Fussball

Werder macht's gnädig

Von Daniel Börlein/Torsten Adams
Die Bremer (hier Mesut Özil vor Matthieu Delpierre) waren meist einen Schritt eher am Ball als der VfB
© Getty

Der VfB Stuttgart steckt in der Krise, Werder Bremen hingegen klettert in der Tabelle immer weiter nach oben. Die Norddeutschen gewannen das Duell beim VfB mit 2:0 (1:0).

Vor 42.000 Zuschauern in der Stuttgarter Arena brachte Claudio Pizarro die Gäste nach Vorarbeit von Marko Marin bereits nach drei Minuten in Führung.

Kurz nach der Pause erzielte Aaron Hunt mit seinem vierten Treffer im vierten Pflichtspiel in Folge das 2:0 für Werder (51.).

Den Stuttgartern gelang in den letzten sechs Ligaspielen lediglich ein Sieg, wodurch die Elf von Trainer Markus Babbel mit acht Punkten auf Platz 13 rangiert.

Werder klettert hingegen weiter nach oben und ist mit nun 15 Zählern Vierter.

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Beim VfB beginnt Youngster Walch für Gebhart und Boulahrouz für Tasci. Im Angriff dürfen Schieber und Cacau statt Pogrebnjak und Marica ran. Werder mit der gleichen Elf wie beim Sieg gegen Bilbao.

3., 0:1, Pizarro: Blitzstart für Werder. Marin macht auf der linken Seite Celozzi nass, flankt butterweich auf den langen Pfosten. Pizarro ist da und köpft aus fünf Metern ein, Lehmann ohne Chance.

21.: Frings aus dem Mittelfeld mit der Flanke auf Özil. Aus halbrechter Position und rund 12 Metern kommt er frei zum Abschluss, doch Lehmann ist schon unten und pariert. Den Nachschuss kann Pizarro nicht verwerten.

34.: Dicke Chance für Stuttgart. Schieber bekommt den Ball am Elferpunkt von Cacau zugespielt, ist frei, dreht sich aber um Fritz herum statt abzuspielen und zieht aus elf Metern ab. Wiese ist draußen und hält.

Halbzeit-Fazit: Verdiente Werder-Führung, wenngleich der VfB auch die eine oder andere Chance hatte.

51., 0:2, Hunt: Freistoß Werder: Während die komplette VfB-Defensive schläft, reagiert Özil schnell und chippt den Ball zu Hunt. Der gewinnt das Laufduell mit Boka und schiebt aus elf Metern lässig an Lehmann vorbei ins lange Eck.

56.: Pasanen setzt sich gegen Cacau durch. Das Mittelfeld wird schnell überbrückt. Özil mit dem Pass in die Tiefe, Marin zieht aus rund 15 Metern und halblinker Position ab. Lehmann pariert stark.

77.: Mal wieder der VfB: Boka flankt von links in die Mitte. Khedira gewinnt das Duell gegen Niemeyer und kommt unter Bedrängnis aus fünf Metern zum Abschluss. Wiese sicher.

Fazit: Völlig verdienter Werder-Sieg, der sogar noch höher hätte ausfallen können, wenn Bremen seine Angriffe konsequenter ausgespielt hätte.

Der Star des Spiels: Marko Marin. Der kleine Dribbler spielte wieder an der Seite von Claudio Pizarro im Angriff, rochierte allerdings deutlich mehr als der Peruaner und hatte seine besten Aktionen über links, wie bei der Vorbereitung des ersten Treffers. Suchte häufig das Eins-gegen-Eins und strotzte vor Selbstbewusstsein.

Die Gurke des Spiels: Stefano Celozzi. Der Ex-Karlsruher erhielt auf rechts erneut den Vorzug vor Träsch. Celozzi hatte allerdings große Probleme mit Marin, ließ den Bremer vor dem ersten Treffer flanken. Ansonsten mit vielen unnötigen Fouls und leichten Abspielfehlern im Spielaufbau. Babbel reagierte bereits nach 41 Minuten und nahm Celozzi für Träsch vom Platz.

Die Pfeife des Spiels: Florian Meyer. Hatte die anfangs nicklige Partie mit seiner unaufgeregten Art gut im Griff. Hätte manchmal noch etwas konsequenter durchgreifen dürfen.

Die Lehren des Spiels: Der VfB kommt nicht richtig in die Gänge. Nach dem klaren 3:0-Erfolg in Frankfurt gab's nun wieder einen Rückschlag. Die Gründe? Irgendwie wirken die Schwaben nicht spritzig, bekommen nur selten Tempo ins Spiel. Und das, obwohl Markus Babbel mal wieder kräftig durchrotierte.

Langsam muss sich allerdings auch der VfB-Coach die Frage gefallen lassen, warum er ständig durchwechselt, obwohl trotz dieser Maßnahme der Erfolg ausbleibt. Gegen Werder vermisste man Automatismen im Spielaufbau und einstudierte Ballpassagen. Dementsprechend wurde es meist nur gefährlich, wenn das Mittelfeld schnell überbrückt wurde.

Werder bot dagegen ein ganz anderes Bild. Durch die spielstarke Mittelfeldraute ist man extrem ballsicher, kann die Kugel über mehrere Stationen kontrollieren, ehe der finale Pass in die Spitze kommt. Zudem ist Aaron Hunt auf der zentralen Position derzeit in richtig starker Verfassung.

Und im Angriff scheint Thomas Schaaf mit Marin und Pizarro die perfekte Mischung gefunden zu haben: Marin gibt den quirligen, nimmermüden Vorbereiter. Pizarro lauert im Zentrum auf geeignete Zuspiele und überzeugt als Knipser. Keine Frage: In dieser Verfassung zählt Werder wieder zu den besten Teams der Liga.

Stuttgart - Bremen: Daten zum Spiel

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