in den Zweikämpfen präsenter. Durch ein sichereres Passspiel kam Werder auch über die bessere rechte Seite ein paar Mal ins Angriffsdrittel, konnte aber nie Torgefahr ausstrahlen.

Auch eine System-Umstellung auf 4-4-2 mit dem jungen Füllkrug als zweiten Stürmer brachte nicht den gewünschten Effekt - so ging die Partie zäh zuende. Ein Pflichterfolg des BVB der Kategorie "Arbeitssieg".

Dortmund - Bremen: Daten zum Spiel

 

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