Samstag, 17.12.2011

Bundesliga - 17. Spieltag

Dreierpack Raul! Schalke versenkt Bremen

Der FC Schalke 04 hat im Kampf um einen Champions-League-Platz einen Big Point gelandet. Zum Abschluss der Vorrunde zerlegten die Königsblauen Werder Bremen mit 5:0 (2:0).

Rauls erster Streich: Nach Wieses (l.) verunglückter Rettungstat staubt der Spanier (2.v.l.) locker ab
© Getty
Rauls erster Streich: Nach Wieses (l.) verunglückter Rettungstat staubt der Spanier (2.v.l.) locker ab

Vor 61.673 Zuschauern in der Veltins-Arena erlegte Raul die Gäste mit einem Dreierpack im Alleingang (16., 20. und 62.). Den Kantersieg machten Kyriakos Papadopoulos (67.) und Klaas-Jan Huntelaar (70.) perfekt.

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Durch den elften Saisonsieg zieht Schalke nach Punkten wieder mit Borussia Dortmund gleich (beide 34) und bleibt neben dem Rivalen hartnäckigster Verfolger der Bayern.

Vor der Partie kündigte Sportchef Horst Heldt zudem an, den Vertrag mit Trainer Huub Stevens auf alle Fälle erfüllen zu wollen.

Bremen dagegen wirft die dritte Auswärtsklatsche in Folge nach dem 0:5 in Gladbach und dem 1:4 in München erneut zurück, der Kontakt ganz nach oben ist mit 29 Punkten vorerst abgerissen.

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Schalke mit einer Änderung im Vergleich zum Hertha-Spiel: Höger beginnt im rechten Mittelfeld, weil sich Holtby kurzfristig verletzt hat.

Werder mit Prödl rechts in der Viererkette für den gesperrten Sokratis. Ansonsten bringt Schaaf die siegreiche Elf vom Wolfsburg-Spiel.

12.: Jurado flankt von links, Pukki kniet sich am Fünfer in den Ball und köpft ihn nur Zentimeter am langen Pfosten vorbei.

14.: Huntelaar diesmal der Vorbereiter, Höger steigt hoch und köpft den Ball aus zehn Metern am langen Eck vorbei.

16., 1:0, Raul: Huntelaar steht nach einer Ecke völlig blank, ballert den Ball zunächst an den Pfosten. Wiese lenkt den Abpraller mit einem unfreiwilligen Reflex genau Raul vor die Füße, der aus zwei Metern abstaubt.

20., 2:0, Raul: Fuchs sieht Raul im Zentrum einlaufen, Bremens Innenverteidigung pennt total. Raul lässt den Ball abtropfen. Huntelaar legt am Fünfer zur Mitte, wo Raul blitzschnell reagiert und aus sechs Metern einschiebt - allerdings aus Abseitsposition.

25.: Rosenberg legt am Strafraum per Kopf quer auf Pizarro, der zieht ab und verfehlt das Tor knapp. Aber die Aktion wird abgepfiffen, Abseits. Eine Fehlentscheidung.

42.: Raul auf Pukki. Der dreht sich schnell und zieht aus 17 Metern ab. Noch leicht abgefälscht, Wiese kratzt den Ball aus dem Winkel.

43.: Übler Fehlpass Ignjovski. Fuchs in die Gasse auf Huntelaar, der sofort abzieht. Wieder ist Wiese da und rettet mit einer Faust.

53.: Pizarro wurstelt sich durch und legt auf Rosenberg rüber. Dessen flachen Schuss aus zwölf Metern wehrt Unnerstall mit dem rechten Bein ab.

56.: Jurado toll auf Pukki. Der macht Wolf nass, muss dann aber auf Huntelaar rüberlegen. Der Finne macht es selbst und spitzelt den Ball aus 16 Metern knapp rechts vorbei.

63., 3:0, Raul: Raul im Mittelfeld raus auf Fuchs. Raul startet sofort in die Spitze durch. Die Flanke kommt perfekt, Raul nimmt den Ball aus elf Metern per Flugkopfball und verwandelt ins linke Eck.

67., 4:0, Papadopoulos: Jurado lässt Ignjovski wie nix stehen, flankt butterwich an den Fünfer. Papadopoulos schraubt sich unbedrängt hoch, Schmitz schaut nur zu. Kopfball aus sechs Metern, ab ins linke Eck.

70., 5:0, Huntelaar: Höger schickt Huntelaar, Schmitz schläft mal wieder. Huntelaar wartet lange, lupft den Ball dann aus halbrechter Position cool über Wiese ins lange Eck.

Fazit: Ein auch in der Höhe verdienter Sieg für Schalke. Bremen phasenweise unterirdisch und im Abwehrverhalten wie ein Abstiegskandidat.

Der Star des Spiels: Das Torjägerduell Huntelaar gegen Pizarro? Nicht mit Raul, der sich einfach frech dazwischen drängelte. Aus der Tiefe strahlte Raul so viel Torgefahr aus wie die gesamte Bremer Mannschaft zusammen. Ein überragendes Spiel, nicht nur wegen seiner drei Tore. Der Spanier hielt den Schalker Spielfluss (fast) permanent hoch. Auch nahezu perfekt: Jurado, der in den letzten Wochen richtig aufblüht.

Der Flop des Spiels: Die zwölf Bremer Feldspieler, die einmal mehr in einem Auswärtsspiel gegen einen Konkurrenten auf Augenhöhe am Bundesligaformat vorbei agierten.

Der Schiedsrichter: Manuel Gräfe hatte die Partie gut im Griff, wurde bei einigen gravierenden Abseitsentscheidungen aber von seinen Assistenten im Stich gelassen. Gelb für Fritz beim Foul an Jurado geht in Ordnung, Rot wäre eine Spur zu hart gewesen.

Analyse: Schalke fand besser ins Spiel, vor allem über links fädelten die Gastgeber ihre Angriffe ein. Prödl hatte große Probleme mit dem wuseligen Jurado, im Zentrum konnten Bargfrede und Fritz die rochierenden Schalker Gegenspieler nicht stellen. Raul tat sich dabei hervor, der Spanier füllte die Rolle des verletzten Holtby nahezu perfekt aus und kam immer wieder aus der Tiefe.

Der Schalker Doppelschlag spiegelte die Kräfteverhältnisse wieder - auch wenn Raul bei seinem zweiten Treffer einen Hauch im Abseits stand. Besonders eklatant agierte da aber Bremens Innenverteidigung, die beim Pass von Fuchs quasi nicht existent war.

Bemerkenswert: Schalke zog sich nach der beruhigenden Führung nicht zurück und verwaltete, sondern spielte weiter forsch nach vorne.

Werder hatte dem druckvollen Spiel der Gastgeber bis zur Pause kaum noch etwas entgegenzusetzen und war mit dem Zwei-Tore-Rückstand noch bestens bedient.

Nach der Pause verschob Bremen sein ganzes Spiel zehn Meter nach vorne und wurde deshalb und durch den offensiven Wechsel (Arnautovic für Prödl) für zehn Minuten gefährlicher. In die zaghafte Bremer Drangperiode hinein entschied Raul wieder nach einem Angriff über links die Partie.

Dass sich Bremen danach förmlich abschlachten ließ, wurde einer ambitionierten Mannschaft wie der der Bremer aber nicht gerecht. Schalke machte mit den Gästen phasenweise, was es wollte, und degradierte den bemitleidenswerten Wiese zur Schießbudenfigur.

Schalke - Bremen: Daten zum Spiel

Stefan Rommel / Eugen Epp

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