Dutt: "Mannschaft wird dem Druck standhalten"

SID
Sonntag, 05.02.2012 | 13:01 Uhr
Der Arbeitstag von Bayers Michael Ballack beschränkte sich gegen Stuttgart wieder aufs Aufwärmen
© Getty
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Gegen den VfB Stuttgart verlor Leverkusen zwei wichtige Punkte in der Schlussphase. Dennoch spricht weiter alles nur über Michael Ballack. Robin Dutt versucht seinem Team den Rücken zu stärken.

Plötzlich marschierte Michael Ballack doch noch vorweg. Frisch gestylt und in legerer Freizeitkleidung schob er nicht einmal eine halbe Stunde nach Schlusspfiff seinen Trolley schnellen Schrittes Richtung Ausgang der BayArena.

Das war fast schon rekordverdächtig. Zu sagen hatte Ballack nach dem 2:2 (1:0) von Bayer Leverkusen gegen den VfB Stuttgart freilich nichts.

Seinem Selbstverständnis entsprechend steht Ersatzspielern ohnehin kein Interview-Marathon zu. Dafür äußerte sich Trainer Robin Dutt zur unbefriedigenden Situation des 35-Jährigen. Und die Worte des Trainer dürften die Laune Ballacks nicht gerade aufgeheitert haben.

Für Ballack ist kein Platz im Team

"Es bleibt dabei, dass ich meine Entscheidungen aus sportlicher Sicht treffe. Es gab keinen Grund, umzustellen", sagte Dutt. Auch nicht, als sich Lars Bender - als Mittelfeldspieler immerhin auf einer Position spielend, die Ballack nicht ganz fremd ist - am Sprunggelenk verletzte.

Nein, der Trainer verhalf Sidney Sam zum Comeback nach wochenlanger Pause. Und als bei Sam zwölf Minuten später die alte Blessur (Muskelfaserriss im Oberschenkel) wieder aufbrach, durfte halt Renato Augusto nach dreimonatiger Verletzungspause (Knieoperation) ins Leverkusener Team zurückkehren.

So bestand Ballacks Arbeitstag aus einer 30-minütigen Aufwärmphase neben dem Tor von Bernd Leno. Da hatte der frühere Nationalmannschaftskapitän aber immerhin einen Premiumplatz auf die für Bayer so bittere Szene des Spiels.

Joker Harnik sticht kurz vor Ende

Stuttgarts Joker Martin Harnik drückte in der vorletzten Minute den Ball aus kurzer Entfernung zum 2:2 ins Tor. Wieder hatte Bayer zwei Punkte liegen gelassen. Die angekündigte Aufholjagd Richtung Platz vier lässt weiter auf sich warten.

Sorgen bereitet dies Trainer Dutt aber nicht. "Die Mannschaft präsentiert sich mental und auch von der Einstellung her gut. Sie wird dem Druck standhalten", lobte der 47-Jährige. Und auch Leno sieht keinen Grund dafür, nun unruhig zu werden. "Wir haben gut gespielt. Wenn wir so weiterspielen, kommen die Punkte von alleine", sagte der Schlussmann.

Bender fraglich, Schürrle angeschlagen

Gar so einfach ist es aber nicht. Neun Zähler beträgt immerhin der Rückstand zum vierten Champions-League-Platz und in der nächsten Woche geht es zum Spitzenreiter und Titelverteidiger Borussia Dortmund.

Ob Bender da spielen wird, ist fraglich. Der Schlag, den der Mittelfeldspieler oberhalb des Sprunggelenks erhalten hat, sei schmerzhaft, man müsse abwarten, wie die weitere Behandlung verlaufe, sagte Leverkusens Sprecher Dirk Mesch am Sonntag auf "dapd"-Anfrage.

Besser sieht es da bei Andre Schürrle aus. Der Nationalspieler hatte beim rüden Tritt von Cristian Molinaro (90.), der dafür die Rote Karte sah, ein blutunterlaufenes Auge davongetragen. Den Angreifer ziere nun zwar ein Veilchen, "wir sind aber guter Dinge, dass er gegen Dortmund fit sein wird."

Muskelbündelrris bei Sam

Fehlen werden hingegen sicher Michal Kadlec, der sich eine Gelb-Rote Karte einhandelte (61.) und Sam, bei dem am Sonntag ein Muskelbündelriss diagnostiziert wurde. "Er wird erneut mehrere Wochen ausfallen", sagte Mesch. Auch Eren Derdiyok, der sich an einer Glasscherbe verletzt, wird im Spiel beim BVB fehlen.

Seine Torjägerqualitäten hat dafür immerhin Stefan Kießling ("Hat gut getan") wiederentdeckt. Nach 765 torlosen Minuten traf der Nationalspieler zur 1:0-Führung (11.).

Doch auch die zweite Führung - Julian Schieber hatte in der ersten Halbzeit noch ausgeglichen (23.) - durch den verwandelten Foulelfmeter von Simon Rolfes (47.) reichte Bayer vor 27.929 Zuschauern nicht zum Sieg.

Labbadia: "Punkt hilft uns weiter"

So ließ Harnik die seit sieben Spielen sieglosen Stuttgarter ein wenig aufatmen.

"Wir haben zur alten Geschlossenheit wiedergefunden. Der Punkt hilft uns weiter", analysierte Trainer Bruno Labbadia, wenngleich mit 23 Punkten die Situation im Schwabenland angespannt bleibt.

Leverkusen - Stuttgart: Daten zum Spiel

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