Derby-Sieg: Dortmund zurück an der Spitze

Von Fatih Demireli / Marc Oliver Robbers
Samstag, 26.11.2011 | 17:17 Uhr
Felipe Santana erzielte das vorentscheidende 2:0 gegen Schalke 04
© Getty
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Borussia Dortmund hat die Niederlage in der Champions League gegen den FC Arsenal gut weggesteckt. Der BVB gewann im Revierderby gegen den FC Schalke 04 mit 2:0 (1:0) und hat zumindest bis Sonntag die Tabellenführung in der Bundesliga übernommen. Schalke hat unter Huub Stevens erstmals auswärts verloren.
 

Robert Lewandowski (15.) und Felipe Santana (61.) sorgten für den 28. Derby-Sieg des BVB in der Bundesliga gegen Schalke. Bei den Knappen sind Jermaine Jones und Kyriakos Papadopoulos nach ihrer fünften Gelben Karte im Heimspiel gegen den FC Augsburg gesperrt.

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Klopp rotiert: Großkreutz und Kagawa bekommen eine Pause, Kuba und Barrios rücken in die Startelf. Letzterer spielt ganz vorne, Lewandowski dahinter. Den verletzten Bender ersetzt Leitner.

Bei Schalke keine Überraschungen. Baumjohann erneut für den verletzten Farfan.

2.: Papadopoulos foult Lewandowski 28 Meter vor dem Tor. Schmelzer zirkelt den Ball aus halbrechter Position ganz knapp am rechten Pfosten vorbei.

15., 1:0, Lewandowski: Fuchs foult Blaszczykowski. Den fälligen Freistoß bringt Schmelzer aus dem rechten Halbfeld in den Strafraum. Dort steht Lewandowski völlig frei und köpft aus sieben Metern zur Führung ein.

29.: Kuba flankt von rechts zurück auf den nachstürmenden Götze, der nimmt die Kugel direkt mit und steht frei vor Unnerstall, der den Ball mit einem super Reflex abwehrt. Matip klärt dann vor dem heranrauschendem Barrios auf der Linie.

61., 2:0, Santana: Kuba köpft nach einer geklärten Ecke den Ball zurück in den Strafraum. Hummels legt per Kopf quer rüber zu Barrios, der zunähst an Unnerstall scheitert. Aber aus dem Hintergrund kommt Santana und schiebt zum 2:0 ein!

66.: Lewandowski mit einem Dampfhammer aus 17 Metern. Unnerstall klatscht nach vorne ab, aber ist rechtzeitig vor dem heranrauschenden Barrios zur Stelle.

Fazit: Schalke entfachte nur zehn Minuten nach der Pause Offensivfeuer, gab sich nach dem 0:2 aber quasi auf. Verdienter Derby-Sieg für Dortmund.

Der Star des Spiels: Robert Lewandowski. Nach der Rückkehr von Lucas Barrios in die Startelf musste der Pole nach Wochen eine Position nach hinten rücken, fand sich aber auf Anhieb gut ein und war der gefährlichste Dortmunder. Neben vier Torschussbeteiligungen sprang auch noch der Führungstreffer heraus. 45 Minuten ganz stark beim BVB: Blaszczykowski.

Der Flop des Spiels: Joel Matip. Sehr unsicherer Auftritt des Youngsters, der sehr unruhig spielte, viele Stellungs- und Stockfehler fabrizierte. Matip versuchte hier und da mit Solovorstößen offensiv zu helfen, aber spielte dann den Ball wieder meterweit zurück. Vor dem 0:2 rutscht er zudem weg und war an dem Gegentor nicht schuldlos.

Der Schiedsrichter: Florian Meyer. Manchmal zu kleinlich in der Zweikampfbewertung, aber nichts gravierendes. Verstand es durch eine klare Ansprache früh für Ruhe zu sorgen. Er hielt Jones trotz einiger wilder Grätschen im Spiel, was nicht unbedingt negativ betrachtet werden muss. Für Diskussionen sorgte das Foul von Fuchs an Blaszczykowski vor dem 1:0. Fuchs war zwar früher am Ball, aber nahm mit dem gestrecktem Bein eine Verletzung in Kauf.

Analyse: Dortmund ließ sich die Strapazen aus München und London nicht anmerken, spielte früh Pressing und drängte Schalke in die eigene Hälfte. Aktivposten der Borussen war in dieser Phase Blaszczykowski, der konsequent über die rechte Seite attackierte und ausnahmslos bei jedem Zuspiel einen Mitspieler fand. Das gleiche Bild auf der anderen Seite, wo aber nicht etwa Götze, sondern der sehr offensiv denkende Schmelzer Uchida und Baumjohann beschäftigte.

Schalke fand 45 Minuten offensiv überhaupt nicht statt, weil Dortmund die Passwege komplett zustellte. Schalkes Außenverteidiger Fuchs und Uchida kamen fast nie auf die Idee, die Mittellinie zu überqueren. Überzahlspiel oder Kombinationsmöglichkeiten waren so unmöglich.

So versuchten Matip, Jones oder Holtby sich damit zu behelfen, mit dem Ball weite Wege zu gehen, spielten aber dann mangels Anspielstationen den Ball wieder Meter weiter zurück. So entstand nie Raumgewinn und letztlich auch keine Gefahr. Symptomatisch: Weidenfellers erster Ballkontakt datierte von der 18. Minute - den ersten ernstzunehmenden Torschuss gab Schalke in der 53. Minute ab.

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Dies war auch das erste Signal, dass Schalke besser aus der Kabine kam. Mit harter Gangart im Zentrum und konsequenterem Nachsetzen fand Schalke ins Spiel und auch Räume, weil auch Dortmund zu schnell auf "abwarten" umstellte. Genau in dieser Phase sorgte eine Unachtsamkeit in der Schalker Hintermannschaft für das 0:2 und so für die Vorentscheidung. Schalkes mangelnde Kreativität gepaart mit der Dortmunder Sicherheit ließen keine Spannung mehr aufkommen.

Dortmund - Schalke: Daten zum Spiel

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