Bundesliga - 17. Spieltag

Nemec: "Treffer gegen drei Punkte tauschen"

SID
Montag, 19.12.2011 | 11:28 Uhr
Adam Nemec sorgte für den vielumjubelten Ausgleichstreffer des 1. FC Kaiserslautern
© Getty
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Exakt 180 Tage nach seinem Sturz vom Kirschbaum hat Adam Nemec dem 1. FC Kaiserslautern durch sein Tor beim 1:1 (0:1) gegen Hannover 96 einen Punkt gerettet. Dennoch überwintert der FCK auf dem Relegationsplatz.

Am 21. Juni fiel Adam Nemec beim Kirschenpflücken vom Baum, 180 Tage später ließ der Slowake in Diensten des 1. FC Kaiserslautern die Kirsche endlich wieder im Netz zappeln.

Doch obwohl der Stürmer dem FCK einen Punkt im letzten Hinrunden-Spiel der Bundesliga rettete, konnte er sich im Anschluss an das 1:1 (0:1) gegen Hannover 96 nicht über sein erstes Tor nach langer Leidenszeit freuen.

"Ich würde den Treffer gegen drei Punkte tauschen", sagte der 26-Jährige, der aufgrund des Unfalls im heimischen Garten vier Monate ausgefallen war.

"Wir schießen keine Tore"

Wie seine Kollegen, sein Trainer Marco Kurz und sein Klubchef Stefan Kuntz ärgerte sich auch Nemec über die verpasste Chance auf einen wichtigen Sieg im Abstiegskampf.

"Es nervt, dass wir wieder die eigentlich verdienten drei Punkte nicht geholt haben", äußerte der Angreifer, und legte den Finger in die Wunde: "Die Chancen sind da, aber wir schießen keine Tore. So kann man nicht gewinnen. Wir müssen effektiver werden, wenn wir in der Liga bleiben wollen."

In der Tat ist die mangelhafte Chancenverwertung der Hauptgrund dafür, dass die Roten Teufel die Negativ-Bilanz von sieben Spielen in Folge ohne Sieg mit in die Winterpause nehmen.

Die Pfälzer, die magere 16 Punkte auf dem Konto haben und die mit 13 Toren die schlechteste Offensive der Eliteklasse stellen, müssen nach dem dritten 1:1 in Folge auf dem Relegationsplatz überwintern.

"Wir sind Kaiserslautern und nicht Bayern"

"Natürlich wird es eng. Aber wir sind Kaiserslautern und nicht Bayern. Wir müssen den Abstiegskampf annehmen", sagte Nemec, der nach seiner Einwechslung zu Beginn der zweiten Hälfte sein viertes Bundesligator erzielte (68.). Schon zuletzt war der zweimalige slowakische Nationalspieler, der bei seinem Sturz zwei Brustwirbelbrüche und einen Schlüsselbeinbruch erlitten hatte, dreimal in den Schlussminuten zum Einsatz gekommen.

Ob Nemec zukünftig von Beginn an auflaufen darf, liegt nicht in den Händen des Stürmers. "Ich bin bei 110 Prozent. Ich fühle mich gut. Aber der Trainer ist der Chef. Es ist seine Entscheidung", sagte Nemec: "Ich spiele da, wo mich der Trainer hinstellt. Wenn er sagt, ich soll hinten links spielen, dann spiele ich hinten links."

Die Zukunft von Nemec, dessen Sturmpartner Itay Shechter kurz vor Schluss wegen einer Tätlichkeit vom Platz gestellt wurde (88.), ist für Kapitän Christian Tiffert allerdings nur ein Teilaspekt. Der Spielmacher, der mit seinen Kollegen vor 36.019 Zuschauern nach dem Treffer von Mohammed Abdellaoue (13.) lange dem Rückstand hinterherlaufen musste, forderte für die Rückrunde mehr Siege.

"Natürlich nervt es, wenn man immer wieder Punkte verschenkt. Wir betreiben viel Aufwand. Aber das bringt uns nicht weiter, wenn wir immer nur einen Punkt holen", sagte Tiffert: "Es reicht nicht, gut zu spielen. In jeder Saison steigt mindestens ein Team ab, das gut gespielt hat. Wir müssen alles daransetzen, damit uns das nicht passiert."

Pokal? "Da ist Geld zu verdienen"

Darauf hofft auch Vorstandsboss Kuntz. "Wir wollen weiter kleine Schritte nach vorne machen", äußerte der Europameister von 1996, der ein durchwachsenes Hinrunden-Fazit zog:

"Den Tabellenplatz haben wir erwartet. Mehr erwartet habe ich bei der Chancenwertung. Und wir haben ein paar Punkte liegen gelassen, die wir nur noch aufheben mussten."

Ob sich der FCK, der Offensivspieler Nicolai Jörgensen von Bayer Leverkusen für die Rückrunde ausgeliehen hat, zusätzlich verstärken wird, hängt auch vom Ausgang des Pokal-Achtelfinals bei Hertha BSC ab. "Der Mittwoch ist nicht unerheblich, wenn man unseren wirtschaftlichen Rahmen kennt", sagte Kuntz: "Da ist Geld zu verdienen, zudem wäre ein Sieg für die Moral wichtig. Danach werden wir überlegen, welche Position wir verbessern wollen."

Kaiserslautern - Hannover: Daten zum Spiel

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