Die nächste fahrlässige Dummheit

Von Thomas Gaber
Samstag, 05.02.2011 | 22:25 Uhr
Zum wegsehen! Bayern um die Kapitäne Lahm (l.) und Schweinsteiger verlor das fünfte Saisonspiel
© Getty
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Erstmals seit 1997 (2:4 in Leverkusen) verlor der FC Bayern München ein Bundesligaspiel nach einer 2:0-Führung. In Köln erlebten die Bayern ein hässliches Deja-vu und der Druck auf Trainer Louis van Gaal wächst.

Wie ein schlecht vorbereiteter Pennäler beim Ausfragen suchte Thomas Müller nach Antworten auf bohrende Fragen. "Wer das Spiel gesehen hat...da gibt es eigentlich nicht mehr viel zu sagen. Ich kann die Worte nicht finden, die hier angebracht wären", stammelte Müller nach der 2:3-Pleite des FC Bayern München beim 1. FC Köln,

Doch dann fiel Müller das Schlüsselwort ein: "Dummheit". Eine bessere Beschreibung gibt es nicht für an diesem Nachmittag dilettantische Bayern. Tabellenplatz zwei war gebucht nach einer 2:0-Pausenführung gegen schwache Kölner.

Nach dem Wechsel erlebten die Bayern jedoch ein hässliches Deja-vu. Unerklärlich und unnötig gaben die Münchner das Heft aus der Hand. Ein typischer Fall von Betriebsunfall - wäre das den Münchnern nicht zum wiederholten Mal in dieser Saison widerfahren.

Rummenigge vermisst richtige Einstellung

In Rom gingen die Bayern in der Champions League ebenfalls nach einem 2:0 als Verlierer vom Platz. In Mönchengladbach, auf Schalke, in Dortmund, in Leverkusen und in Wolfsburg wurden die Punkte leichtfertig verschenkt. Im DFB-Pokal in Stuttgart ging es gerade noch einmal gut.

Karl-Heinz Rummenigge kam angesichts der chronischen Unfähigkeit, dominant geführte Spiele nicht Bayern-like über die Runden zu bringen, die Galle hoch.

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"Man müsste der Mannschaft mal sagen, dass ein Spiel 90 Minuten dauert. In der zweiten Halbzeit hat komplett die Einstellung gefehlt. Das begleitet uns schon die ganze Saison. Das ist fahrlässig und so werden wir unser Ziel, mindestens Platz zwei, nicht erreichen", sagte der Vorstandsvorsitzende.

Auch Müller verliert allmählich die Geduld: "So machen wir uns schon die ganze Saison kaputt. Dortmund und Leverkusen müssen ja überhaupt keine Angst haben vor uns. Die müssen sich doch langsam totlachen."

Van Gaal gibt Fehler zu

Aber nicht nur die unmittelbare Konkurrenz verliert die Furcht, selbst die "Kleinen", die im Kosmos FC Bayern nichts zu suchen haben, mucken auf. "Ich habe meiner Mannschaft in der Pause gesagt, dass die Bayern Probleme haben, ihre Dominanz 90 Minuten durchzuziehen", verriet Kölns Trainer Frank Schaefer.

Louis van Gaal wurde mulmig ob so viel Dreistigkeit. "Wenn es schon so bekannt ist, dass der Trainer von Köln daran appelliert, ist es sehr schlecht", sagte der Bayern-Coach und ergänzte: "Ich bin böse und enttäuscht." Auch von sich selbst. Van Gaal gab eigene Fehler zu - ein bislang weitgehend unbekannter Wesenszug des Niederländers.

"Ich habe wahrscheinlich auch einen Fehler gemacht. Ich muss mich selbst zu meiner Halbzeitbesprechung befragen. Vielleicht war ich da zu souverän, das war vielleicht nicht gut."

"Fremde" Positionen

Van Gaal muss sich aber auch sportliche Fragen gefallen lassen. Erneut spielte Bastian Schweinsteiger auf der Zehner-Position. Müller half diesmal links aus für den angeschlagenen Franck Ribery und Anatolij Tymoschtschuk bekam in der Innenverteidigung erneut den Vorzug vor Breno.

Ohne Not schiebt van Gaal Spieler immer wieder von ihren Stammpositionen. Schweinsteiger erklärte im Trainingslager in Doha, seine Fähigkeiten am besten auf der Sechser- oder Achter-Position ausschöpfen zu können. Er gehört im zentralen, eher defensiven Mittelfeld zu den Besten der Welt.

Müller sagte im Interview mit SPOX, am besten auf der Zehn zurechtzukommen. Und Tymoschtschuk bewies in der Hinrunde, dass er für die Bayern unverzichtbar werden kann im defensiven Mittelfeld, erst recht nach dem Abgang von Mark van Bommel.

Van Gaal unter Druck

Mehr denn je kommt es für van Gaal in den nächsten Wochen auf nackte Ergebnisse an.

Präsident Uli Hoeneß machte in der "Süddeutschen Zeitung" klar, nervös zu werden, wenn Platz zwei in Gefahr ist. Die Bayern sind nach dem 21. Spieltag nur noch Fünfter und das Programm wird heftig in den nächsten Wochen: Hoffenheim, Mainz, Dortmund, Hannover, Hamburg, dazwischen zwei Mal Inter Mailand sowie Schalke im DFB-Pokal.

Die Bayern haben durch das Köln-Spiel ihren Kredit für diese Saison komplett aufgebraucht. "Wir wollten eine Serie starten, was uns wieder nicht gelungen ist. Noch so ein Spiel können wir uns nicht erlauben. Es ist kurz vor zwölf", stellte Kapitän Philipp Lahm klar.

Köln - Bayern: Daten zum Spiel

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