Samstag, 18.12.2010

Bundesliga - 17. Spieltag

Klaus Allofs: "Stecken im Abstiegskampf"

Raus aus der Champions League, raus aus dem DFB-Pokal, rein in den Abstiegskampf - die 1:2-Heimniederlage gegen Aufsteiger 1. FC Kaiserslautern war ein Spiegelbild der verkorksten Bundesliga-Hinrunde von Werder Bremen.

Werder Bremen trennt nur noch vier Punkte bis zum Relegationsplatz
© Getty
Werder Bremen trennt nur noch vier Punkte bis zum Relegationsplatz

Es war Klubboss Klaus Allofs höchstpersönlich, der die "A-Frage" auf den Punkt beantwortete. "Ja, wir stecken im Abstiegskampf. In unserer Tabellensituation ist man in Prinzip immer in Gefahr", sagte Werder Bremens Vorstandsvorsitzender und knetete dabei nervös seine Hände.

Die 1:2 (1:1)-Heimniederlage gegen Aufsteiger 1. FC Kaiserslautern war das Spiegelbild einer verkorksten Hinserie, mit nur 19 Punkten die schwächste Vorrunde in der elften Saison unter Trainer Thomas Schaaf.

Der sichtlich deprimierte Werder-Coach vermied zwar sehr bemüht das bisherige Bremer Tabuwort, doch der Ernst der Lage war ihm nach der dritten Heimniederlage der Saison durchaus bewusst: "Wir stecken da, wo wir in der Tabelle stecken." Nur noch vier Punkte trennen die Norddeutschen vom Relegationsplatz 16.

Dass die Probleme bei den Hanseaten nicht nur rein sportlicher Natur sind, dafür lieferte Aaron Hunt fast schon den schlagenden Beweis. "Wir spielen nicht gegen den Abstieg", verkündete der Nationalspieler mit nicht besonders gut markiertem Selbstvertrauen. Eine Aussage, die bei seinem Sportdirektor gar nicht gut ankam: "Einige bei uns haben ihren Beruf noch nicht zu Ende gelernt."

Pizarro und Almeida fehlten

Ohne Claudio Pizarro (muskuläre Probleme) und Hugo Almeida (Rotsperre) hatten die Bremer gegen einen so selbstbewussten wie kampfstarken Neuling scheinbar aber auch das Toreschießen verlernt. Es brauchte schon einen von Hunt verwandelten Foulelfmeter (34.), um wenigstens eine Halbzeit lang einigermaßen im Spiel zu bleiben.

Den Unterschied aber machte vor 35.135 Zuschauern im Weserstadion Srdjan Lakic aus. Der 27 Jahre alte Kroate versetzte die Platzherren schon nach 23 Sekunden in der eiskalten Arena in eine Schockstarre, sieben Minuten nach Wiederbeginn stellte der Torjäger mit seinem elften Saisontreffer die Weichen endgültig auf Auswärtssieg.

blog Useranalyse: Nächster Halt Abstiegskampf

FCK-Sportdirektor Stefan Kuntz weiß, wie wichtig der Topstürmer auf dem Weg zum Klassenerhalt ist: "Seine Chancenverwertung ist im Moment fast hundertprozentig. Wir wissen, wie wertvoll er für uns ist."

Fragt sich nur wie lange noch, denn der Vertrag des ballsicheren Angreifers läuft zum Saisonende aus. "Ich bin in Kaiserslautern sehr glücklich, aber ich weiß noch nicht, wie es weitergeht", sagte Lakic, der nach eigenem Bekunden noch keine Angebote vorliegen hat.

Lakic "weckt Begehrlichkeiten"

Was sein Trainer Marco Kurz nicht so recht glauben mochte: "Natürlich weckt ein solcher Spieler bei anderen Vereinen Begehrlichkeiten. Aber ich denke, er weiß zu schätzen, was er an Kaiserslautern hat."

In Bremen hat man in den vergangenen Wochen schmerzlich erfahren müssen, was man an Leistungsträgern wie den derzeit verletzten Brasilianern Naldo und Wesley nicht hat, wenn sie der Mannschaft nicht zur Verfügung stehen können.

In der Hoffnung auf rasche Genesung will man an der Weser deshalb davon absehen, in der Weihnachtspause auf dem Transfermarkt aktiv zu werden. Allofs: "Ich hoffe auf neue Vorzeichen, wenn wir im Januar unsere Rückrundenvorbereitung beginnen."

Bis dahin aber sollen die ins untere Mittelmaß abgestürzten einstigen Champions-League-Helden nicht nur Weihnachten und den Jahreswechsel feiern, sondern auch die aktuelle sportliche Situation reflektieren.

Das jedenfalls fordert Schaaf von seinen Profis: "Die Winterpause ist ganz gut für die Spieler, um sich einmal selbst zu hinterfragen." Wie ein unverbindlicher Hinweis klang das nicht gerade...

Bremen - Kaiserslautern: Daten zum Spiel


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