Montag, 30.08.2010

Bundesliga - 2. Spieltag

Ein Weltmeister für eine bessere Zukunft

Ein Weltmeister als Heilsbringer: Mauro Camoranesi soll Bundesliga-Schlusslicht VfB Stuttgart zurück zu alter Stärke führen. Die Schwaben haben auf ihren Fehlstart mit zwei Niederlagen in zwei Spielen reagiert und den italienischen Champion von 2006 an den Neckar geholt.

Mario Götze (M.) erzielte das zwischenzeitliche 3:0 für Borussia Dortmund
Mario Götze (M.) erzielte das zwischenzeitliche 3:0 für Borussia Dortmund

"Er ist ein sehr erfahrener Spieler - genau das, was uns fehlt", sagte Manager Fredi Bobic. Wie sehr der VfB Verstärkung braucht, wurde den Verantwortlichen beim 1:3 (0:3) gegen Borussia Dortmund schmerzlich bewusst.

In der "indiskutablen ersten Hälfte" (Bobic) brachen willenlose Stuttgarter völlig auseinander und halfen der Borussia beim Toreschießen auch noch. Khalid Boulahrouz' Eigentor (5.) sowie die Treffer von Lucas Barrios (26.) und Mario Götze (37.) nach haarsträubenden Fehlern der VfB-Abwehr öffneten dem letzten Optimisten die Augen: So reicht es nicht für eine gute Saison.

Cacaus Tor folgenlos

Daran änderte Cacaus Tor (69.) nichts mehr. "Es gibt nichts zu beschönigen", sagte Trainer Christian Gross. Mit dem Camoranesi-Transfer soll es deshalb nicht getan sein.

"Wir arbeiten an einem zweiten Wechsel", sagte Bobic, mit dem betroffenen Spieler ist er sich wohl schon einig. Jedoch: Die Verpflichtung droht an der angespannten finanziellen Lage des Vereins zu scheitern.

"Wir haben noch einen Wunsch, aber der wird vielleicht nicht Wirklichkeit, weil es in der Kasse nicht drin ist", sagte Bobic: "Ich kann ja nicht auf der Königsstraße sammeln gehen."

Stuttgart muss sparen

Stuttgart hat zwar in der vergangenen Saison über 23 Millionen Euro in der Champions League verdient und jetzt schon wieder rund fünf Millionen Euro an Einnahmen aus der Europa League sicher. "Aber ich habe gelesen, dass wir auch am viertmeisten ausgegeben haben", meinte Bobic.

Für die vorherigen Leihgaben Cristian Molinaro und Georg Niedermeier wurden 7,3 Millionen Euro fällig, rund 3 Millionen kosteten die bisherigen Neuen. "Ich würde sicher gerne viel Geld ausgeben. Aber wir müssen uns wirtschaftlich am Riemen reißen", sagte Bobic.

Neubau belastet Klub-Kasse

Der Neubau der Mercedes-Benz-Arena belastet die Klubkasse zusätzlich. "Auf diesen Tempel werden wir in einem Jahr furchtbar stolz sein", meinte Bobic.

In der Gegenwart verhindern die teuren Steine den Zukauf qualitativ hochwertiger Beine. Immerhin: Camoranesi könnte dem Team einen Schub geben. "Er ist sicher ein Spieler mit Klasse, das hat er bewiesen", sagte Christian Gentner über den 33 Jahre alten Mittelfeldmann.

Gross lobte: "Camoranesi ist taktisch sehr gut, er bringt viel Erfahrung mit." Letzte Transfer-Details sollten am Montagabend nach der Ankunft Camoranesis in Stuttgart geklärt werden.

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Eingewöhnungszeit für Camoranesi

In der Länderspielpause soll Camoranesi sich an die neue Umgebung gewöhnen, gehört er doch nicht mehr zum Kader der Azzurri. "Wir werden hart arbeiten, um schnell wieder nach oben zu kommen", sagte Gross. Erschwert wird sein Tun durch die Absenz zahlreicher Nationalspieler, einen Negativtrend wie zu Beginn der vergangenen Spielzeit fürchtet Bobic aber nicht.

"Wir sind nicht soweit, dass alles zusammenbricht. Die Zuversicht ist da, weil die Mannschaft sehr viel mehr Qualität besitzt, als sie derzeit zeigt. Sie muss sie nur abrufen", sagte er.

Johan Audel kann das wegen seiner Knöchel-OP allerdings erst Anfang November wieder tun, Philipp Degen fehlt wegen Pfeifferschen Drüsenfiebers für ungewisse Zeit.

Ein Lichtblick ist die nahende Rückkehr von Kapitän Matthieu Delpierre, den die wacklige Abwehr um den gegen den BVB völlig indisponierten Niedermeier schmerzlich vermisst. Entscheidend sei jedoch nicht die Besetzung, sondern die Einstellung, meinte Bobic: "Wir müssen in Freiburg ganz anders auftreten."

Klopp: "Geiler Fußball"

Das hatte sich der BVB nach dem 0:2 gegen Bayer Leverkusen für die Reise nach Stuttgart auch vorgenommen - und es geschafft. Trainer Jürgen Klopp sah "geilen Fußball" seiner Mannschaft, Sportdirektor Michael Zorc hatte "nichts auszusetzen", Klubchef Hans-Joachim Watzke fand's schlicht "überragend".

Klopp sieht den "mutigen Weg", auf junge Spieler zu setzen, belohnt. "Das war richtig wichtig für uns, weil wir unser Umfeld von diesem Weg immer wieder überzeugen müssen." Das ist zumindest in Stuttgart eindrucksvoll gelungen.

Stuttgart - Dortmund: Daten zum Spiel

SPOX

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