Leverkusen schießt HSV ins Mittelmaß

Von Daniel Börlein / Martin Mägdefessel
Samstag, 11.12.2010 | 17:23 Uhr
Renato Augusto (M.) steuerte zwei Treffer gegen den HSV bei
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Der Hamburger SV ist endgültig im Bundesliga-Mittelmaß angekommen. Das Team von Trainer Armin Veh verlor vor eigenem Publikum gegen Bayer Leverkusen mit 2:4 (0:1).

Vor 50.000 Zuschauer in der Hamburger Imtech Arena brachte Sidney Sam die Gäste in der ersten Halbzeit in Führung (30.). Kurz nach dem Seitenwechsel glich der HSV durch ein Eigentor von Arturo Vidal aus (48.).

Nach 61 Minuten machte der Chilene seinen Fauxpas wett und erzielte das 2:1 für Bayer. Ein Doppelschlag von Renato Augusto brachte die endgültige Entscheidung (66. und 78.). Eljero Elia gelang lediglich noch der Anschlusstreffer. (79.)

Leverkusen liegt nun bei 32 Punkten und bleibt auswärts weiter ungeschlagen. Der HSV rangiert mit 21 Zählern auf Platz neun.

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Beim HSV beginnt Benjamin hinten rechts anstelle von Rincon. Im Mittelfeld setzt Veh auf eine Raute mit Jarolim, Ze Roberto, Pitroipa und Troche. Vorne darf Guerrero neben van Nistelrooy ran.

Bei Bayer sitzt der angeschlagene Hyypiä nur auf der Bank. Reinartz dafür in den Innenverteidigung und Rolfes im defensiven Mittelfeld. Im Angriff bekommt Derdiyok den Vorzug vor Helmes.

30., 0:1, Sam: Barnetta flankt von rechts nach innen, Vidal kommt gegen Demel und Westermann mit dem Kopf an die Hereingabe. Ihm rutscht das Leder über den Scheitel und am langen Pfosten bekommt Sam die Kugel. Er zieht mit links ab und knallt den Ball aus zehn Metern in die lange Ecke. Nicht unhaltbar.

48., 1:1, Vidal (Eigentor): Ze Roberto zirkelt die Ecke von links nach innen und Vidal lenkt den Ball mit dem Knie in die lange Ecke. Adler hat keine Chance zur Abwehr.

61., 1:2, Vidal: Ecke von rechts. Kadlec leitet den Ball am ersten Pfosten weiter. Kein Hamburger reagiert. Vidal rauscht von hinten ran und nickt die Pille neben den linken Pfosten ein.

66., 1:3, Renato Augusto: Castro passt von rechts in den Lauf des Brasilianers, der Jarolim davon läuft und Rost dann von halbrechts überlupft.

78., 1:4, Renato Augusto: Der Brasilianer bekommt rechts den Ball und lässt Rincon stehen, der noch nicht richtig auf dem Platz ist. Augusto läuft auf das Tor zu und aus ganz spitzem Winkel tunnelt er Rost, der die Kugel ins eigene Tor lenkt.

79., 2:4, Elia: Van Nistelrooy legt am Sechzehner auf Guerrero ab, der das Ding an den linken Pfosten nagelt. Elia schiebt den Nachschuss dann über die Linie.

Fazit: Nach einer schwachen ersten Halbzeit von beiden Teams ging nach der Pause die Post ab, was an starken Gästen und einem schwachen HSV lag. Verdienter Sieg für Leverkusen!

Der Star des Spiels: Manuel Friedrich. Gab in Abwesenheit von Hyypiä Leverkusens Abwehrchef und lieferte eine bärenstarke Vorstellung ab. In der Luft nicht zu bezwingen, dazu mit einem überragenden Stellungsspiel. Guerrero und van Nistelrooy sahen gar kein Land. Stark in Halbzeit zwei: Vidal und Augusto.

Die Gurke des Spiels: Ze Roberto. Begann dieses Mal halblinks in der Mittelfeldraute, wechselte immer mal wieder auf die rechte Seite, blieb allerdings überall völlig wirkungslos. Im Gegenteil: Leistete sich viele ungewohnte Ballverluste und präsentierte sich schwach wie selten im HSV-Trikot. Wurde nach 68 Minuten als erster Hamburger ausgewechselt.

Die Pfeife des Spiels: Felix Zwayer. Griff beim ersten harten Foulspiel von Reinartz gegen Guerrero gleich durch und zeigte Gelb. Hatte die Partie danach gut im Griff und reagierte auch souverän, als Hamburger und Leverkusener Spieler ab und an aneinander gerieten.

Analyse: Der HSV steckt endgültig im Bundesliga-Mittelmaß fest. Betrachtet man die Leistung gegen Leverkusen, muss man sagen: völlig zurecht. Von Beginn an taten sich die Gastgeber schwer, Struktur und Tempo ins Spiel zu bekommen, ein echter Plan war nicht erkennbar.

Blog User-Analyse zum Spiel: Hamburger Schmerz-Verein

Zudem leisteten sich Trochowski und Ze Roberto immer wieder einfache Ballverluste. Die einzige echte HSV-Chance durch Pitroipa (39.) war eher ein Zufallsprodukt. Leverkusen überließ den Gastgebern das Spiel, attackierte erst ab der Mittellinie und stellte in der eigenen Hälfte die Räume geschickt zu. Das reichte, um den HSV in Halbzeit eins in Schach zu halten und durch einen der gelegentlichen Gegenstöße in Führung zu gehen.

Nach der Pause glich der HSV schnell aus. Statt weiter nach vorne zu spielen, zog sich die Veh-Elf allerdings zurück und gab das Heft des Handelns wieder aus der Hand. Bayer schob mit der ganzen Mannschaft nun weiter nach vorne, immer wieder rückten die Außenverteidiger mit auf. Die erneute Führung war die logische Konsequenz.

Spätestens nach dem 3:1 war die Partie gelaufen. Der HSV gab sich zwar nicht auf, dennoch hatte Leverkusen leichtes Spiel gegen völlig verunsicherte Hamburger, für die es in der Schlussphase für jede verunglückte Aktion Pfiffe und Häme von den eigenen Fans gab.

Hamburg - Leverkusen: Daten zum Spiel

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