Fussball

Fahrlässige Bayern verlieren Rang drei

Von Thomas Gaber / Bastian Strobl
Augen zu und durch: Bayern-Verteidiger Luiz Gustavo (l.) und der Frankfurter Patrick Ochs
© Getty

Der FC Bayern München hat durch ein 1:1 (0:0) bei Eintracht Frankfurt am 31. Spieltag der Bundesliga wertvollen Boden im Kampf um einen Champions-League-Platz verloren. Sebastian Rode schoss Frankfurt in Führung (54.), Mario Gomez glich per Foulelfmeter aus (89.).

Vor 51.500 Zuschauern war Frankfurt den Bayern vor allem kämpferisch überlegen, verpasste aber einen großen Schritt Richtung Klassenerhalt.

Die Münchner vergaben in der ersten Halbzeit einige Torchancen und lieferten nach der Pause eine erschreckende Vorstellung ab. Mit 56 Punkten haben die Bayern einen Zähler Rückstand auf den Tabellendritten Hannover 96.

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Bei Frankfurt vergrößern Franz (Mittelfußbruch) und Kittel (Kreuzbandriss) das Lazarett der Langzeitverletzten mit Bajramovic (Achillessehnen-OP), Chris (Bandscheiben-OP) und Tzavellas (Kreuzbandteilriss). Meier fehlt zudem wegen der fünften Gelben Karte. In der Innenverteidigung zieht Daum Russ Vasoski vor.

Die Bayern starten unverändert im Vergleich zum 5:1 gegen Leverkusen. Klose spielt wieder auf der Zehner-Position hinter Gomez.

6.: Klose wurschtelt sich durch die Abwehr, der Abpraller landet bei Ribery. Schuss aus zehn Metern, Fährmann verkürzt den Winkel und klärt zur Ecke.

22.: Clark spielt rechts raus zu Ochs, Contento pennt. Ochs sieht Altintop am Elferpunkt frei, der Pass kommt perfekt. Altintop schießt in Rücklage weit drüber.

28.: Tymoschtschuk duckt sich nach einem langen Ball der Eintracht. Gekas hat die Kugel, tunnelt Gustavo und zieht aus 16 Metern mit Schmackes ab. Knapp drüber.

47.: Langer Ball von Lahm aus der eigenen Hälfte auf Gomez. Der nimmt den Ball klasse an, tanzt Rode aus, scheitert aus neun Metern aber an Fährmanns überragender Fußabwehr.

54., 1:0, Rode: Freistoß Frankfurt am rechten 16er-Eck. Köhler halbhoch nach innen, Tymoschtschuk springt vorbei, Gekas legt mit dem Bauch auf Rode ab und der zimmert das Ding volley ins linke Eck.

71.: Wieder lässt Lahm Fenin in aller Ruhe von links flanken. Gekas steht am langen Pfosten völlig frei, köpft aber aus zwei Metern übers Tor.

77.: Ribery zieht aus knapp 20 Metern mit rechts ab, Fährmann steht richtig und faustet den Ball zur Seite weg.

81.: Jung passt von rechts flach in die Mitte. Van Buyten pennt und Gekas bringt das Kunststück fertig, den Ball aus drei Metern am leeren Tor vorbeizuschießen.

84.: Clark führt den Ball eindeutig mit der Hand im Eintracht-Strafraum. Schiri Drees steht daneben und sieht's nicht.

89.: 1:1, Gomez: Fenin legt Gustavo im Strafraum. Drees pfeift Elfmeter - vertretbare Entscheidung. Gomez tritt an, Flachschuss in die Mitte.

90.: Drees schickt Frankfurt-Coach Daum auf die Tribüne. Da wurde wohl zu viel gemeckert...

Fazit: Frankfurt kaufte lange Zeit fahrigen Bayern den Schneid ab und verdiente sich das Unentschieden redlich.

Der Star des Spiels: Ralf Fährmann. Frankfurts Schlussmann hielt (fast) alles, was auf sein Tor kam. Seine zwei Paraden gegen Gomez waren überragend. Auch in der Strafraumbeherrschung spielte Fährmann mit einer Ausnahme nach einer Ecke fehlerfrei.

Der Flop des Spiels: Philipp Lahm. Halbzeit eins: sechs Zweikämpfe - alle verloren. Vor dem Konter, der zum 1:0 führte, verlor er den Ball halbherzig an Schwegler und lief nicht hinterher. Als Kapitän in einem engen Spiel mal wieder ein Totalausfall. Seine Zweikampfquote wurde kaum besser, am Ende gewann er nur 24 Prozent seiner Duelle.

Der Schiedsrichter: Jochen Drees machte kleinere Fehler bei der Zweikampfbewertung und einen großen, als Clark den Ball eindeutig mit der Hand im Strafraum berührte. Zudem sorgte er in einer hektischen Endphase durch viele Gelbe Karten für Unruhe.

Analyse: Frankfurt begann aggressiv und schuf durch gutes Verschieben Überzahl in Ballnähe. Die Bayern brauchten ein paar Minuten, um sich zu sortieren, bekamen die Partie aber bald unter Kontrolle.

Im Angriff versuchten es die Gäste oft über Müllers rechte Seite, wurden aber auch zu vielen langen Bällen aus der eigenen Hälfte gezwungen, weil Frankfurt die Mitte geschickt dicht machte.

Nach der Balleroberung spielte Frankfurt schnell nach vorne und hatte in der ersten Halbzeit sogar die besseren Torchancen. Lahm bekam Fenin überhaupt nicht zu fassen.

Nach Gomez' Großchance kurz nach der Pause verloren die Bayern komplett den Faden. Frankfurt zeigte deutlich mehr Herz und Leidenschaft, hielt die Münchner relativ mühelos vom eigenen Tor weg und fuhr eigene vielversprechende Konter.

Die Leistung der Bayern war nach der Pause katastrophal, außer Müller und Ribery wollte kein Spieler Verantwortung übernehmen. Erst in den letzten zehn Minuten drückten die Bayern, van Buyten spielte Mittelstürmer. Mehr als Gomez' Ausgleichstor per Elfmeter sprang aber nicht mehr heraus.

Frankfurt - Bayern: Daten zum Spiel

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