Bundesliga - 14. Spieltag

FC Bayern zuhause wieder eine Macht

Von Für SPOX in der Allianz Arena: Florian Bogner / Marie Heller
Samstag, 27.11.2010 | 17:25 Uhr
Franck Ribery (l. im Zweikampf mit Patrick Ochs) gab sein Bundesliga-Comeback von Beginn an
© Getty
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Der FC Bayern München hat am 14. Spieltag der Bundesliga seine gute Heimform bewahrt und Eintracht Frankfurt mit 4:1 (1:1) geschlagen. Es war bereits der vierte Heimsieg in Folge, dabei schoss Bayern immer mindestens drei Tore.

Vor 69.000 Zuschauern in der ausverkauften Münchner Allianz Arena brachte Anatolij Tymoschtschuk die Hausherren in Führung (29.). Theofanis Gekas glich mit seinem zwölften Saisontor aus (32.), ehe die Bayern das Spiel durch einen Doppelschlag von Thomas Müller (59.) und Mario Gomez (61.) entschieden. Den Schlusspunkt setzte erneut Tymoschtschuk (87.).

Durch den Sieg haben die Münchner nun 23 Punkte auf dem Konto - die Vorgabe von Trainer Louis van Gaal für die Hinrunde sind 30 Zähler.

Reaktionen:

Louis van Gaal (Trainer Bayern München): "Ich denke, dass wir vielleicht unser bestes Spiel in dieser Saison gespielt haben. Eintracht hat gut verteidigt, trotzdem haben wir viele Chancen kreiert. Es war ein schönes Spiel, das die Zuschauer erwärmt hat. Wir sind drei Punkte vom dritten Platz weg. Das ist das Minimum, das wir erreichen müssen."

Mario Gomez (Bayern München): "In der zweiten Halbzeit haben wir das überragend gespielt, haben die Tore verdient gemacht. Wir hätten wieder mehr Tore machen können. Wir wissen, dass wir viele Punkte aufholen müssen, das werden wir versuchen."

Michael Skibbe (Trainer Eintracht Frankfurt): "In der ersten Halbzeit haben wir uns gut und geschickt aus der Affäre gezogen. Der Doppelschlag war bitter und hat uns das Genick gebrochen. In der zweiten Halbzeit ist der Druck zu groß geworden, aber zuvor haben wir gut gespielt."

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Bayern im Vergleich zum 1:1 in Leverkusen mit einer Änderung: Ribery spielt für Ottl. Schweinsteiger bleibt zentral offensiv, Kroos rückt ins defensive Mittelfeld. Kapitän van Bommel sitzt immerhin schon wieder auf der Bank.

Frankfurt im 4-1-4-1 ohne die gelbgesperrten Franz und Tzavellas, den verletzten Köhler und Caio (Bank). Dafür spielen Vasoski, Meier, Heller und Kittel. Für das 17 Jahre alte Talent ist es die Startelfpremiere. Jung muss links hinten verteidigen, Ochs rückt nach hinten rechts.

13.: Dicker Fehler von van Buyten. Gekas steht allein vor Butt, geht links vorbei. Breno eilt auf die Torlinie zurück und stoppt Gekas' Schuss mit der Brust. Den Nachschuss setzt Kittel links vorbei.

29., 1:0, Tymoschtschuk: Müller setzt sich auf dem rechten Flügel durch, legt ab für Tymoschtschuk. Dessen Linksschuss von der Sechzehnergrenze passt genau ins linke Eck.

32., 1:1, Gekas: Ribery zu nachlässig, Pranjic greift Heller nicht richtig an. Van Buyten springt unter dessen Flanke durch. Gekas köpft, Butt hält stark, Gekas drückt den Nachschuss rein. 12. Saisontor!

37.: Vasoski vertändelt den Ball an Ribery. Kluger Pass auf Müller, der schiebt den Ball jedoch rechts am Tor vorbei.

41.: Wieder Ribery, diesmal Sieger gegen Meier. Querpass auf Schweinsteiger. Der scheitert aus 16 Metern freistehend.

47.: Schweinsteiger schickt Gomez in den Strafraum. Dessen Schuss aus spitzem Winkel touchiert den linken Pfosten.

59., 2:1, Müller: Kroos zieht aus 25 Metern ab. Der am Knie angeschlagene Nikolov lässt nach vorne prallen, Müller staubt ab. 3. Saisontor.

61., 3:1, Gomez: Konter Bayern. Müller auf Ribery, Nikolov pariert erneut nach vorne, Gomez staubt ab. 9. Saisontor.

85.: Gomez nach Pass von van Bommel frei vor Nikolov - der verhindert Schlimmeres.

88., 4:1, Tymoschtschuk: Pass von Ribery in die Mitte, wenig Gegenwehr der Eintracht. Tymoschtschuk schiebt in Torjägermanier überlegt ins rechte Eck. 3. Saisontor.

Fazit: Bayern verdient sich den vierten Heimsieg in Folge durch eine in der Summe überzeugende Leistung. Frankfurt hinten raus viel zu brav.

Der Star des Spiels: Thomas Müller. Der WM-Shootingstar hat sein Formtief überwunden und war an drei Treffern beteiligt. Beim 1:0 legte er für Tymoschtschuk ab, das 2:1 machte er selbst, beim 3:1 leitete er Riberys Torschuss ein. Der arme Jung kam bei Müller kaum hinterher. Ebenfalls stark bei Bayern: Tymoschtschuk.

Die Gurke des Spiels: Daniel van Buyten. Wirkte von der ersten Minute an verunsichert, spielte viele Fehlpässe und ließ Gekas zu oft aus den Augen. Beim 1:1 verschätzte er sich total und schaltete vor dem Nachschuss schon ab. Gewann nur einen Zweikampf, wurde deshalb zur Pause runter genommen. Ist seinen Stammplatz nun wahrscheinlich los.

Die Pfeife des Spiels: Felix Zwayer. Pfiff ohne Linie und verzichtete unverständlicherweise mehrfach auf Gelbe Karten. So behalf sich Frankfurt oft mit taktischen Fouls, die ohne Konsequenzen blieben. Bei Gomez' Abseitstor (9.) und bei Gelb gegen Ribery wegen Ballwegschlagen (20.) lagen die Unparteiischen aber richtig.

Analyse: Gewohntes Bild zu Beginn: Die ersatzgeschwächte Frankfurter Elf wartete ab, Bayern mit über 70 Prozent Ballbesitz. Schwegler putzte zwischen den beiden Viererketten aus und kümmerte sich vornehmlich um Schweinsteiger. Zudem versuchte es die Eintracht zu Beginn mit Pressing, um den Spielaufbau zu unterbinden.

Kam Frankfurt an den Ball, wurde schnörkellos nach vorne gespielt. Da Ribery seine Defensivarbeit vernachlässigte, suchte Frankfurt immer wieder den Weg über die rechte Seite. Zentral war Gekas ungemein agil und setzte van Buyten mehrfach unter Druck. Auch die Bayern griffen diszipliniert über die Außen an, allerdings fehlte lange ein vernünftiger Abschluss vor dem Tor.

Nach der Halbzeit spielte dann aber nur noch eine Mannschaft. Frankfurt presste nicht mehr, Münchens Defensive stand ohne van Buyten wesentlich sicherer. Zudem forcierte Bayern die Angriffe über die rechte Seite. Zwangsläufig fielen Tore.

Van Gaals Maßnahme, Kroos auf die Sechs zu stellen, griff indes nur zum Teil. Kroos hatte einige Ballverluste und suchte ab und an den falschen Pass - an Schweinsteigers Güteklasse auf dieser Position kam er so nicht heran. Immerhin hatte der Youngster aber die meisten Ballkontakte auf dem Feld.

Bayern - Frankfurt: Daten zum Spiel

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