Bundesliga - 32. Spieltag

"Wir geben Platz 3 definitiv nicht mehr her"

Von Für SPOX in der Allianz Arena: Thomas Gaber
Samstag, 30.04.2011 | 20:30 Uhr
Armer Manuel Neuer: Thomas Müller trifft zum zwischenzeitlichen 2:1 für die Bayern
© Getty
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Die Bayern spielen gegen den Champions-League-Halbfinalisten ganz groß auf. Manuel Neuer sieht sich einem konstanten Sturmlauf ausgesetzt. Der FCB erobert mit dem Sieg Platz drei.

Der FC Bayern München ist seinem Minimalziel, Platz drei in der Abschlusstabelle der Bundesliga, einen großen Schritt nähergekommen. Am 32. Spieltag besiegte die Mannschaft von Trainer Andries Jonker den FC Schalke 04 mit 4:1 (3:1) und zog wieder an Hannover 96 (0:1 gegen Mönchengladbach) vorbei und hat jetzt zwei Zähler Vorsprung auf die Niedersachsen.

Arjen Robben (6.), Thomas Müller (13./84.) und Mario Gomez (19.) erzielten die Tore für die Bayern, Holger Badstuber traf in der 8. Minute ins eigene Tor.

Die Münchner waren Schalke vor allem in der ersten Halbzeit klar überlegen. Die Knappen haben sechs Punkte Vorsprung auf den Tabellen-16. Frankfurt, den Klassenerhalt dank der deutlich besseren Tordifferenz aber praktisch sicher.

Reaktionen:

Andries Jonker (Trainer FC Bayern): "Ich denke, dass wir die ersten 35 Minuten hervorragend gespielt haben. Wir haben gezeigt dass wir ein Riesenpotenzial haben. Wir sind in der Lage alles zu gewinnen, was es zu gewinnen gibt. Wir machen alles, um das Ziel Platz drei zu erreichen. Aber es gibt keinen Grund, überheblich zu sein. Gegen St. Pauli müssen wir gewinnen."

Arjen Robben: "So müssen wir immer Fußball spielen. Die erste Halbzeit war, glaube ich, unsere beste Halbzeit in dieser Saison. So viel Leidenschaft und Begeisterung haben wir gezeigt. Wir können dann jeden schlagen und geben Platz drei definitiv nicht mehr her."

Ralf Rangnick (Trainer Schalke 04): "Wir haben in den ersten zehn Minuten zwei ganz einfache Tore bekommen, die wir selbst vorbereitet haben. Als Trainer wünscht man sich natürlich eine andere Reaktion. Aber ein Stück weit habe ich auch Verständnis. Die Partie in München fand nach und gleichzeitig vor einem ganz wichtigen Spiel für uns statt. In solchen Situationen ist es manchmal gar nicht so einfach, den Schalter noch einmal umzulegen."

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Robben nach Rot-Sperre bei Bayern wieder in der Startelf. Für ihn muss Klose auf die Bank. Gustavo fehlt Gelb-gesperrt, Badstuber verteidigt neben van Buyten innen. Auf der Bank sitzen mit Klose, Breno, Kroos und Ottl nur vier Feldspieler. Schalke in einem 4-3-3 mit drei Sechern (Annan, Kluge, Matip) und Raul als Mittelstürmer.

6., 1:0, Robben: Annan verliert gegen Gomez leichtfertig den Ball, der passt vom rechten Flügel zu Robben. Schuss mit der Pieke vom rechten Fünfereck aufs linke untere Eck - drin! Robbens zehnter Saisontreffer.

8., 1:1, Badstuber (ET): Schalke mit der kurzen Ecke von rechts, Farfan flankt. Butt verschätzt sich, Matip irritiert vier Bayern-Abwehrspieler, Badstuber lenkt den Ball ins eigene Tor.

13., 2:1, Müller: Robbens Freistoß von der Strafraumlinie bleibt in der Mauer hängen, der Ball fällt Müller vor die Füße. Schuss mit links aus sechs Metern ins rechte untere Eck.

19., 3:1, Gomez: Robben bekommt von Sarpei Platz zum Flanken, Müller verlängert per Kopf auf Gomez, der drückt den Ball aus einem Meter über die Linie.

22.: Flacher Pass von Ribery von links in die Mitte. Tymoschtschuk rutscht am Ball vorbei, Müller kommt von hinten, doch Neuer ist einen Tick eher am Ball.

30.: Ribery mal wieder mit viel Platz, steckt auf links durch auf Robben. Der hebt die Kugel über Neuer, Metzelder klärt den Ball von der Linie.

67.: Ribery über links mit einer Mischung aus Flanke und Schuss, Neuer boxt den Ball aus dem 16er. Müller bekommt das Leder und versucht es aus 15 Metern flach - Neuer pariert glänzend.

75.: Müller setzt Robben ein, der den Turbo zündet. Aber Neuer macht sich groß und entscheidet das Eins-gegen-eins für sich.

84., 4:1, Müller: Ein Tor des Willens: Robben legt zurück auf Müller. Sein erster Versuch wird von Papadopoulos geblockt, aber Müller setzt nach und schießt aus dem Fallen gegen die Laufrichtung von Neuer in die rechte untere Ecke.

Fazit: Bayern gewinnt mit 4:1 - nach den wahren Kräfteverhältnissen hätte der Rekordmeister aber auch sieben, acht Tore schießen können.

Der Star des Spiels: Thomas Müller. In den letzten beiden Spielen kam Müller über die rechte Seite, gegen Schalke zeigte er, dass er sich als "Raumdeuter" im Offensiv-Viereck mit Robben, Ribery und Müller am wohlsten fühlt. Müller traf zwei Mal selbst, bereitete das 3:1 vor und war von den Schalkern nie in den Griff zu bekommen. Sein fantastische Bilanz: acht Torschüsse, sechs Torschussvorlagen.

Der Flop des Spiels: Hans Sarpei. In einer schwachen Schalker Mannschaft boten sich einige Spieler an, Sarpei schoss aber den Vogel ab. Der Linksverteidiger konnte keinen Pass antizipieren und rannte Lahm, Robben oder Müller permanent hinterher. Für Sarpei war zur Pause Schluss, fortan spielte Annan Linksverteidiger.

Der Schiedsrichter: Peter Gagelmann hatte die Partie souverän im Griff. In den wenigen kniffligen Szenen, wie dem Foul von Metzelder an Robben (12.) kurz vor der Strafraumgrenze, lag Gagelmann stets richtig. Auch die Gelben Karten waren korrekt.

Analyse: Die Bayern legten sofort den Vorwärtsgang ein und drückten die Schalker in die eigene Hälfte. Obwohl die Gäste alle Mann hinter dem Ball hatten, wurden sie in der ersten Halbzeit praktisch überrannt. Schalke spielte weitgehend körperlos, ohne Ordnung und mit einem katastrophalen Rückwärtsverhalten.

Die Offensivspieler der Bayern waren viel unterwegs und zogen im richtigen Moment das Tempo an. Die Außenverteidiger Lahm und Contento gingen oft mit nach vorne und schufen im Verbund mit Robben bzw. Ribery Überzahl auf den Flügeln. Torschussverhältnis zur Pause: 10:0.

Schalke-Trainer Rangnick brachte mit Baumjohann und Edu zur zweiten Halbzeit zwei neue Leute und stellte auf ein flaches 4-4-2 um. Wenigstens in der Defensive zeigten die Knappen dann den nötigen Biss.

Die Bayern waren nach der Pause in ihren Offensivaktionen nicht mehr zwingend genug und ließen Schalke nach einer Stunde mitspielen. Den Gästen fehlten aber im Angriff weiterhin Mut und Überzeugung. Der Spagat zwischen den beiden Champions-League-Halbfinals gegen Manchester United und dem Liga-Alltag gelang Schalke nicht.

Die Bayern haben nach einer engagierten Leistung, bei der sie auch lange Zeit spielerisch überzeugten, wieder gute Karten auf die Teilnahme an der Königsklasse.

Bayern - Schalke: Daten zum Spiel

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