Ein Spiel für den Kopf?!

Von Stefan Rommel
Samstag, 05.02.2011 | 23:52 Uhr
Foul oder nicht Foul? Dantes Einsatz gegen Pogrebnjak wurde zur entscheidenden Szene der Partie
© Getty
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Der Sieg im Kellerduell gegen Borussia Mönchengladbach könnte für den VfB Stuttgart noch viel mehr bedeuten als drei Punkte gegen den Abstieg. Für die Borussia dagegen geht es weiter Richtung Abgrund.

Reaktionen:

Michael Frontzeck (Trainer Borussia Mönchengladbach): "Wir haben schon einige Nackenschläge bekommen, allerdings keinen wie heute. Wir wollten auf das dritte Tor spielen, das ist der Mannschaft aber in keiner Phase gelungen. Die Niederlage war völlig unnötig."

Bruno Labbadia (Trainer VfB Stuttgart): "Wir haben in den ersten 20 Minuten gut gespielt. In der Halbzeit haben wir auf 4-3-3 umgestellt und dann in den zweiten 45 Minuten das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. Die Systemumstellung war auch ein Risiko, aber wir haben dann wieder besser gespielt. Beim 1:2 hatten wir das nötige Quäntchen Glück. Ansonsten haben wir in der 2. Hälfte klarer gespielt. Da hat man gesehen, dass Gladbach nicht mithalten konnte. Der Sieg war mehr als verdient."

Fredi Bobic (Sportdirektor VfB Stuttgart): "Nach der ersten Halbzeit waren die Jungs sauer auf sich selbst, weil sie zu viele einfache Fehler gemacht haben. Dann sind sie mit einem anderen Geist aus der Kabine gekommen, und auch die Umstellungen in der Halbzeit haben gefruchtet. Das war für die Moral ein absolut wichtiger Sieg."

Martin Stranzl (Borussia Mönchengladbach): "Wir hatten in der zweiten Hälfte zu viele Ballverluste. Wir haben es in der Halbzeit angesprochen, wollten weiter drauf bleiben, einfache Ballverluste vermeiden. Das ist uns nicht gelungen, daher haben wir so viele Fehler gemacht. Jetzt müssen wir aufs nächste Spiel hinarbeiten. Es ist halt doppelt bitter, wenn man schon 2:0 führt und dennoch verliert."

Martin Harnik (VfB Stuttgart): "Anfang der ersten Halbzeit haben wir ein gutes Spiel gezeigt, sind aber nach den beiden Gegentoren etwas eingebrochen. Die zweite Hälfte von uns war natürlich bärenstark. Jetzt müssen wir weiterarbeiten und die Gegentore abstellen. Der Sieg war unglaublich befreiend für uns."

Nachbetrachtung:

Borussia Mönchengladbach torkelt im wahrsten Sinne des Wortes dem Abgrund entgegen. Die Mannschaft konnte phasenweise sogar überzeugen, wirkte dann aber ab der zweiten Halbzeit auffallend körperlich platt und auch geistig nicht mehr frisch.

Trainer Michael Frontzeck hatte keine richtige Erklärung dafür, sein Gegenüber Bruno Labbadia nahm sie ihm aber - unfreiwillig und nicht böse gemeint - ab: "Man hat gesehen, dass wir in der Winterpause auch körperlich zugelegt haben." Bei der Borussia wurde da offenbar nicht der Trainingsschwerpunkt gelegt.

Dazu kam eine wild um sich greifenden Verunsicherung. Spätestens nach dem Anschlusstreffer aus dem Nichts bekam Gladbach fast gar nichts mehr auf die Reihe und überließ dem Gegner fast willenlos das Feld.

Allerdings ist es auch aus Stuttgarter Sicht bezeichnend, dass ein angeknockter Gegner wie die Borussia urplötzlich doch zu zwei, drei ganz dicken Chancen kommen kann - teilweise reichten schon ein paar läppische Einwürfe, um die VfB-Abwehr ins Chaos zu stürzen. Und dass es schon die gütige Mithilfe des Unparteiischen brauchte, um Gladbach doch noch in die Knie zu zwingen.

Vielleicht ist der Sieg und vor allem die Art und Weise, wie er zustande kam, jetzt ein Wachrüttler für die Schwaben und ein Signal dafür, dass man den Abstiegskampf verinnerlicht und angenommen hat. Denn bei aller Euphorie bleiben doch noch erhebliche Defizite vor allem im Defensivspiel. Zudem steht der VfB immer noch auf einem direkten Abstiegsplatz.

Für Mönchengladbach könnte die Niederlage neben drei fahrlässig verschlampten Punkten vor allem aus psychologischer Sicht noch richtig böse nachwirken. "Diese Niederlage ist ein Nackenschlag wie noch keiner in dieser Saison, ein richtiger Klotz!"

Die Fans jedenfalls verabschiedeten die Mannschaft mit einem beißenden "Absteiger!". Nächste Woche gegen St. Pauli hat Gladbach vermutlich schon die letzte Chance.

Gladbach - Stuttgart: Daten zum Spiel

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