Fussball

Meister BVB glänzt zum Auftakt gegen Hamburg

Von Jochen Tittmar / Daniel Reimann
Dortmunds Kevin Großkreutz (r.) erzielte das erste Tor der Bundesliga-Saison 2011/2012
© Getty

Der deutsche Meister Borussia Dortmund hat zum Auftakt der 49. Bundesligasaison am Freitagabend den Hamburger SV im eigenen Stadion nach einer beeindruckenden Vorstellung mit 3:1 (2:0) geschlagen.
 

Vor 80.720 Zuschauern im Dortmunder Signal Iduna Park trafen Kevin Großkreutz (17., 48.) und Mario Götze (29.) zum Sieg für die Borussia. Den Ehrentreffer für den HSV erzielte Robert Tesche (79.).

Reaktionen:

Trainer Jürgen Klopp (Borussia Dortmund): "Bis zum 3:0 war es richtig stark. Ich weiß, dass die Buben ordentlich kicken können, das hat heute den Unterschied gemacht. Mit Ball waren wir sehr zielstrebig und gierig, das wollten wir auch sehen."

Trainer Michael Oenning (Hamburger SV): "Man muss anerkennen, dass Borussia Dortmund im Moment in einer anderen Liga spielt. Der BVB hat eine tolle erste Halbzeit gespielt, das muss man neidlos anerkennen. Da haben sie fast alles richtig gemacht. Dann war es schwer für die junge, neu formierte Mannschaft, nicht unterzugehen. Das haben wir geschafft. Wir haben uns bis zum Ende gewehrt."

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Beim BVB debütiert Löwe in der Bundesliga und vertritt den verletzten Schmelzer als Linksverteidiger. Im Sturm tut dies Lewandowski für Barrios. Innenverteidiger Subotic zog sich einen leichten Faserriss im Adduktorenbereich zu (ca. zehn Tage Pause) und wird durch Santana ersetzt. Auf der Sechs entschied sich Klopp für Bender und gegen Kapitän Kehl.

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Der HSV wie erwartet im 4-2-3-1 mit den Neuzugängen Mancienne und Töre in der Startelf. Son muss wegen Fieber passen. Rincon spielt für Jarolim neben Kacar im defensiven Mittelfeld.

14.: Dortmund erobert im Mittelfeld den Ball, der dann bei Kagawa landet. Der hält ansatzlos aus 25 Metern drauf und jagt die Kugel nur knapp am rechten Pfosten vorbei.

17., 1:0, Großkreutz: Götze zieht mit dem Ball durch die HSV-Hälfte und wird nicht angegriffen. Großkreutz hat halblinks Platz und bekommt die Kugel in den Lauf. Eiskalter Abschluss mit links, vom rechten Innenpfosten springt der Ball ins Netz.

25.: Piszczek von rechts mit links in die Mitte zu Kagawa. Der kann das Leder zuerst nicht kontrollieren, vernascht dann aber zwei HSV-Verteidiger und knallt die Kugel aus 14 Metern an den rechten Pfosten.

29., 2:0, Götze: Götze spielt Lewandowski am Strafraum an, der legt die Kugel per Hacke zurück in den Lauf von Götze. Der schiebt die Kugel frei vor Drobny rechts ins Netz.

48., 3:0, Großkreutz: Götze dribbelt sich über rechts durch und zieht zur Mitte. Doppelpass mit Bender, dann legt er zu Großkreutz zurück. Der nimmt die Kugel direkt, scheitert aber zunächst an Drobny. Im zweiten Versuch stochert er den Ball über die Linie.

56.: Erster brauchbarer Angriff der Gäste: Jansen passt von links flach ans linke Fünfereck. Petric grätscht dazwischen und bugsiert die Kugel links am Tor vorbei.

79., 3:1, Tesche: Nach einer Töre-Ecke kommt Jansen zum Kopfball - Kagawa klärt auf der Linie. Danach Chaos im BVB-Strafraum, Tesche behält den Überblick und netzt aus sechs Metern mit rechts ein.

Fazit: Spielerisch beeindruckender Sieg des Titelverteidigers, der sich in erstaunlich starker Frühform präsentierte - ein erstes Warnsignal an die Konkurrenz ist gesendet.

Der Star des Spiels: Mario Götze. Ruhig und nahezu technisch perfekt am Ball, dynamisch und schnell ob mit oder ohne Kugel, dazu extrem spielintelligent - die Liste der positiven Eigenschaften des 19-Jährigen lässt sich mühelos fortsetzen.

Bereitete beide Großkreutz-Tore vor und traf selbst zum vorentscheidenden 2:0. Sehr harmonische Abstimmung mit Piszczek auf der rechten Seite und ordentliche Arbeit gegen den Ball.

Der Flop des Spiels: Eljero Elia. Das Bemühen war dem Niederländer nicht abzusprechen, allerdings gelang ihm dabei rein gar nichts. Gewann seinen ersten Zweikampf erst nach über 20 Minuten. Bei Ballbesitz fast schon überfordert ob der sofortigen Dortmunder Präsenz. Versuchte es nach einiger Zeit auch einmal auf der rechten Seite - mit demselben Ergebnis. Zur Pause gegen Jansen ausgewechselt.

Der Schiedsrichter: Dr. Felix Brych. Stand kaum im Fokus, leitete umsichtig und ruhig - das beste Zeugnis, das man einem Unparteiischen ausstellen kann. Die Gelbe Karte gegen Lewandowski (84.) war allerdings überzogen.

Analyse: In den ersten zehn Minuten wussten die Gäste noch zu gefallen, versuchten sich im schnellen Umschalten in die Offensive und kamen dabei meist über die Flügel.

Das hatte der BVB schnell durchschaut und holte sich in der Folge genau dort die Bälle ab. Wie in der Meistersaison wurde der Ballführende quasi automatisiert 20 Meter vor und hinter der Mittellinie sofort von zwei oder gar drei Mann unter Druck gesetzt.

Bei Ballgewinn ging es mit wenigen Kontakten direkt in die Spitze, die Außenverteidiger und Gündogan rückten nach und schoben so den unsortierten HSV immer tiefer in die eigene Hälfte.

Dort kamen die Rothosen kaum heraus. Handlungsschnelligkeit im Mittelfeld, Abstimmung innerhalb der Mannschaftsteile, Bewegung im Aufbauspiel, Übergeben der Gegenspieler - all dies fehlte bei Hamburg.

Ähnliches Bild auch im zweiten Durchgang: Das laufstarke Dortmund weiterhin auch in der Zentrale dominant im Spiel gegen den Ball und mit schnörkellosem Direktspiel auf dem Weg Richtung HSV-Gehäuse.

Erst nach dem schnellen 3:0 ließ sich die Borussia bewusst etwas fallen. Die vereinzelt größer werdenden Räume konnte der spielerisch viel zu umständlich agierende HSV allerdings nicht nutzen, um sich in Dortmunds Hälfte einmal nachgiebig festzusetzen.

Dortmund - Hamburg: Daten zum Spiel

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