Fussball

Traumstart für den VfB

Von Thomas Gaber/Daniel Reimann
Cacau (r., im Duell mit Höwedes) brachte den VfB Stuttgart in Führung
© Getty

Start nach Maß für den VfB Stuttgart in der fertiggestellten Mercedes-Benz-Arena. Die Schwaben bezwangen am 1. Bundesliga-Spieltag den FC Schalke 04 mit 3:0 (1:0). Cacau (37.), Martin Harnik (56.) und Shinji Okazaki (89.) erzielten die Tore für die Mannschaft von Trainer Bruno Labbadia.

Schalke zeigte die bessere Spielanlage, wurde aber für Fehler in der Abwehr nach hohen Bällen bestraft. Der Sieg fällt etwas zu hoch aus.

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Der VfB mit zwei Neuzugängen in der Startelf: Maza in der Innenverteidigung und Kvist im defensiven Mittelfeld. Gentner bekommt auf links den Vorzug gegenüber Okazaki. Bicakcic, Delpierre, Niedermeier, Audel, Gebhart und Schieber fehlen wegen Verletzung bzw. Reha.

Schalke muss auf Farfan, Jurado, Moritz, Escudero, Hoogland, Kenia und Marica verzichten. Metzelder hat das Duell gegen Papadopoulos erstmal verloren und sitzt nur auf der Bank. Höger spielt wie im Pokal statt Uchida hinten rechts. Draxler muss Jones weichen, da Rangnick das Zentrum mit einem defensiv starken Spieler dicht machen will.

16.: Freistoß S04: Fuchs nimmt aus 28 Metern Maß und hält Richtung Torwarteck drauf. Ulreich faustet die Kugel ungeschickt nach vorne, zu seinem Glück klärt ein VfB-Verteidiger.

18.: Ein Schalker Einwurf aus dem Mittelfeld fliegt bis an den Strafraum, wo Baumjohann von Tasci alleingelassen wird. Doch der Schalker schließt völlig überhastet mit links meilenweit am Tor vorbei.

25.: Freistoß Baumjohann von rechts. Am zweiten Pfosten steigt Papadopoulos hoch. Wuchtiger Kopfball, Millimeter zu weit links.

28.: Baumjohann gibt am rechten Flügel Gas, Maßflanke Richtung Elfmeterpunkt. Raul ist per Kopf zur Stelle, doch er nickt die Kugel knapp am rechten Pfosten vorbei.

37., 1:0, Cacau: Ecke Hajnal von rechts. Maza schraubt sich elf Meter vor dem Tor in die Luft und köpft auf den linken Pfosten, wo Cacau steht und aus zwei Metern einköpft.

50.: Plötzlich explodiert Huntelaar! Am linken Strafraumeck angespielt, sucht er sofort den Abschluss. Knallharter Rechtsschuss - Ulreich fischt die Kugel aus dem linken Eck.

51.: VfB-Konter. Über Kvist und Hajnal kommt der Ball zu Harnik. Der ist durch scheitert an Fährmann, Nachschuss Cacau aus neun Metern, überhastet - rechts vorbei.

56., 2:0, Harnik: Schnell ausgeführter Freistoß im Mittelfeld, Molinaro wird über links geschickt. Ganz feine Flanke an den Fünfer, Fährmann klebt auf der Linie. Fuchs lässt Harnik aus fünf Meter Torentfernung köpfen - 2:0.

71.: Draxler spielt Fuchs über links frei, der bringt die Kugel flach an den Fünfer, wo Moravek die Fußspitze rein hält. Allerdings leicht zu halten für Ulreich.

75.: Draxler mit einer scharfen Hereingabe von links, Moravek schießt aus sechs Metern freistehend Ulreich an.

89., 3:0, Okazaki: Der Japaner nimmt einen langen Ball am rechten 16er-Eck an, spielt Fuchs aus und jagt das Ding mit Schmackes in den linken Giebel.

Fazit: Verdienter Sieg für den VfB, der im Gegensatz zu Schalke zwei seiner zahlreichen Chancen nutzte. Spielerisch blieben beide Mannschaften einiges schuldig.

Der Star des Spiels: Zdravko Kuzmanovic. Unauffällig, aber einfach gut. Kuzmanovic war Chef im VfB-Mittelfeld, zog Neuzugang Kvist mit, verteilte die Bälle und gewann 64 Prozent seiner Zweikämpfe.

Der Flop des Spiels: Raul. Der Spanier begann im 4-2-3-1 auf der Zehn, spielte dann zwischen der 46. und 65. Minute im 4-4-2 zweite Spitze neben Huntelaar und wurde nach Edus Einwechslung wieder auf die Zehn gestellt. Egal wo Raul spielte - er konnte sich nie in Szene setzen, hatte die wenigsten Ballkontakte aller Feldspieler und gewann nur 22 Prozent seiner Zweikämpfe.

Der Schiedsrichter: Wolfgang Stark lag bei Gentners Schwalbe (8.) mit der Gelben Karte völlig richtig. Der in der letzten Saison viel kritisierte FIFA-Referee leitete das Spiel fehlerfrei.

Analyse: Die ersten 20 Minuten waren auf beiden Seiten geprägt von Hektik und dem (letztlich misslungenen) Versuch, Struktur ins Angriffsspiel zu bringen. Torchancen gab es dennoch, weil sich beide Abwehrreihen dicke Böcke erlaubten. Tasci, Maza, Papadopoulos und Höwedes - jeder Innenverteidiger ermöglichte dem Gegner jeweils eine Großchance.

Mitte der ersten Halbzeit übernahm Schalke das Kommando. Auffällig war vor allem die rechte Seite mit dem agilen Baumjohann, der mehrere gute Flanken in die Mitte schlug.

Beim VfB wurde es dann gefährlich, wenn sich Cacau fallen ließ und Gentner oder Harnik in die Spitze gingen. Das Führungstor fiel jedoch aus dem Nichts und in eine Schalker Drangphase. Stuttgart machte sich dabei die eklatanten Schalker Schwächen zunutze, die sich auch nach der Pause zeigten.

Rangnick änderte zu Beginn der zweiten Halbzeit das System. Draxler kam für Matip, Schalke spielt fortan im 4-4-2 mit Raute im Mittelfeld. Die Knappen kamen zu mehreren Chancen, scheiterten aber entweder am starken Ulreich oder an sich selbst.

Stuttgart zog sich in der zweiten Halbzeit zurück und setzte auf Konter. Weil die Schalker auch in der Rückwärtsbewegung ihre Probleme hatten, ergaben sich einige gute Torchancen, die aber mitunter kläglich vergeben wurden.

Stuttgart - Schalke: Daten zum Spiel

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