Bergmann belohnt seine Spieler

SID
Samstag, 03.10.2009 | 19:52 Uhr
Auch nach Spielschluss gefordert: 96-Trainer Andreas Bergmann feiert in der Fan-Kurve
© Getty

Als Trainer Andreas Bergmann noch seinen ersten Heimsieg mit den Anhängern in der Fankurve feierte, dachte Sportdirektor Jörg Schmadtke schon an die Zukunft.

"Eine vorzeitige Vertragsverlängerung ist nicht ausgeschlossen", meinte der Ex-Profi, sichtlich euphorisiert vom 5:2 (3:1)-Erfolg von Hannover 96 gegen den SC Freiburg. Dieser hatte an der Leine Riesenerleichterung ausgelöst und direkten Kontakt zum Mittelfeld der Tabelle hergestellt.

Der so umgarnte Coach, eigentlich nur als Interimslösung vorgesehen und nach der Beförderung vor fünf Wochen schließlich mit einem Kontrakt bis zum Saisonende ausgestattet, nahm diese Offerte zwar "als Vertrauensbeweis" zur Kenntnis, doch viel wichtiger war dem 50-Jährigen, dass seine Schützlinge ihr dringend benötigtes Erfolgerlebnis genießen durften.

Bergmann versteht fehlende Souveränität

"Natürlich waren wir nicht in allen Phasen souverän, aber man muss nur auf die Tabelle schauen, um zu erkennen, wie wichtig dieser Sieg war", sagte Bergmann.

Wichtig und spektakulär zugleich, denn die abwechslungsreiche Partie vor 28.412 Zuschauern sah nicht nach einem Duell zweier Teams aus dem Mittelmaß der Liga aus. Die Platzherren führten durch Sofian Chahed (7.) und Arnold Bruggink (10.) schnell und deutlich.

Ivica Banovic (35.) und Julian Schuster (82.) konnten zweimal verkürzen, aber nicht mehr, denn den Hannoveranern gelangen durch Karim Haggui (45.+1), Didier Ya Konan (85.) und Sergio Pinto (90. +2) drei weitere Treffer.

SCF: Risiko nicht belohnt

Großen Anteil an dem sehenswerten Schlagabtausch hatte aber auch das Team aus dem Breisgau, das immer wieder mutig nach vorn spielte, stets mit offenem Visier kämpfte und die Norddeutschen trotz Rückstands immer wieder in Bedrängnis brachte.

"Wir sind immer volles Risiko gegangen, leider hat sich das zumindest in diesem Spiel nicht ausgezahlt", sagte Freiburgs Mannschaftskapitän Heiko Butscher.

Dutt bleibt Philosophie treu

Der Spielführer der Gäste deutete damit auf eine Philosophie hin, die sein Trainer Robin Dutt später genauer erklärte: "Wir haben keine Angst vor hohen Niederlagen und werden auch in Zukunft nach Rückstand weiter angreifen."

"Wenn wir nur einmal in der gesamten Saison dann noch einen Punkt retten können, ist das viel mehr wert als eine bessere Tordifferenz", erläuterte der 44-Jährige seinen Plan.

Zwei Tage trainingsfrei für Hannover

Schon gegen Hannover war der Aufsteiger dichter dran an der Umsetzung dieser Theorie, als es das Endergebnis aussagte.

"Die Partie war immer sehr eng, so richtig sicher konnten wir uns nie fühlen", musste auch Bergmann einräumen.

Dafür sorgte er nach dem Spiel bei seiner Mannschaft für eine Sicherheit der ganz anderen Art: Zwei Tage lang dürfen die Spieler ganz sicher zu Hause bleiben, die nächsten beiden Trainingstage wurden zur Belohnung gestrichen.

Hannover - Freiburg: Daten zum Spiel

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