Bundesliga - 22. Spieltag

Nord-Derby: Werder nur Remis gegen 96

Von Für SPOX in Bremen: Stefan Rommel
Sonntag, 13.02.2011 | 19:32 Uhr
Zweikampf der Torschützen: Per Mertesacker (rechts) trennt Didier Ya Konan vom Ball
© Getty
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Werder Bremen ist im Kampf gegen den Abstieg zum Abschluss des 22. Spieltags nicht über ein Remis gegen Hannover 96 hinausgekommen.

Beim 1:1 (0:1) vor 39.500 Zuschauern im Weserstadion erzielte Didier Ya Konan in der ersten Halbzeit die Führung für die Gäste (26.). Per Mertesacker glich kurz nach der Pause aus (50.).

Durch das Remis rückt Hannover einen Platz auf vier nach vorne, Werder klettert auf Rang 14 - bleibt mit 24 Punkten aber weiter in der gefährdeten Zone der Tabelle.

Der SPOX-Spielfilm: Vor dem Anpfiff: Bremen wieder mit Prödl in der Innenverteidigung und Arnautovic vorne drin neben Pizarro.

Hannover mit Stindl und Schlaudraff in der Startelf und im defensiveren 4-3-2-1, mit Ya konan als einziger Spitze.

9.: Pizarro bekommt den Ball links im Strafraum mit dem Rücken zum Tor. Er dreht sich um Haggui und zieht dann sofort mit links ab - genau auf Zieler.

21.: Ecke für Werder von rechts und Prödl kommt zum Kopfball. Doch Schmiedebach steht auf der Linie und wehrt den Ball mit der Brust ab.

26., 0-1, Ya Konan: Schlaudraff wird von Prödl rechts an der Seitenlinie nur begleitet. Pass in den Sechzehner, wo sich Silvestre im Zweikampf gegen Ya Konan schwach anstellt. Der Ivorer drückt sich vorbei und versenkt den Ball vom rechten Fünfereck im langen Eck.

50., 1:1, Mertesacker: Langer Bremer Freistoß von rechts in den Strafraum. Dort kommt es zum Querschläger, Mertesacker steigt sieben Meter vor dem Kasten höher als Haggui und köpft den Ball rechts unten ins Eck.

80.: Schlaudraff schickt Stindl in die Gasse. Silvestre pennt. Stindl ist frei vor Mielitz, der den Schuss aus 14 Metern aber mit dem Fuß abblockt.

90.: Freistoß Bremen direkt an der Strafraumgrenze. Marin mit einem albernen Lupfer - gut einen halben Meter drüber.

Fazit: Etwas schmeichelhaftes Remis für die Gäste, die nach vorne viel zu wenig zeigten. Werder war klar überlegen, blieb aber bis auf ganz wenige Ausnahmen viel zu harmlos vor dem Tor.

Der Star des Spiels: Torsten Frings war defensiv und offensiv präsent, als Ballklauer und Ankurbler. Der Kapitän geht voran, gewinnt die wichtigen Zweikämpfe und reißt die Kollegen mit - als einer der wenigen im Team.

Die Gurke des Spiels: Mikael Silvestre ließ sich beim 0:1 von Ya Konan abkochen wie ein C-Schüler. Danach wurde er zumindest defensiv stabiler, offensiv blieb er aber absolut unsichtbar. Seine beiden bösen Stellungsfehler in der Schlussphase hätten den Gästen beinahe noch den Siegtreffer beschert. Irgendwie wird man das Gefühl nicht los, dass das Tempo für den Franzosen bisweilen zu hoch ist.

Die Pfeife des Spiels: Dr. Felix Brych war ein umsichtiger und ruhiger Leiter einer fairen Partie. Beim Handspiel vom bereits verwarnten Ya Konan erkannte Brych keine Absicht - strittig. Mielitz' Einsteigen gegen Schlaudraff war hart, aber fair. Ansonsten blieb Brych ohne große Fehler und auch bei den persönlichen Strafen mit einem gesunden Maß.

Die Lehren des Spiels: Bremen begann schwungvoll und gewillt, dem Spiel gleich die richtige Richtung zu geben. Hannover stand zunächst extrem tief, eine Vierer- und eine Fünferkette erwarteten die Bremer Angriffe.

Nach einer Viertelstunde wurde die Parte ausgeglichener, ohne dass sich auf beiden Seiten wirklich gute Chancen ergaben. Bis auf Prödls Kopfball war lange nicht viel - dann aber pennte die Bremer Abwehr fast kollektiv und Ya Konan verwertete den ersten Torschuss der Gäste eiskalt.

Der Gegentreffer schockte die Gastgeber sichtbar, Werder verlor immer mehr den Faden, die Zuschauer wurden ungeduldig und verabschiedeten ihre Mannschaft mit vereinzelten Pfiffen in die Pause.

Nach dem Wechsel spielte Bremer wieder deutlich druckvoller, der Ausgleich sorgte für einen zusätzlichen Schub. Beim finalen pass oder im Torabschluss blieb aber eine gewisse Unkonzentriertheit.

Hannover tat noch weniger nach vorne als noch in der ersten Halbzeit und war so immer unter Druck. Immerhin stand die Abwehr einigermaßen sicher. Erst gegen Ende der Partie trauten sich die Gäste wieder nach vorne und hatten sogar die dickste Chance auf die Entscheidung.

Nur sind selbst für ein extrem effektives Team wie 96 zwei Torschüsse in 90 Minuten aber deutlich zu wenig. Ein Hannoveraner Sieg wäre unverdient gewesen.

Bremen - Hannover: Daten zum Spiel

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