Bundesliga - 21. Spieltag

Hamburg bestätigt den Aufwärtstrend

Von Stefan Moser / Martin Jahns
Sonntag, 12.02.2012 | 19:28 Uhr
In einer spielerisch mauen Partie neutralisierten sich Köln und Hamburg über weite Strecken
© Getty
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Der Hamburger SV bestätigt den Aufwärtstrend. Im richtungweisenden Spiel gegen den Tabellennachbarn aus Köln gelang der Mannschaft von Trainer Thorsten Fink zum Abschluss des 21. Spieltags ein verdienter 1:0 (0:0)-Sieg.

Vor knapp 50.000 Zuschauern im Stadion in Köln gelang Paolo Guerrero mit seinem ersten Auswärtstor erst in der 88. Minute der verdiente Siegtreffer.

Damit überholt der Hamburger SV den 1. FC Köln auch in der Tabelle und klettert mit 26 Punkten auf Rang zehn. Für den FC eine weitere bittere Pille nach dem Wirbel um das Interview von Lukas Podolski.

Reaktionen:

Trainer Stale Solbakken (1. FC Köln): "Beide Mannschaften hätten gewinnen können. Anfang der 2. Halbzeit waren wir eigentlich die bessere Mannschaft, dann haben wir die Kontrolle über das Spiel verloren. Ingesamt war es ein verdienter Sieg für Hamburg. Leider hatten viele meiner Spieler nicht ihren besten Tag."

Trainer Thorsten Fink (Hamburger SV): "Der Sieg geht in Ordnung aufgrund der Torchancen, die wir hatten. Wir haben sehr viel Geduld aufgebracht, und ich bin sehr, sehr zufrieden, dass wir dafür am Schluss belohnt wurden."

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Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Köln im Vergleich zur Vorwoche mit einer Änderung: Jemal ist zurück vom Afrika Cup und rückt in die Innenverteidigung, McKenna sitzt dafür nur auf der Bank. Chefkritiker Podolski fehlt nach wie vor verletzt.

Der HSV muss im Vergleich zum 1:1 gegen die Bayern ebenfalls auf einer Position umstellen: Für den gesperrten Rincon kommt Kacar neben Jarolim in defensive Mittelfeld.

9.: Jansen wird halblinks geschickt, Rensing zögert, aber Jansens Hammer aus zwölf Metern zischt einen Meter am rechten Pfosten vorbei.

20.: Plötzliches Pressing von Köln mit Ballgewinn - und schon brennt es in der HSV-Abwehr. Pezsko von rechts auf Novakovic, der aus elf Metern abzieht. Rajkovic fälscht ab, der Ball geht knapp drüber.

23.: Kacar setzt sich rechts im Strafraum durch und flankt auf den langen Pfosten, wo Jansen aus sechs Metern volley abzieht. Doch Sereno wirft sich in den Schuss und lenkt ihn zur Ecke. Der wäre wohl drin gewesen!

50.: Rajkovic wehrt eine Freistoßflanke von rechts zu kurz ab. Sein Kopfball landet bei Geromel am Sechzehner. Der zieht sofort ab, Rajkovic bügelt seinen Fehler wieder aus und fälscht zur Ecke ab.

62.: Der Ball ist drin! Lanig trifft nach einem Freistoß von rechts per Kopf. Aber die Fahne ist oben. Korrekte Entscheidung.

73.: Petric und Guerrero mit einem schönen Doppelpass, aber der Kroate schießt völlig freistehend aus zehn Metern klar links am Tor vorbei. Den muss er zumindest aufs Tor bringen.

78.: Jansen spielt von links auf den langen Pfosten, wo Petric den Ball aus fünf Metern Richtung Tor drückt. Rensing lenkt den Ball gerade noch an den Pfosten. Aber alle Aufregung ist umsonst: Der Schiedsrichter entscheidet auf Abseits.

83.: Guerrero köpft nach Flanke von Jansen schön auf Aogo, der aber aus fünf Metern den herausstürmenden Rensing anschießt. Was für eine Chance! Und was für eine Parade!

88., 0:1, Guerrero: Petric leitet einen Pass an der Strafraumgrenze wunderschön weiter auf Guerrero, der von halbrechts aus vier Metern an Rensing vorbei ins Tor lupft. Wenn es Absicht war, war's weltklasse!

Fazit: Verdienter Sieg der Hamburger, die in der Schlussphase auch kämpferisch noch zulegen konnten. Die Kölner insgesamt zu passiv und ideenlos im Spiel nach vorne.

Der Star des Spiels: Slobodan Rajkovic. Nutzt die Verletzung von Bruma, um sich aus seinem Formtief zu befreien. Noch mit Schwächen im Spielaufbau, gegen Köln mit seiner Schnelligkeit und Zweikampfstärke aber extrem sicher. Verlor im kompletten Spiel nur zwei direkte Duelle und entschärfte damit immer wieder frühzeitig gefährliche Kontersituationen. Stärkster Hamburger in der Offensive: Marcell Jansen.

Der Flop des Spiels: Sascha Riether. Reichlich uninspirierter Auftritt zunächst im zentralen Mittelfeld. Kaum Ballkontakte, keinerlei Impulse nach vorne, dazu mit einer verheerenden Zweikampfbilanz. Musste in der zweiten Hälfte als Linksverteidiger aushelfen - und agierte auch dort schlampig und lethargisch. Sah auch beim Gegentor schlecht aus.

Der Schiedsrichter: Florian Meyer. Hatte in einem intensiven, aber fairen Spiel ab und an kleinere Probleme in der Bewertung von Zweikämpfen. Regelte aber erfreulich viel in der direkten Kommunikation mit den Spielern. Insgesamt eine ordentliche Leistung des Gespanns, das in den Schlüsselszenen richtig lag. Bei der strittigen Abseitsentscheidung gegen Petric traf der Kroate ohnehin nicht das Tor.

Analyse: Hamburg von Beginn an selbstbewusst und dominant mit 70 Prozent Ballbesitz und der gewohnt konsequenten Suche nach Überzahlsituationen im Mittelfeld. Das Muster im Spiel nach vorne: Variable Positionen und sicheres Passspiel, dafür wenig Versuche im Eins-gegen-Eins.

Trotz der optischen Überlegenheit fehlten dem arg linkslastigen HSV aber immer wieder die Durchschlagskraft in den Zweikämpfen, die Kreativität im letzten Drittel und die Gefährlichkeit bei Standards.

Gegen die extrem kompakten sowie defensivtaktisch cleveren Kölner kamen die Gäste so kaum zu klaren Chancen, minimierten durch die eigene Ballsicherheit aber das Risiko von Ballverlusten gegen eine der konterstärksten Mannschaften der Liga. Mit Erfolg: Nur ein einziges Mal tauchte Novakovic in der ersten Halbzeit gefährlich im Hamburger Strafraum auf.

Nach dem Seitenwechsel nahm Köln dann auch selbst aktiv am Spiel teil und die Partie wurde etwas offener. Allerdings blieben Tempo und Risiko weiterhin niedrig. Der FC nur nach Standards halbwegs gefährlich; der HSV zwar mit mehr Platz auf den Außen, aber lange Zeit ohne die nötige Klarheit und Präzision.

Erst in der Schlussphase erhöhte Hamburg noch einmal den Rhythmus und kam zu Chancen - und schließlich zum Siegtreffer durch Guerreros erstes Auswärtstor. Insgesamt ein wichtiger und auch verdienter Dreier für den HSV, Köln zwar taktisch diszipliniert, aber im Spiel nach vorne zu uninspiriert und mutlos.

Köln - Hamburg: Daten zum Spiel

 

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