"Ein Spieler, der Leben in die Bude bringt"

SID
Samstag, 18.09.2010 | 20:27 Uhr
Die Schrecksekunde für die Wölfe: Diego musste verletzt vom Platz getragen werden
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Diego stand beim VfL Wolfsburg einmal mehr im Mittelpunkt des Interesses. Der teilweise übermotivierte Brasilianer brachte die Wölfe auf die Siegerstraße, musste aber nach Spielende ins Krankenhaus. Wolfsburg freute sich über die ersten drei Punkte während Hannover-Trainer Mirko Slomka mit dem Schiedsrichter haderte.

Erst ein Traumtor per Fallrückzieher, dann zum Röntgen ins Krankenhaus: Spielmacher Diego war beim ersten Saisonsieg des VfL Wolfsburg der Mann des Tages. Der Brasilianer wies seiner Mannschaft beim 2:0 (0:0) über Hannover 96 im Niedersachsen-Derby den Weg aus der Krise.

Mitfeiern konnte er aber nicht. Nach einer brutalen Kung-Fu-Einlage von Constant Djakpa folgte im Krankenhaus die ernüchternde Diagnose: Bluterguss im Rippenbereich und tiefe Schürfwunden.

"Er ist ein Spieler der Leben in die Bude bringt", sagte Dieter Hoeneß über seinen umtriebigen Spielmacher. Der Manager des VfL Wolfsburg war sich selten zuvor so sicher, dass sich die 15 Millionen Euro Ablösesumme an Juventus Turin gelohnt hatten. "Er hat ein wunderbares Tor geschossen", meinte Hoeneß über den Treffer zum 1:0. Nach einer verunglückten Flanke setzte Diego am Fünfmeterraum zum Fallrückzieher an und wuchtete den Ball ins Netz.

Diego übermotiviert

Diego wirkte von Beginn wie elektrisiert. Bereits nach vier Minuten sah er wegen Meckerns die Gelbe Karte. Kurz nach der Halbzeit hatte er Glück, dass WM-Schiedsrichter Wolfgang Stark (Ergolding) ihm nach einem harten Zweikampf mit Konstantin Rausch nicht Gelb-Rot zeigte. "Er muss ruhiger werden. Er kassiert zu schnell Gelb", mahnte Hoeneß hinterher.

Spätestens mit seinem spektakulären Treffer war Diego die Reizfigur auf dem Feld. Hannovers Fans pfiffen ihn aus, zündeten Feuerwerkskörper, sodass die Partie unterbrochen werden musste.

Diego selbst rieb sich in Zweikämpfen auf, ehe er in der 67. Minute mit einer offenen Wunde vom Platz getragen werden musste. Die Diagnose nach dem Spiel: Bluterguss im Rippenbereich und tiefe Schürfwunden. Sein Einsatz am Mittwoch im Spiel beim Hamburger SV ist allerdings nicht gefährdet.

"Drei wichtige Punkte"

"Diego ist ein emotionaler Mensch. Heute hat er überzeugt. Das Tor war ganz wichtig", sagte Wolfsburgs Kapitän Edin Dzeko über den Spielmacher. Der Bosnier sorgte in der 67. Minute mit dem Tor zum 2:0 für die Entscheidung. Nach einem langen Ball war Hannovers Keeper Florian Fromlowitz am Ball vorbeigerutscht. Dzeko brauchte nur ins leere Tor einzuschieben.

"Das waren heute wichtige drei Punkte, Darauf müssen wir aufbauen", sagte Wolfsburgs Trainer Steve McClaren. Der Coach hatte wieder auf das alte System mit Raute im Mittelfeld umgestellt. Vorne spielte das einstige Traumduo Dzeko und Grafite erstmals von Beginn an.

"Ich musste nach drei Niederlagen etwas tun. Man kann das System oder das Personal ändern. Ich habe mich für das System entschieden", sagte McClaren.

Hannover ärgert sich über den Schiedsrichter

Bei Hannover 96 wollte man sich zunächst mit der ersten Niederlage nicht abfinden, zumal Reizfigur Diego die geschlagenen Gäste noch lange nach dem Spiel verärgerte.

"Über das 1:0 darf sich Wolfsburg nicht freuen. Das war gefährliches Spiel", kritisierte 96-Trainer Mirko Slomka den Fallrückzieher Diegos in der Nähe von Abwehrspieler Christopher Avevor, der als 18-Jähriger ein gutes Bundesliga-Debüt gab. Hannovers Spieler sahen vor dem Tor ein Foul Diegos an Sergio Pinto.

Dennoch mussten sich die Gäste am Ende mit der Niederlage abfinden, weil sie auch zu wenig Chancen erarbeitet hatten. "Wir konnten unser Spiel nach vorne nicht so aufziehen wie in den vergangenen Wochen", sagte Slomka.

"Wolfsburg hat uns in allen Belangen viel abverlangt. Wir mussten viel gegen den Ball arbeiten", sagte der Coach, dessen Team nach der ersten Niederlage der Saison wieder auf dem Boden der Tatsachen zurückgekehrt ist.

Wolfsburg - Hannover: Daten zum Spiel

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