
Bundesliga - 26. Spieltag
Mönchengladbach: Hoffnung dank Dante
Borussia Mönchengladbach schöpft durch das 1:1 bei Werder Bremen wieder Hoffnung im Abstiegskampf. Innenverteidiger Dante könnte wie vor zwei Jahren zum entscheidenden Mann im Kampf um den Klassenerhalt werden.
Was ein einziges, spätes Tor doch so alles auslösen kann. Bei Borussia Mönchengladbach glauben sie alle nach dem 1:1-Ausgleich in der 92. Minute bei Werder Bremen mehr denn je an das Wunder Klassenerhalt.
Ein Kopfball durch Dante, eine Unaufmerksamkeit in der Bremer Hintermannschaft, ein wertvoller Punkt - und ganz viel Euphorie. "Dieser Punkt ist sehr, sehr gut für den Kopf", sagte Trainer Lucien Favre: "Wir haben immer an uns geglaubt."
Gladbach bleibt Letzter
Mit 23 Punkten bleibt der fünfmalige Meister dennoch Tabellenletzter, aber seit der Schweizer vor vier Spieltagen das Amt von Michael Frontzeck übernommen hat, geht es langsam, aber stetig bergauf. Zwei Siege und ein Unentschieden schlagen jetzt zu Buche. "Wir haben Charakter gezeigt, es war nicht leicht, hier einen Punkt zu holen", sagte Favre.
Tatsächlich hatten sie nur Glück und Dante. Mit Ausnahme der letzten zehn Minuten fand Borussia Mönchengladbach in dem Kellerduell nicht statt. Werder dominierte nach Belieben und hätte viel mehr als den einen Treffer von Sandro Wagner (39.) erzielen müssen.
Die letzte Chance, alles klar zu machen, verpasste Marko Arnautovic eine Minute vor Schluss, als sein Ball um Zentimeter das Tor verfehlte. "Es fühlt sich an, als ob man uns was weggenommen hat", sagte Werder-Trainer Thomas Schaaf, "wir haben vergessen, den Sack zuzumachen".
Dante mit dem Ausgleich
Dann kam Dante und nickte einen von Wesley völlig unnötig verursachten Freistoß ein. Letzte Woche noch hatte sich der Brasilianer die Nase gebrochen und selbst gerichtet, Samstag spielte er mit einer Maske und dem Wissen, dass Kopfbälle weh tun würden. "Das 1:1 war es wert. Ich freue mich riesig für mich und die Mannschaft. Der Punkt fühlt sich fast wie ein Sieg an", sagte der 27-Jährige.
In der Winterpause 2009 wurde der Innenverteidiger vom belgischen Meister Standard Lüttich nach Mönchengladbach geholt und trug damals entscheidend zum Klassenerhalt bei, als er am drittletzten Spieltag ebenfalls in der Nachspielzeit den Siegtreffer beim direkten Abstiegskontrahenten Energie Cottbus köpfte.
Er hat also Erfahrung da unten drin. "Wir müssen jetzt aber ruhig bleiben", mahnte Dante, "Freitag steht gegen Kaiserslautern das nächste ganz wichtige Spiel an, das wir unbedingt gewinnen müssen."
Tiefer Frust in Bremen
Bei Werder herrschte dagegen natürlich tiefer Frust vor. Zwei Big Points im Kampf gegen den Abstieg wurden verspielt. Dass in der Mannschaft noch Angst und Unsicherheit herrschen, zeigten die letzten zehn Minuten deutlich, als das Team plötzlich die Kontrolle verlor.
"Wir hätten einen Riesenschritt machen können, die Enttäuschung ist groß", sagte Vorstandschef Klaus Allofs: "Leider haben wir es nicht geschafft, unser Spiel bis zuletzt konsequent durchzuziehen."
Dennoch scheint sich erneut das Bremer Alternativmodell in Krisensituationen auszuzahlen. Während anderswo die Trainer fliegen wie Blätter im Herbst, hat Thomas Schaaf das dauerhafte Vertrauen des Vereins.
Drei Spiele sind die Norddeutschen jetzt ungeschlagen, Zuversicht und Selbstvertrauen steigen wieder. "Wir sind noch nicht so stabil", sagte Schaaf, "dennoch hat die Partie gezeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind."
Bremen - Gladbach: Daten zum Spiel











