Bundesliga - 2. Spieltag

Bittere Pille bei Heim-Debüt von Ballack

SID
Sonntag, 29.08.2010 | 17:24 Uhr
In Leverkusen ging es richtig zur Sache. Hier sind Tobias Levels und Eren Derdiyok im Duell
© Getty
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Bittere Pille für Bayer Leverkusen beim Heim-Debüt von Rückkehrer Michael Ballack in der Bundesliga. Die Werkself ging gegen Borussia Mönchengladbach nach einer katastrophalen Defensivleistung in einer teils hochklassigen Begegnung mit 3:6 (1:3) unter.

Die Lehrstunde hatte tiefe Spuren bei Bayer Leverkusen hinterlassen. Mit gesenkten Köpfen verließen die Stars der Werkskicker den Platz, Trainer Jupp Heynckes ging schnurstracks nach der 3:6 (1:3)-Pleite im Derby gegen Borussia Mönchengladbach in die Kabine.

Ausgerechnet sein Ex-Klub hatte dem 65-Jährigen eine der bittersten Niederlage in seiner Fußballlehrer-Karriere zugefügt. Es war die höchste Heimschlappe für die Leverkusener seit mehr als 26 Jahren und dem 1:5 gegen Bayern München.

Ballack nach 63 Minuten ausgewechselt

Als einer der Ersten hatte Nationaltorwart Rene Adler ("Das ging gar nicht") die Fassung wiedergefunden: "Lieber einmal richtig, dann wieder aufstehen, als immer mit einem Tor Unterschied verlieren."

Ein bitterer Nachmittag war es auch für Nationalmannschaftskapitän Michael Ballack, der sein Bundesliga-Heim-Comeback feierte. In der 63. Minute wurde der Mittelfeldspieler von Heynckes gegen Lars Bender ausgewechselt.

Ballack, der von Bundestrainer Joachim Löw wegen mangelnder Fitness nicht für die EM-Qualifikationsspiele in Brüssel gegen Belgien (3. September) und vier Tage später gegen Aserbaidschan in Köln nominiert worden war, blieb meist blass und setzte kaum Akzente. So mussten Ballack und Bayer sechs bittere Pillen der Gladbacher schlucken.

Erstmals sechs Heim-Gegentore

Aber auch die Mitspieler bekleckerten sich nicht mit Ruhm. Erstmals kassierte Bayer sechs Gegentore in einem Bundesliga-Heimspiel. "Wir haben uns das Leben heute selber schwer gemacht. Wir haben als Mannschaft nicht so funktioniert, das ist einfach schade", meinte Bayer-Torjäger Stefan Kießling.

Abwehrchef Sami Hyypiä, der seinen Vertrag am Spieltag vorzeitig bis 2012 verlängert hatte, ergänzte: "Das war eine Lehrstunde für uns." Vor Wochenfrist hatte Bayer noch bei Borussia Dortmund mit 2:0 gewonnen, sogar der Sprung an die Tabellenspitze lag gegen die Gladbacher im Bereich des Möglichen.

Frontzeck: "Jetzt wird gefeiert"

Doch der fünfmalige Champion von Niederrhein war diesmal eine Nummer zu groß. "Das haben wir nicht in den kühnsten Träumen erwartet. Das war für unsere Verhältnisse ein perfektes Auswärtsspiel. Wir haben zwei Wochen Zeit, jetzt wird gefeiert", sagte Gladbach-Trainer Michael Frontzeck.

Für Gladbach war es der erste Saisonsieg und der erste Erfolg in Leverkusen seit dem 5. März 1994.

Matchwinner der Gäste beim spektakulären Torfestival war der erst 19-jährige Patrick Herrmann mit seinem ersten Bundesliga-Doppelpack (20. und 44.). Zudem trafen der torgefährliche Abwehrspieler Roel Brouwers (40.), Juan Arango (56.), Mohamadou Idrissou (60.) und Marco Reus (69.) für die starke Borussia.

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Gladbach nutzt Freiheiten

Heynckes, der erstmals als Trainer eine Heimniederlage gegen seinen Stammklub kassierte, bot gegen seine "alte Liebe" Borussia im Gegensatz zum Europa-League-Sieg bei Tawrija Simferopol (3:1) neben Ballack mit Kießling, Renato Augusto, Michal Kadlec und Hyypiä wieder fünf Stammspieler in der Anfangsformation auf.

Doch Disziplin und mannschaftliche Harmonie suchte man aufseiten der Gastgeber vergeblich. Die Borussia nutzte die sich bietenden Freiheiten und machte am Ende das halbe Dutzend Tore komplett.

Für Leverkusen hatte Eren Derdiyok den zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich erzielt (24.), Arturo Vidal verwandelte zudem in einem temporeichen Spiel einen Foulelfmeter (58.). Nationalspieler Stefan Kießling traf zum 3:6 (70.).

Die Bayer-Abwehr um Hyypiä hatte vor 30.210 Zuschauern in der ausverkauften BayArena von Beginn an große Mühe und sah bei den schnellen Angriffen der Gäste häufig ganz schlecht aus. Bayer war zwar von Beginn an um Spielkontrolle bemüht, doch es schlichen sich immer wieder Fehlpässe und Ballverluste ein. So kam der Kantersieg der Borussia zustande.

Leverkusen - Gladbach: Daten zum Spiel

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