Bundesliga - 14. Spieltag

Van Gaal: "Das beste Spiel unter meiner Leitung"

Von Für SPOX in der Allianz Arena: Florian Bogner
Samstag, 27.11.2010 | 21:05 Uhr
Gewinnertypen beim FCB: Breno (l.) hielt hinten dicht, Anatolij Tymoschtschuk traf im Doppelpack
© Getty
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Der überzeugende 4:1-Sieg des FC Bayern München gegen Eintracht Frankfurt lässt zufriedene Bayern zurück - aber auch einen großen Verlierer und ein Luxusproblem.

Reaktionen:

Christian Nerlinger (Sportdirektor Bayern München): "Frieden gibt es beim FC Bayern nur, wenn man erfolgreich Fußball spielt. Das ist so. Wir müssen erfolgreich sein. Das ist die Grundvoraussetzung, dann lebt es sich auch angenehmer. Solange man der Tabellenspitze so weit hinterher hinkt, wird immer Unruhe sein."

Louis van Gaal (Trainer Bayern München): "Das war das beste Bundesligaspiel unter meiner Leitung. Eintracht hat eng verteidigt, trotzdem haben wir viele Chancen kreiert. Es war ein schönes Spiel, das die Zuschauer erwärmt hat. Wir sind drei Punkte vom dritten Platz weg. Das ist das Minimum, das wir erreichen müssen."

Mario Gomez (Bayern München): "Wir sind keine Maschinen. Es kommt vor, dass man mal ein Spiel wie in Rom verliert. Aber nur, weil wir mal eine schlechte Halbzeit gespielt haben, ist nicht gleich wieder alles scheiße. Das hat uns als Mannschaft überhaupt nicht verunsichert. Wir spielen seit Wochen guten Fußball, brauchen aber noch viele Punkte."

Anatolij Tymoschtschuk (Bayern München): "Nach der ersten Halbzeit haben wir in der Kabine gesagt: 'Weiter, weiter! Nach vorne!' Das hat man dann in der zweiten Halbzeit gesehen. Wir haben drei Tore gemacht und gewonnen - das war ein wichtiger Sieg. Natürlich bin ich froh über die zwei Tore, aber ich bin vor allem froh, dass die Mannschaft gewonnen hat."

Toni Kroos (Bayern München): "Wir haben unsere Hausaufgaben relativ souverän erledigt. Wenn wir die Form halten, wird es schwer, uns zu schlagen. Die Variante mit mir auf der Sechs und Schweini auf der Zehn hat gut geklappt. Die Lösung kann ich mir auch dauerhaft vorstellen."

Thomas Müller (Bayern München): "Aus so einer Halbzeit wie der ersten muss man mehr erzielen als ein 1:1, vor allem wenn es demnächst gegen Schalke oder Stuttgart geht. Wir müssen gegen Schalke wieder alles abrufen, um drei Punkte zu machen. Wenn wir dann noch mal drei Punkte machen, schauen wir irgendwann auch wieder auf die Tabelle."

Karl-Heinz Rummenigge (Vorstandsboss Bayern München): "Die Fehler, die von Daniel (van Buyten, Anm. d. Red.) erlaubt worden sind, sind Fehler, die auf diesem Niveau unmöglich sind - denn dafür bezahlt man."

Nachbetrachtung:

Man kann van Gaals Aussage durchaus zustimmen: Gegen Frankfurt lieferte Bayern die perfekte Antwort auf die Niederlage in der Champions League und bot eine mannschaftlich geschlossen gute Leistung. Im Bayern-Team überzeugten eigentlich alle - bis auf einen.

Innenverteidiger Daniel van Buyten hatte wirklich einen rabenschwarzen Tag erwischt und wurde nach einer unterirdischen ersten Halbzeit ausgewechselt. Wohl auch, weil er laut van Gaal über Krankheitssymptome klagte. Angesichts dessen wäre es aber besser gewesen, der 32-Jährige hätte gleich auf seinen Einsatz verzichtet.

So bekam die "Bayern braucht neue Verteidiger"-Fraktion nur neue Nahrung. Immerhin: Das Duo Martin Demichelis/Breno harmonierte nach der Halbzeit besser und ließ eigentlich keine Frankfurter Chance mehr zu.

Van Buyten dürfte damit wohl erstmal aus der Startelf raus sein. Demichelis rasiert, van Buyten außer Form - die Innenverteidigung der Zukunft dürfte Badstuber/Breno lauten.

Taktisch wartete der Trainer derweil mit einem Clou auf: Da Franck Ribery (der übrigens 90 Minuten durchhielt) wieder in die Bundesliga-Startelf integriert wurde, musste einer im Mittelfeld raus. Dass es Andreas Ottl traf, war nach dessen Ballverlust vor dem Tor zum 1:2 in Rom zu erwarten gewesen.

Dass Schweinsteiger erneut zentral offensiv und Kroos dafür im defensiven Mittelfeld auflief, überraschte hingegen. Die Idee dahinter war klar: Schweinsteiger war in den vergangenen Wochen in seiner neuen Rolle ein verlässlicher Torchancenlieferant gewesen, Kroos sollte das Spiel dahinter gegen einen defensiven Gegner noch mehr ankurbeln.

Im Endeffekt war es eine der offensivsten Varianten, die van Gaal im Mittelfeld in petto hat. Dass man Frankfurt in der zweiten Halbzeit im Schwitzkasten hielt und keine Konterchance zuließ, dürfte den Trainer bestätigt haben. Für Heimspiele gegen extrem defensive Gegner könnte es zur Dauerlösung werden.

Allerdings war Kroos trotz 108 Ballkontakten noch nicht die überragende Figur im Spielaufbau, auch wenn er sich im zweiten Durchgang fing. Mittelfristig wird sich der Youngster, der nun schon jede Position im Mittelfeld bekleidet hat, weiter steigern müssen.

Denn so flexibel einsetzbar Kroos auch sein mag: Mit Mark van Bommel kehrt bald der nächste Rekonvaleszent ins Team zurück.

Entweder er oder der diesmal überragende Anatolij Tymoschtschuk müssten dann für den Kapitän weichen. Aber wer nimmt schon einen zweifachen Torschützen aus dem Team?

Analyse: Müller und Tymoschtschuk stark - van Buyten in Not

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