Bundesliga - 21. Spieltag

Beck: "Noch die Handschrift von Stanislawski"

SID
Markus Babbel bescheinigt seiner neuen Mannschaft einen "guten Charakter"
© Getty
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Es fehlten ihm nur wenige Augenblicke zum siegreichen Debüt nach gut 24 Stunden im Amt bei 1899 Hoffenheim. Markus Babbel ahnte das Ungemach, verkroch sich unter dem Dach der Trainerbank und schüttelte sein Haupt. Ruhe und Gelassenheit waren verschwunden.

Aufregung und Enttäuschung machten sich breit, weil seine Mannschaft den greifbar nahen Sieg verspielte und Werder Bremen in der 90. Minute das 1:1 (0:1) ermöglichte. Babbel: "Eine gefühlte Niederlage."

Der insgesamt enttäuschende Pizarro-Vertreter Marko Arnautovic glich nach einer glücklichen Kombination mit Sturmpartner Markus Rosenberg aus und holte die Gäste zurück auf den Boden der Tatsachen, nachdem der zweite Arbeitstag des Nachfolgers von Holger Stanislawski bis dahin so verheißungsvoll verlaufen war.

Babbel lobt Charakter seiner Spieler

Was sollte er nun sagen, als die Führung aus der vierten Minute durch das erste Bundesligator des dänischen Innenverteidigers Jannik Vestergaard egalisiert war? Die Mannschaft für die Nachlässigkeit in den letzten Minuten abstrafen?

Oder den Umschwung nach nur wenigen Stunden Arbeit im Kraichgau und allerhand Einzelgesprächen hervorheben? Der 39-Jährige tat beides natürlich nicht. Und gehorchte den Gesetzmäßigkeiten der Branche.

"Kompliment an die Truppe", sagte Babbel und attestierte den Spielern einen guten Charakter, weil sie seinen Vorgänger Stanislawski geschätzt und dessen Rausschmiss bedauert haben. "Es tut mir leid für die Mannschaft, dass sie für den Aufwand nicht belohnt wurde."

"Paar Steine zu viel im Rucksack"

Den Spielern Sicherheit einzuflößen und ein neues Defensivverhalten zu verinnerlichen, dies seien die Aufgaben in der einzigen Trainingseinheit vor dem Auswärtsspiel in Bremen gewesen, wo Hoffenheim erstmals überhaupt punktete.

"Schlussendlich habe ich ihnen klar gemacht", erklärte Babbel weiter, "dass sie gute Fußballer sind - sonst wären sie schließlich nicht in Hoffenheim."

In der Schlussphase der Partie vor 39.176 Zuschauern im eiskalten Weserstadion drückte das einsatzstarke Team aus dem Tabellenmittelfeld aber vielleicht der Ballast zu sehr, den Babbel hernach wortgewandt so beschrieb: "Wir haben noch ein paar Steine zu viel im Rucksack, die wir ausladen müssen, bis die Leichtigkeit zurückkommt."

"Trägt noch die Handschrift von Stanislawski"

Vorerst können die wegen ihrer Personalpolitik im Zentrum der Kritik stehenden Manager Ernst Tanner und Mäzen Dietmar Hopp zufrieden sein, dass sich die Mannschaft hochmotiviert präsentierte.

"Die Woche war sehr turbulent. So gesehen war es eine richtig gute Leistung", meinte Keeper Tom Starke. Kapitän Andreas Beck erklärte: "Der Punkt gibt uns Mut." Aber: "Das trägt noch die Handschrift von Trainer Stanislawski. Acht Monate kann man nicht einfach beiseiteschieben."

Hoffenheim hatte in Bremen einen über weite Strecken willfährigen Gegner. Die aus der Not der vielen Verletzten geborene Formation der Werder-Bubis war erst "überrascht, wie Hoffenheim gleich Gas gegeben hat" (Torhüter Tim Wiese).

Dann zeigte sich eine gewisse Überforderung, bevor ein furioser Schlussspurt alte Werder-Tugenden offenbarte.

Beim HSV will Werders ersten Sieg des Jahres

Während Babbel erst nach seiner ersten Arbeitswoche in Hoffenheim und dem Heimspiel am Freitag gegen Mainz 05 ernsthaft hinterfragt werden wird, müssen sich die Bremer im Nord-Klassiker nun beim Hamburger SV beweisen.

Der erste Sieg des Jahres soll her - und Claudio Pizarro, der 15 von Werders 34 Toren schoss, wird nach verbüßter Gelbsperre mithelfen können.

"Vier Unentschieden in vier Spielen sind zu wenig, wenn man oben dran bleiben will", sagte Werder-Kapitän Clemens Fritz nach dem achten Gegentreffer, der aus einer Standardsituation resultierte. "Irgendwann muss es mit dem ersten Sieg in diesem Jahr doch klappen. Am liebsten schon nächsten Samstag in Hamburg!"

Bremen - Hoffenheim: Daten zum Spiel

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