Samstag, 24.04.2010

Bundesliga - 32. Spieltag

Magath unzufrieden mit Kuranyis Leistung

Schalke siegt in Berlin, die Champions League ist sicher, der Abstand zu den Bayern schrumpft. Nur Kevin Kuranyi erlebt seit der DFB-Diskussion ein kleines Formtief.

Kevin Kuranyi wechselte 2005 vom VfB Stuttgart nach Gelsenkirchen
© Getty
Kevin Kuranyi wechselte 2005 vom VfB Stuttgart nach Gelsenkirchen

"Ich bin mir sicher, dass die Bayern die letzten beiden Spiele nicht gewinnen werden", sagte Trainer Felix Magath nach dem 1:0 (0:0) bei Hertha BSC Berlin und fügte an: "Wenn sie ins Champions-League-Finale kommen, und ich drücke ihnen gegen Lyon die Daumen, wartet auf jeden Fall noch ein Unentschieden auf sie."

Durch das späte Tor von Heiko Westermann (87.) und den 1:1-Patzer der Bayern bei Borussia Mönchengladbach schloss Schalke mit 64 Punkten zum Rekordmeister auf und träumt wieder vom ganz großen Wurf.

"Wir wollen jetzt alle Punkte holen, die noch zu vergeben sind. Und dann schauen wir mal", sagte Keeper Manuel Neuer, der mit tollen Paraden im zweiten Durchgang den Rückstand verhinderte.

Champions League ist sicher

Zunächst aber jubelten die Schalker über den Einzug in die lukrative Champions League, der dem finanziell angeschlagenen Altmeister nicht mehr zu nehmen ist. "Jetzt dürfen wir uns auf die Schulter schlagen und können einen trinken gehen", sagte Magath, der allerdings mit seinem Stürmer Kevin Kuranyi hart ins Gericht ging.

Kuranyi konnte mit seiner schwachen Leistung im Kampf um ein WM-Ticket nicht punkten. "Wir können nicht zufrieden sein mit dem, wie Kevin zurzeit spielt", sagte Magath. Ob durch die Zusatzeinnahmen aus der Königsklasse Kuranyis Zukunft in Schalke gesichert ist, ließ Magath jedenfalls offen: "Wir können jetzt davon ausgehen, dass wir die eine oder andere Million mehr in der Kasse haben. Mal schauen, was wir mit dem Geld machen."

Kuranyi wurde vor allem in der ersten Halbzeit von seinen Mitspielern immer wieder clever eingesetzt, doch vor dem Tor zeigte der Ex-Nationalspieler nicht den nötigen Biss. Magath musste am Ende von einem "glücklichen Sieg" sprechen.

Neuer bewahrte Schalke vor Rückstand

Als der 0:1-Rückstand der Bayern in Gladbach auf der Videowand eingeblendet wurde, habe seine Mannschaft die Linie verloren. "Da konnten wir uns wieder einmal bei Manuel Neuer bedanken, dass wir nicht in Rückstand gerieten", sagte Magath. "Mir wäre lieber gewesen, man hätte das Ergebnis nicht eingeblendet. Auf einmal hatten wir keinen Spielfluss mehr", sagte Neuer.

Während die rund 10.000 mitgereisten Schalke-Fans ihre Mannschaft minutenlang feierten, schlichen die Hertha-Spieler wie begossene Pudel in die Kabine. Bei fünf Punkten Rückstand auf das rettende Ufer und noch zwei ausstehenden Spielen ist der 5. Bundesliga-Abstieg der Vereinsgeschichte so gut wie besiegelt.

Nach dem 15. Heimspiel in Serie ohne Sieg stellten die Berliner zudem den historischen Minusrekord von Tasmania Berlin aus der Saison 1965/66 ein.

Der Frust ging nicht spurlos an der Mannschaft vorrüber. Intern machten sich die Spieler gegenseitig schwere Vorwürfe. Die Schuldigen waren mit den Stürmern schnell gefunden.

Gekas mehrfach glücklos

Theofanis Gekas allein ließ drei Großchancen ungenutzt.

"Das ist keine Frage von Pech, sondern eine Frage von Qualität", meckerte Torwart Jaroslav Drobny und erinnerte an einen früheren Torjäger: "Es klingt vielleicht hart, aber mit Marko Pantelic wären wir heute nicht in der Situation, in der wir sind."

Kapitän Arne Friedrich goss zusätzliches Öl ins Feuer: "Über die Qualität von Marko Pantelic braucht man nicht zu sprechen. Er wäre in einer solchen Situation Gold wert", sagte der Nationalspieler, rief aber auch zur Vernunft auf: "Die Spieler dürfen die Fehler jetzt nicht bei der Geschäftsführung und die Geschäftsführung nicht bei den Spielern suchen."

Hertha - Schalke: Daten zum Spiel


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