Croatia-Connection demontiert den Club

SID
Samstag, 20.11.2010 | 19:00 Uhr
Srdjan Lakic (r.) erzielte sein siebtes Saisontor für Kaiserslautern
© Getty
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Nach drei Siegen hintereinander hat der 1. FC Nürnberg nun zweimal verloren. Die zwischenzeitlich aufgekommene Begeisterung über den jungen Club ist nach dem noch schmeichelhaften 1:3 gegen den 1. FC Kaiserslautern schon wieder verflogen.

Gut eine Woche zuvor hatte der 1. FC Nürnberg noch ein wenig Höhenluft geschnuppert. Bekommen ist sie ihm offensichtlich überhaupt nicht. Erst wurde der aufstrebende Club vom FC Bayern München unsanft auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt (0:3), nun versetzte ihm der 1. FC Kaiserslautern mit einem noch schmeichelhaften 1:3 (0:3) den nächsten Tiefschlag.

Und Torhüter Raphael Schäfer befürchtet weiteres Ungemach: "Wir sind an einem Punkt, wo wir aufpassen müssen, dass die nächsten Spiele nicht auch in die Hose gehen." Das nächste Spiel bestreitet Nürnberg übrigens beim FSV Mainz 05.

Katz und Maus mit den Franken

Vor allem in der ersten Halbzeit spielte Kaiserslautern mit den Franken Katz und Maus, und da insbesondere die "Croatia-Connection". Stiven Rivic (4.) nach Vorleistung von Ivo Ilicevic, Ilicevic (12.) nach Flanke von Rivic und Srdjan Lakic (38.) nach einer Hereingabe von Ilicevic düpierten die Gastgeber vor 40.711 Zuschauern scheinbar mühelos.

Als Entschuldigung hätten die Gastgeber nur vorbringen dürfen: In Javier Pinola (gesperrt), Per Nilsson und Juri Judt (beide verletzt) fehlten drei Viertel ihrer sonst recht soliden Viererkette in der Abwehr. Nur Kapitän Andreas Wolf stand auf dem Platz.

Doch die Stellvertreter des Stammpersonals und ihre Vorderleute verhielten sich konsequent fahrlässig - bei allen drei Gegentreffern waren Torschütze und Vorlagengeber unbedrängt. Torhüter Schäfer betonte deshalb: "Es lag nicht an den drei Spielern, die nicht gespielt haben, und es lag auch nicht an den drei Spielern, die gespielt haben.

Es lag an der kompletten Mannschaft." Der bislang so diszipliniert und strukturiert spielende Club ließ den Lauterern so viel Raum, dass die ohnehin schon deutliche Niederlage sogar noch viel höher hätte ausfallen können.

Hecking verfällt nicht in Depression

Dreimal hintereinander hatten die Gastgeber zwischenzeitlich gewonnen, gegen Wolfsburg, in Bremen und gegen Köln, und in Franken schwärmten sie schon vom "magischen Dreick", bestehend aus Ilkay Gündogan, Mehmet Ekici und Julian Schieber.

Beim FC Bayern und nun gegen Lautern schien eine andere Mannschaft auf dem Platz zu stehen. Trainer Dieter Hecking wollte seine Spieler aber nicht in der Luft zerreißen. "Ich habe nicht gejubelt, als wir gewonnen haben und ich falle jetzt nicht in tiefe Depression. Wir werden diese beiden Spiele richtig einordnen", sagte der Ex-Profi.

Beinahe wäre es Kaiserslautern freilich noch ergangen wie dem VfB Stuttgart, der vor einer Woche auf dem Betzenberg schon 3:0 geführt hatte, ehe die Gastgeber daraus noch ein 3:3 machten.

Wolf vergibt Elfmeter

Die Roten Teufel verhielten sich ein wenig zu sorglos, und nach dem Anschlusstreffer des eingewechselten Robert Mack (67.) gings plötzlich nochmal rund: Lauterns Torhüter Tobias Sippel verhinderte dabei gegen Julian Schieber das 2:3 (75.), Thanos Petsos sah "Rot" wegen einer angeblichen Tätlichkeit gegen Andreas Wolf (79.), und wiederum Wolf schoss dann einen Foulelfmeter nur an die Latte des Tores der wankenden Gäste (83.).

"Wir hätten das vierte Tor machen müssen", sagte Lauterns Trainer Marco Kurz. Auf die weniger überzeugende Schlussphase, die seine Mannschaft mit ein wenig Glück und dank Torwart Sippel überstand, hätte er gerne verzichtet. Doch den Gesamteindruck wollte Kurz dadurch keinesfalls schmälern.

"Wir haben ein hervorragendes Spiel abgeliefert. Unter dem Strich war es ein hochverdienter Sieg, auch mit diesem Abstand." Sein Klub-Chef Stefan Kuntz musste da nur noch hinzufügen: "Der Sieg war psychologisch wichtig. Wie die Mannschaft aufgetreten ist, können wir zuversichtlich nach vorne blicken."

Nürnberg - Kaiserslautern: Daten zum Spiel

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