Samstag, 28.08.2010

Bundesliga - 2. Spieltag

"Besser können wir nicht spielen"

Nürnberg dominierte, auch spielerisch stark, die Gäste aus dem Breisgau. Dieter Hecking sah seine Mannschaft sogar am Limit. Aber die verpassten Chancen vor der Pause rächten sich für den Club: Freiburg schlug eiskalt zu, Papiss Cisse glänzte erneut. Da half auch alles Hadern mit dem Schicksal nichts.

Chaos in Nürnberg: Spielerisch überlegene Franken verloren gegen effiziente Freiburger
© Getty
Chaos in Nürnberg: Spielerisch überlegene Franken verloren gegen effiziente Freiburger

Wer den Ausführungen von Dieter Hecking und Robin Dutt lauschte, konnte zu der Erkenntnis kommen, dass der Spielberichtsbogen log. Dort stand das Ergebnis: 1. FC Nürnberg - SC Freiburg 1:2 (1:1), doch SC-Trainer Dutt kritisierte sein Team heftig und sein Nürnberger Kollege Hecking sparte nicht mit Lob.

"Wir haben sehr viel richtig gemacht", sagte Hecking. Doch nach zwei Spieltagen hat der Club nur einen Punkt - und kämpft schon früh in der Saison wieder verzweifelt gegen den Abstieg.

Und das, obwohl Nürnberg gegen den SC die bessere Mannschaft war. "Besser als in den ersten 40 Minuten können wir nicht spielen", behauptete Hecking sogar: "Wir haben den Gegner nicht nur dominiert, sondern wir hatten ihn am Boden." Julian Schieber mit seinem ersten Liga-Tor für den Club (15.) hatte Nürnberg vom ersten Dreier träumen lassen. Doch den holten die schwachen Gäste, weil Papiss Cisse seine Saison-Pflichtspieltore Nummer drei und vier erzielte (40., Foulelfmeter/52.).

"Eine unnötige Niederlage"

"Wir haben das mit Füßen getreten, was wir uns aufgebaut hatten. Das war eine ärgerliche, eine unnötige Niederlage", meinte Hecking - und hatte dabei wohl vor allem Per Nilsson und Andreas Wolf im Sinn. Nilsson ließ den eingewechselten Stefan Reisinger vor dem Strafstoß laufen, Wolf brachte ihn schließlich zu Fall. "Ich habe zuerst den Ball gespielt, ihn erst dann berührt", sagte Kapitän Wolf, doch für Hecking gab es keinen Zweifel: "Der Elfmeter war berechtigt."

Für die bis dahin harmlosen Freiburger war es der erste Torschuss (!). Mit dem zweiten Ball aufs Tor köpfte Cisse das 1:2. "Wir haben zwei, drei Fehler zu viel gemacht. Der Dreier lag zum mitnehmen da", meinte Hecking. Kurz vor dem Treffer zum 1:2 traf Lichtblick Mehmet Ekici die Latte, und die Leihgabe von Bayern München klagte: "Letzte Woche Pfosten, diese Woche Latte: Es nervt!"

Wenn Ekici... - aber Hecking wollte sich nicht mit "hätte, wenn und aber auseinandersetzen". Vielmehr monierte er, dass sein Team nach dem Rückstand die spielerische Linie völlig verloren und zu viele lange Bälle über Schaltzentrale Timmy Simons hinweg gespielt habe. "Das war unserer Unerfahrenheit geschuldet", sagte er.

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Keine weiteren Transferaktivitäten beim Club

Personell nachlegen wird der Club vor Transferschluss am Dienstag gleichwohl nicht mehr. "Wir wissen auch, dass wir nicht so viel Geld haben wie andere. Ich schließe aus, dass wir auf dem Transfermarkt noch etwas machen", sagte Hecking.

In Hamburg und Leverkusen sowie gegen den VfB Stuttgart, so lauten die kommenden, schweren Aufgaben, muss das vorhandene Personal punkten. "Wir wissen, dass wir da nur Außenseiter sind, aber vielleicht liegt uns das ja", sagte Hecking.

Als Underdog fühlt sich auch der SC Freiburg, daran ändert der schmeichelhafte Sieg nichts. "Ich bin allenthalben zufrieden mit dem Ergebnis und der Einstellung der Mannschaft, ansonsten sollten wir aufpassen, dass nicht bald wieder nur Friede, Freude, Eierkuchen herrscht", sagte Dutt. 34 Prozent gewonnene Zweikämpfe, 38 Prozent Ballbesitz - das, so Dutt, "kann nicht unser Anspruch von Fußball sein". Deshalb warteten "14 Tage harter Arbeit auf uns".

Konditionellen Rückstand aufholen

In der Länderspielpause gelte es, den konditionellen Rückstand aufzuholen, den zahlreiche Spieler nach schwieriger Vorbereitung noch haben.  Zudem müssen die neuen Offensivspieler Kisho Yano und Anton Putsilo integriert werden.

Stürmer Yano verzichtete deshalb auf die Länderspiele mit Japan, Putsilo aber trifft erst zwei Tage vor dem nächsten Spiel am 11. September gegen den VfB Stuttgart im Breisgau ein. "Wir haben viel zu tun", sagte Dutt, der lediglich "im Defensivverhalten und läuferisch" Fortschritte erkannt hatte.

Nürnberg - Freiburg: Daten zum Spiel


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