Hannover überrascht sich selbst

SID
Montag, 27.09.2010 | 12:54 Uhr
Hannover 96 hat jetzt 13 Punkte auf dem Konto
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Hannover 96 ist durch des 1:0 (1:0) am 6. Spieltag beim 1. FC Kaiserslautern auf den dritten Tabellenplatz geklettert. Der Erfolg überrascht die als Abstiegskandidat gehandelten Niedersachsen selbst am meisten.

Von Vergleichen mit dem Sensations-Spitzenreiter wollte Jörg Schmadtke trotz des besten Saisonstarts der Vereinsgeschichte nichts wissen.

"Die Mainzer sind die größere Überraschung, weil die 18 Punkte haben und wir nur 13", sagte der Sportdirektor von Hannover 96 nach dem 1:0 (1:0) am 6. Spieltag bei Aufsteiger 1. FC Kaiserslautern.

Dennoch scheinen die Verantwortlichen des Tabellendritten vom Erfolg selbst am meisten überrascht zu sein. Anstatt mit dem erwarteten Abstiegskampf müssen sich die Niedersachsen mit steigenden Erwartungen auseinandersetzen.

Schmadtke muss umdenken

"Der Trend ist positiv, 13 Punkte finde ich gut. Aber eine Spitzenmannschaft wird man nicht über Nacht", antwortete Schmadtke auf die bohrenden Fragen nach einer Änderung der Saisonziele. Dem Ex-Profi war anzumerken, dass ihm der derzeitige Höhenflug irgendwie unheimlich vorkommt.

Schmadtke hatte aufgrund des engen finanziellen Spielraums, den Differenzen mit Trainer Mirko Slomka vor Saisonbeginn und dem peinlichen Pokal-Aus beim Viertligisten SV Elversberg wohl mit einem ganz anderen Saisonverlauf gerechnet. Nun muss auch der Manager umdenken.

"Wir lernen gerade, mit dem Erfolg umzugehen. Der Sieg war auf diesem Weg wieder ein wichtiger Schritt, denn es ist schon eine andere Situation, mit der wir umgehen müssen", sagte Schmadtke nach dem etwas schmeichelhaften Erfolg im 750. Erstliga-Spiel der Niedersachsen, den der norwegische Angreifer Mohammed Abdellaoue vor 40.115 Zuschauern im Fritz-Walter-Stadion mit seinem vierten Saisontor gesichert hatte (33.).

Ob Abdellaoue am kommenden Freitag gegen den FC St. Pauli sein Trefferkonto weiter aufbessern kann, schenit jedoch fraglich. Mit einer Schädelprellung musste er gegen den FCK in der 78. Minute vom Feld. An Training mit der Mannschaft ist in den nächsten Tagen erst einmal nicht zu denken. Abdellaoues Sturmpartner Didier Ya Konan fällt gegen die Hamburger definitiv aus. Der Ivorer erlitt im Spiel bei den Pfälzern eine Innenbandzerrung im Knie.

Spieler bleiben am Boden

Ähnlich wie Schmadtke analysierte Slomka die Lage beim zweimaligen deutschen Meister. "Im Fußball ist vieles möglich. Doch damit hat niemand gerechnet. Das ist schon eine außergewöhnliche Situation für Hannover 96", erklärte der Coach, der gemeinsam mit seinen Schützlinge aber nicht nur staunen, sondern die Chance beim Schopf packen will.

"Wir haben im nächsten Heimspiel gegen St. Pauli die Möglichkeit, uns oben festzubeißen. Und wir wollen die Chance nutzen, wenn sie uns geboten wird", sagte Slomka.

Im Gegensatz zu Slomka trauen sich die Profis noch nicht, den Blick nach oben zu richten. Die Spieler haben die Abstiegskampf-Sprachregelung offenbar zu stark verinnerlicht. "Wir dürfen nicht abheben. Unser Saisonziel bleiben die 40 Punkte. Wenn wir die erreicht haben, sehen wir weiter", meinte der Österreicher Emanuel Pogatetz: "Der momentane Lauf ist mir aber nicht wirklich unheimlich, wir arbeiten schließlich alle sehr hart."

Fromlowitz: "Die Tabelle ist ein schöner Anblick"

Nach Ansicht von Torwart Florian Fromlowitz könnte der Sieg an seiner alten Wirkungsstätte ein Meilenstein in der Entwicklung des Teams sein.

"Der Erfolg war von elementarer Bedeutung. Nun müssen wir kühlen Kopf bewahren und weiter als Kollektiv auftreten", sagte der Keeper: "Die Tabelle ist ein schöner Anblick, aber es sind noch ein paar Spiele zu absolvieren. Wir müssen so wie bisher weitermachen."

Weitermachen wie zuletzt sollten die Lauterer dagegen nicht. Nach den zwei Siegen zu Saisonbeginn konnten die Roten Teufel nur noch einen Punkt aus den zurückliegenden vier Partien ergattern. Für Trainer Marco Kurz ist die Entwicklung aber noch kein Grund zur Panik: "Wir mussten zuletzt Lehrgeld zahlen. Das ist ein Lernprozess, den wir eben gehen müssen."

Kaiserslautern - Hannover: Daten zum Spiel

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