Bundesliga - 16. Spieltag

Zwei verschossene Elfmeter - ein Schalker Tor

Von Thomas Gaber / Markus Matjeschk
Sonntag, 12.12.2010 | 18:58 Uhr
Schalkes Jefferson Farfan (l.) erzielte in Mainz seinen zweiten Saisontreffer
Advertisement
Erlebe
deinen Sport
live
J1 League
Sa12:00
Kawasaki -
Kobe
CSL
Sa13:35
Jiangsu Suning -
Shanghai SIPG
Allsvenskan
Sa16:00
Malmö -
Eskilstuna
CSL
So13:35
Tianjin Quanjian -
Guangzhou Evergrande
Serie A
So21:00
Flamengo -
Sao Paulo
Serie A
Di01:00
Fluminense -
Chapecoense
J1 League
Mi12:00
Kawasaki -
Urawa
J1 League
Sa12:00
Vissel Kobe -
Vegalta Sendai
CSL
Sa13:35
Beijing Guoan -
Guangzhou Evergrande
Serie A
So00:00
Corinthians -
Ponte Preta
J1 League
So11:30
Urawa -
Nigata
CSL
So13:35
Tianjin -
Shandong
Serie A
So21:00
Cruzeiro -
Palmeiras
Serie A
Mo00:00
Santos -
Sao Paulo

Schalke 04 ist durch einen 1:0 (1:0)-Sieg am 16. Spieltag der Bundesliga beim FSV Mainz 05 auf den zehnten Tabellenplatz geklettert. Jefferson Farfan (30.) erzielte das Tor für die Mannschaft von Trainer Felix Magath. Es war Schalkes erster Dreier in der Fremde seit September. Mainz verlor das vierte der letzten fünf Heimspiele und rutschte auf Rang vier ab.

Vor 20.300 Zuschauern am Mainzer Bruchweg war Schalke der verdiente Sieger. Klaas-Jan Huntelaar (7.) und Andre Schürrle (73.) verschossen je einen Elfmeter.

Reaktionen:

Felix Magath (Trainer Schalke) über das Spiel: "Wir waren die deutlich bessere Mannschaft und hätten schon früher mit 2:0 führen müssen. Wir haben das Spiel über weite Strecken bestimmt und kaum etwas zugelassen."

Magath über Manuel Neuer: "Manuel hat sich hier zu einem Weltklasse-Mann entwickelt. Ich denke, er ist gut beraten, wenn er etwaige Abwanderungspläne zurückschiebt und weiterhin Schalke die Treue hält. Denn so etwas gibt es wahrscheinlich kein zweites Mal mehr, dass ein Weltklasse-Torhüter, der im eigenen Verein groß geworden ist und in der Fankurve gestanden hat, jetzt für die Fans die Kohlen aus dem Feuer holt."

Sami Allagui (Mainz 05): "Wir haben in der ersten Halbzeit nicht das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. Das war zu wenig. Wir wollten im Heimspiel zeigen, dass man hier kämpfen und bluten muss, um hier was zu holen. Aber das haben wir gerade am Anfang nicht hinbekommen."

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Mainz-Coach Tuchel wechselt mal wieder eifrig durch. Mit Heller, Soto, Polanski, Ivanschitz und Allagui kommen fünf Neue im Vergleich zum 1:2 in Frankfurt. Schürrle kommt im 4-2-3-1 über links, Allagui ist einzige Spitze.

Magath ändert die Taktik aus den beiden siegreichen Spielen gegen Bayern und Benfica. Papadopoulos muss auf die Bank, Farfan steht dafür in der Startelf. Aus dem 4-4-2 mit Raute wird ein 4-4-2 mit Doppelsechs.

3.: Freistoß für Mainz, 27 Meter zentral vor dem S04-Kasten. Risse versucht's mit dem Schlenzer, der Ball fliegt zentral aufs Tor. Neuer packt sicher zu.

7.: Elfmeter für Schalke! Farfan dringt über rechts in den Sechzehner ein. Fuchs grätscht dazwischen, hebt sein Bein noch leicht hoch und Farfan fällt. Schiri Brych zeigt auf den Punkt. Huntelaar schießt den Ball vom Punkt an den linken Pfosten!

18.: Langer Ball in die Spitze. Allagui löst sich in halblinker Position von Metzelder, dreht sich blitzschnell und hält mit links drauf. Der Ball zischt Richtung langes Eck, Neuer taucht ab und fischt sich die Pille.

30., 0:1, Farfan: Heller verschätzt sich nach einem langen Ball von Rakitic auf Schmitz. Der Schalker ist über links durch, geht nach innen und spielt von der Grundlinie in den Rücken der Abwehr. Jurado knallt Raul die Kugel zunächst unglücklich an den Rücken, Farfan jagt den Nachschuss aus zwölf Metern mittig in die Maschen. Sein 2. Saisontreffer.

60.: Triple-Wechsel bei Mainz. Szalai, Holtby und Caliguri kommen für Soto, Risse und Ivanschitz. Tuchel stellt auf 4-4-2 um mit Holtby zentral hinter den beiden Spitzen Allagui/Szalai.

72.: Elfmeter für Mainz! Metzelder vertändelt den Ball am eigenen Strafraum an Holtby. Der steckt durch auf Szalai, Neuer stürzt dem Mainzer entgegen, der fädelt ein - Elfmeter! Ganz enge Kiste, aber eher eine Schwalbe von Szalai als ein Foul von Neuer.

73.: Neuer hält! Ganz schwacher Schuss von Schürrle nach links, Neuer pariert. Uchida misslingt der Befreiungsschlag, Szalai zieht ab, Metzelder fälscht mit dem Oberschenkel ab, der Ball senkt sich an die Latte!

Fazit: Verdienter Schalker Sieg gegen ideenlose Mainzer, die auch noch ihre größte Chance zum Ausgleich halbherzig ausließen.

Der Star des Spiels: Peer Kluge. Herr im Mittelfeld der Schalker. Lief in der Defensive die Löcher zu und gewann viele Zweikämpfe. Offensiv sogar mit der ein oder anderen eleganten Aktion. Kluge musste nach 62 Minuten leicht angeschlagen runter. Bis dahin war er bester Mann auf dem Platz.

Die Gurke des Spiels: Florian Heller. Der Mainzer Rechtsverteidiger stand komplett neben sich. Heller schätzte den langen Ball auf Schmitz vor dem 0:1 falsch ein. Jurado-Ersatz Edu nutzte seine Schnelligkeit und überlief Heller immer wieder. Aus fast jedem Schalker Angriff über die linke Seite entstand Gefahr. Im Spiel nach vorne war von Heller nichts zu sehen. Ebenfalls schwach bei Mainz: Schürrle und Soto.

Die Pfeife des Spiels: Dr. Felix Brych lag in einem fairen Spiel bei vielen Entscheidungen richtig. Bei der Szene, die zum Elfmeter führte, wurde Brych von seinem Assistenten auf ein Foulspiel von Fuchs aufmerksam gemacht. Neuers Aktion als Foul an Szalai zu bewerten, war falsch, aber aus dem Blickwinkel des Referees nachvollziehbar.

Analyse: Schalke überstand eine starke Mainzer Anfangsphase schadlos. Risse macht über die linke Seite Druck, im Zentrum hatte Ivanschitz ein, zwei gute Aktionen. Außer einem Freistoß von Risse entstand aber keine Gefahr für Schalke-Keeper Neuer.

Nach zehn Minuten übernahm Schalke das Kommando. Kluge und Rakitic hatten das Mittelfeld im Griff und verteilten die Bälle auf die Außenbahnen. Schmitz und Uchida gingen immer wieder mit nach vorne, Heller und Fuchs fehlte dabei die Unterstützung von Risse und Schürrle.

Ein Matchplan war bei Mainz nicht erkennbar. Die 05er verzichteten fast gänzlich auf Pressing und nach der Balleroberung wurde unüberlegt und hektisch versucht, das Mittelfeld schnell zu überbrücken. So leisteten sich die Mainzer viele unnötige Ballverluste in der Vorwärtsbewegung.

Auch der dreifache Wechsel von Tuchel nach einer Stunde und die Umstellung auf 4-4-2 mit Raute änderte nichts an der Schalker Überlegenheit.

In der Schlussphase behielten die Schalker, mit Ausnahme der Elfmetersituation, auch in der Defensive den Überblick. Die Knappen waren geistig frischer und traten endlich den Beweis an, auch auswärts dominant auftreten zu können.

Mainz verlor vier der letzten fünf Heimspiele mit 0:1. Die Tuchel-Truppe ist von der Form des ersten Saisondrittels derzeit weit entfernt.

Mainz - Schalke: Daten zum Spiel

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung