Fussball

Reisinger und das Tor der Gerechtigkeit

SID
Stefan Reisinger erzielte den Ausgleich in letzter Minute
© Getty

Doppeltorschütze Stefan Reisinger fühlte sich trotz eines "geklauten" Treffers als Matchwinner. Der Freiburger Edeljoker war der entscheidende Spieler beim 2:2 (0:2) gegen Hertha BSC. Schiedsrichter Markus Wingenbach stand wegen eines vergessenen Pfiffes im Mittelpunkt.

Dass sich Doppeltorschütze Reisinger nach dem 2:2 (0:2) in einer turbulenten Partie nicht gänzlich als Matchwinner fühlen durfte, war der Vergesslichkeit des Schiedsrichters Markus Wingenbach geschuldet.

Der Unparteiische aus Diez erkannte Reisingers zunächst gezählten Treffer zum vermeintlichen 2:2 (81.) mit zweiminütiger Verzögerung wieder ab, weil er den Eckball vor dem Kopfballtor noch nicht freigegeben hatte. Reisinger nahm es mit Humor: "Drei Tore sind mir noch nie geglückt. Leider haben nur zwei gezählt", sagte der erst in der 53. Minute eingewechselte Reisinger, der sich sein "geklautes" Tor in der fünften Minute der Nachspielzeit einfach zurückholte.

"Dass ich da nochmal getroffen habe, war ein Traum und ganz wichtig für unsere Moral", sagte der 30-Jährige nach seinem Geniestreich zum gerechten Endstand.

Fingerspitzengefühl

Der auch wegen anderer Entscheidungen kritisierte Wingenbach war auf den ausgebliebenen Pfiff vor der Ecke erst vom Vierten Offiziellen Georg Schalk hingewiesen worden. Nach längerer Diskussion sah Wingenbach sein Missgeschick ein und erkannte folgerichtig den Treffer wieder ab.

"Der Schiedsrichter hat uns angedeutet, dass er anpfeifen wird. Das hat er nicht gemacht", sagte Berlins Torschütze Peter Niemeyer und sprach von einer "großen Entscheidung" Wingenbachs im Hexenkessel. Der 32-Jährige ließ sich auch von Protesten der Freiburger und einem Pfeifkonzert nicht irritieren.

Julian Schuster, der die Ecke für die abstiegsgefährdeten Gastgeber getreten hatte, warf Wingenbach indes "fehlendes Fingerspitzengefühl" vor. "Außer ihm hätte das im Stadion niemand gemerkt", sagte der Mittelfeldspieler.

"Es war unglücklich"

Etwas aus der Schusslinie nahm ausgerechnet SC-Trainer Marcus Sorg den Unparteiischen. "Natürlich war es unglücklich, dass sich nach dem Tor alles so lange fortgesetzt hat. Aber wenn er nicht angepfiffen hat, muss man ihm für die dann getroffene Entscheidung Respekt zollen", erklärte Sorg.

Der 45 Jahre alte Coach hatte ein glückliches Händchen bewiesen, als er Reisinger kurz nach der Pause ins Rennen schickte. "Stefan kann eben ein ganzes Stadion mitreißen, wenn er eingewechselt wird. Das hat er wieder gemacht", sagte Sorg über seinen Routinier, der seit seinem Wechsel von der SpVgg Greuther Fürth 2009 noch nie über längere Zeit Stammspieler war.

Für die Hertha-Profis avancierte Reisinger jedenfalls zum Schreckgespenst. Nach Treffern von Adrian Ramos (20.) und Niemeyer (45.+1) waren die auswärtsstarken Berliner, die seit 2001 nicht mehr in Freiburg verloren haben, mit einem 2:0 in die Kabine gegangen.

"Deshalb ist es bitter, dass wir schon zum zweiten Mal in dieser Saison durch ein Gegentor in der Nachspielzeit Punkte liegen lassen", haderte Gästecoach Markus Babbel.

Freiburg - Hertha: Daten zum Spiel

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