Zu sozial, zu sparsam, zu solide

SID
Sonntag, 29.01.2012 | 15:46 Uhr
Augsburg heimste gegen Kaiserslautern ein weiteres Unentschieden ein
© Getty
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Einige Mitarbeiter des insolventen Druckmaschinenherstellers Manroland erlebten das Kellerduell auf der Tribüne der bitterkalten Augsburger Arena live mit. Als Aufheiterung in der Krise hatte Manager Andreas Rettig eigens dafür gesorgt, dass jeder Mitarbeiter eine Eintrittskarte erhält.

Sozial, sparsam, solide - das ist der FC Augsburg in der Bundesliga. Sascha Mölders und Tobias Werner haben diese Klubpolitik offenbar gut verinnerlicht.

Anders ist nicht zu erklären, wie die beiden Offensivspieler beim 2:2 gegen den 1. FC Kaiserslautern insgesamt gleich drei Chancen der Kategorie "hundertprozentig" auslassen konnten. "Solche Dinger musst du auf diesem Niveau machen", schimpfte der sonst stets um Diplomatie bemühte Trainer Jos Luhukay. Der Ärger war dem Niederländer anzusehen nach dem Unentschieden, das die Schwaben auf der Stelle treten lässt. Ein Punkt aus zwei Spielen gegen die Abstiegskonkurrenten Freiburg und Kaiserslautern ist zu wenig, um als ernsthafter Aspirant auf den Klassenerhalt zu gelten.

Unentschieden hilft Lautern "vielleicht fünf Prozent mehr"

"Der Klassenerhalt wurde heute weder gewonnen noch verloren", sagte Luhukay zwar. Ihm war jedoch genauso bewusst wie den Pechvögeln Mölders und Werner, dass das Spiel gegen Lautern vorentscheidenden Charakter hatte. "Das Unentschieden hilft uns vielleicht fünf Prozent mehr als Augsburg", sagte der Lauterer Christian Tiffert nach dem fünften Remis in Folge. Den Sprung vorbei an Lautern, das sich auch nicht von der Abstiegszone befreien konnte, hat Augsburg verpasst. Obwohl "die Möglichkeit heute ideal war", wie Luhukay treffend fortführte. Trösten konnte lediglich, dass die ausgleichende Gerechtigkeit das Remis am Ende für beide Seiten erträglich machte.

In der Nachspielzeit hatte Schiedsrichter Manuel Gräfe den Gästen nach einem Foul des Augsburgers Daniel Brinkmann an Nicolai Jörgensen einen klaren Strafstoß verweigert. "Darüber brauchen wir nicht diskutieren. In der Position lässt sich doch keiner fallen", sagte Lauterns Trainer Marco Kurz. Neuzugang Sandro Wagner unterstellte Gräfe, dass er "sich nicht getraut hat, zu pfeifen."

Luhukay schimpft: "Wir brauchen keine Unentschieden mehr"

Am Schluss "war sogar noch Glück dabei", musste Werner daher zugeben. Dabei hatten die Augsburger, die bereits nach fünf Minuten durch Marcel de Jong in Führung gegangen waren, die gleichsam umkämpfte wie unterhaltsame Abstiegsschlacht lange dominiert. Florian Dick zog Luhukays Mannschaft durch seinen Doppelpack zur zwischenzeitlichen Lauterner Führung (25., 48.) fast den Zahn, ehe Stephan Hain rund 20 Sekunden nach seiner Auswechslung wieder ausglich (66.).

"Man muss unsere Moral sehen, den Charakter der Mannschaft", lobte Augsburg Verteidiger Paul Verhaegh. Doch Rettig, sonst Dauerwürdiger des Augsburger Teamgeists, wurde deutlicher: "Das war fahrlässig, ohne Wenn und Aber", sagte der 48-Jährige. Nur Lautern (15) traf in dieser Saison weniger als Augsburg (17). "Uns ist bewusst, dass beide Mannschaften da unten stehen, weil wir zu wenig Tore schießen", sagte Luhukay, bevor er die Stimme wieder erhob: "Aber wir brauchen jetzt keine Unentschieden mehr. Wir müssen zulegen."

Transferpolitik weiterhin zögerlich

Zulegen wollte der Liga-Neuling ursprünglich auch personell. Als "zu zögerlich" hatte Präsident Walther Seinsch die Transferpolitik vor Saisonbeginn bezeichnet. Bisher ist jedoch im Winter auch nicht viel mehr passiert. Einzig der nach wie vor angeschlagene Jan Moravek kam von Schalke 04, in den kommenden Tagen soll zudem der Bochumer U21-Nationalspieler Matthias Ostrzolek verpflichtet werden. Die "zwei bis drei" angekündigten "Kracher" lassen indes auf sich warten.

Und das, obwohl "die Spiele jetzt immer intensiver und schwerer werden", wie Jentzsch prognostizierte. "Auf Messers Schneide" sieht der Routinier seinen FCA vor den Partien in Hoffenheim und gegen Nürnberg: "Uns muss bewusst sein, dass Druck auf uns lastet."

Rettig lässt sich in seinen letzten Monaten in Augsburg von diesem Druck nicht aus der Ruhe bringen. "Bei Wintertransfers muss alles passen. Die Wirtschaftlichkeit, das Sportliche und die Charaktereigenschaften", schrieb er im Grußwort des "Stadionkuriers". Mehr Geduld wünscht sich der Manager von den Fans: "Denn nach dem 34. gibt es auch wieder einen 1. Spieltag." Sozial, sparsam und solide - aber ist das erstklassig?

Augsburg - Kaiserslautern: Daten zum Spiel

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