Fussball

Trotz Niederlage: Frontzeck sieht Fortschritte

SID
Filip Daems verletzte sich gegen Wolfsburg erneut

"Wenn du 13 Punkte hast, geht so ein Ding rein. Wenn du sieben hast, eben nicht." Max Eberl, der Sportchef von Borussia Mönchengladbach, machte auch höhere Mächte für die 1:2 (0:1)-Niederlage seines Teams beim VfL Wolfsburg verantwortlich.

Dabei ist es genau andersherum und hat mit der Qualität der Spieler zu tun: Wenn so ein Ding reingeht, hast du 13 Punkte und nicht nur sieben.

So stehen die Gladbacher nach neun Spieltagen auf Platz 17 der Tabelle und schweben in höchster Abstiegsgefahr. Fünf Bundesligaspiele in Folge gingen verloren, dazu auch noch das Pokalspiel.

Es gab gute Spiele und schwache Spiele in dieser Zeit und es gab normale Spiele - aber es gab immer Niederlagen. Trainer Michael Frontzek versucht, in der sportlichen Krise das Positive zu suchen, obwohl die Ergebnisse nicht stimmen.

Frontzeck sieht Steigerung

Optimismus zu verbreiten ist sein Job vor dem brisanten Derby am Samstag gegen den 1. FC Köln, das die Gladbacher keinesfalls verlieren dürfen.

"Auf die Leistung aus dem Wolfsburgspiel können wir aufbauen", sagte der 45-Jährige, "den einzigen Vorwurf, den ich meiner Mannschaft machen kann, ist, dass sie ihre Chancen nicht genutzt hat." Wie eben das Ding.

Damit meinte Eberl die Einlage von Angreifer Raul Bobadilla, der in der 70. Minute die hundertprozentige Chance zum 1:1 versiebte, als er nach einem Zusammenprall der Wolfsburger Diego Benaglio und Alexander Madlung das Leder mit der Hacke aus 16 Metern am leeren Tor vorbeikickte, statt sich in aller Ruhe zu drehen und die Kugel mit der Innenseite einzuschieben.

"Ich dachte, die Szene war abgepfiffen", entschuldigte sich der Argentinier. Das dachten viele im Stadion, auch Trainer Michael Frontzek war sich nicht sicher. "Ich habe die Szene erst im Fernsehen gesehen, Raul war wahrscheinlich etwas desorientiert", sagte der Coach, "ich werde ihn nicht dafür verurteilen, aber er muss aus so etwas lernen."

Borussen-Angriff zu harmlos

Durchaus engagiert hatten die Gladbacher versucht, beim deutschen Meister mitzuhalten. Sie suchten ihre Konterchancen und standen gegen den keinesfalls so überragend wie in der Vorsaison wirbelnden Meister hinten auch ganz gut.

Eine ernsthafte Chance auf einen Punktgewinn hatten sie angesichts ihrer harmlosen Angriffsbemühungen aber nicht. Dennoch war die Wahrnehmung der eigenen Leistung nach den schlechten Spielen zuvor etwas getrübt.

"Wir hatten die Chance, etwas mitzunehmen", behauptete Tobias Levels. Tatsächlich hatten die Westdeutschen schon vor dem 0:1 durch Alexander Madlung (45.+1) viel Glück, dass Edin Dzeko (3., 30.) nur zweimal den Pfosten traf.

Gentner entscheidet Partie

Nach dem 2:0 durch Christian Gentner in der Nachspielzeit war die Partie endgültig gelaufen, der Anschlusstreffer von Michael Bradley gegen unkonzentrierte Wölfe nur Kosmetik.

"Wir waren nicht unterlegen", urteilte Kapitän Filip Daems, "aber das bringt ja nichts, wenn du keine Tore schießt." Der Belgier feierte nach vier Monaten Verletzungspause sein Comeback, musste aber mit erneuten Kniebeschwerden in der 77. Minute wieder ausgewechselt werden.

Eine Kernspin-Untersuchung sollte am Montag ergeben, ob es wieder eine schwere Bänderverletzung ist. Das wäre der nächste schwere Rückschlag.

Wolfsburg - Gladbach: Daten zum Spiel

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