Ballack sieht Champions-League-Platz in Gefahr

SID
Samstag, 05.02.2011 | 22:45 Uhr
Michael Ballack sieht nach der 0:1-Pleite in Nürnberg die Champions-League-Qualifikation in Gefahr
© Getty
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Nach dem Rückschlag im Kampf um Platz zwei sucht Leverkusens Trainer Jupp Heynckes die Schuld beim Schiedsrichter. Michael Ballack sprach dagegen Klartext und sieht die Champions-League-Qualifikation in Gefahr.

Als das letzte Fünkchen Hoffnung auf den Titel erloschen war, redete Michael Ballack Klartext. "Gerade in diesen entscheidenden Momenten sind wir nicht da, und gerade deshalb müssen wir nicht mehr nach oben schauen", sagte der Nationalmannschaftskapitän nach der 0:1-Niederlage von Bayer Leverkusen beim 1. FC Nürnberg.

Den Stolperer von Tabellenführer Borussia Dortmund beim 0:0 gegen Schalke 04 hatte der erste Verfolger wieder nicht genutzt.

"Wir haben Punkte verschenkt"

Doch nicht nur den Titel hat Ballack abgeschrieben, auch die direkte Qualifikation für die Champions League sieht er in Gefahr. "Wir haben Punkte verschenkt. Wir sind nicht so stabil, dass wir den zweiten Platz festigen können. Das Spiel heute ist nicht unser Anspruch", sagte der 34-Jährige, der selbst in seiner zweiten Partie von Beginn an nach seiner langen Verletzungspause enttäuscht hatte.

Der sonst so souveräne Trainer Jupp Heynckes zeigte sich indes als schlechter Verlierer. "Leider hat der Schiedsrichter meine Spieler nicht geschützt, ich bin sehr enttäuscht von seiner Leistung", kritisierte er den Unparteiischen Knut Kircher.

Auch die aggressive Spielweise des Gegners gefiel Heynckes nicht. "Die Niederlage hat sicherlich damit zu tun, dass Nürnberg rustikalen, sehr körperbetonten Fußball gespielt hat. Und ich muss auch sagen, dass sie heute damit über das Ziel hinausgeschossen sind", sagte der Bayer-Trainer nach dem Rückschlag im Kampf um einen Champions-League-Platz.

Ideenlose Vorstellung

Dabei wäre Heynckes gut beraten gewesen, die Schuld an der ersten Auswärtsniederlage der Saison nicht beim Schiedsrichter, sondern bei seinem eigenen Team zu suchen. Die Werkself bot über die gesamte Spielzeit eine enttäuschende und ideenlose Vorstellung, die an die Partie in der Vorsaison erinnerte.

Damals kassierte Bayer am 25. Spieltag beim Club die erste Saisonniederlage und verspielte daraufhin sogar noch die Qualifikation zur Champions League.

Ohnehin ist der Club nicht gerade der Leverkusener Lieblingsgegner. Im Hinspiel gab es ein 0:0, zudem verletzte sich Nationalspieler Stefan Kießling nach einem rüden Foul von Andreas Wolf schwer und fiel die gesamte Hinrunde aus.

Völler: "Sicherlich noch Luft nach oben"

Nach zwei Siegen und zwei Niederlagen nach der Winterpause mahnte Sportdirektor Rudi Völler deshalb: "Wir sind noch nicht so in der Rückrunde angekommen, wie wir uns das vorstellen. Es ist sicherlich noch Luft nach oben. Das einzig Positive für uns ist, dass die anderen auch nicht gepunktet haben."

Christian Eigler besiegelte in der 59. Minute die Niederlage der Werkself, die auch nach der Gelb-Roten Karte für den Torschützen (86.) nicht mehr zum Ausgleich kam.

An der Pleite änderte auch Ballack nichts. Er agierte mit Simon Rolfes auf der Doppelsechs, konnte aber mit einer enttäuschenden Leistung keine Akzente setzen und wurde in der 67. Minute ausgewechselt.

Nürnberg mit zweitem Sieg in Folge

Deutlich bessere Stimmung herrschte bei den Nürnbergern, die sich nach dem zweiten Sieg in Folge ein Polster von sieben Zählern auf die Abstiegsränge erarbeitet haben. FCN-Trainer Dieter Hecking war nach der Partie sichtlich zufrieden.

"Die Leverkusener haben nicht zu dem Spiel gefunden, das sie auszeichnet, und das lag sicherlich auch an uns. Ich bin sehr, sehr froh, dass wir das Spiel 1:0 gewonnen haben und es wieder geschafft haben, einer Mannschaft von oben den Zahn zu ziehen", sagte Hecking.

Zurücklehnen will sich Nürnbergs Jens Hegeler jedoch nicht: "Dieses Jahr spielt die Liga etwas verrückt. Wir haben keine Zeit, uns auszuruhen. 29 Punkte sind gut, aber es müssen noch ein paar dazu kommen."

Nürnberg - Leverkusen: Daten zum Spiel

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