Samstag, 17.04.2010

Bundesliga - 31. Spieltag

Labbadia gerät in Erklärungsnot

Bruno Labbadia sprach mit leiser Stimme, der Trainer des Hamburger SV wirkte eher hoffnungslos als kämpferisch. Wieder hatte seine Mannschaft im Alltagsgeschäft Bundesliga versagt. Durch die 0:1 (0:1)-Heimniederlage gegen Aufsteiger FSV Mainz 05 rutschte der HSV drei Spieltage vor Saisonende erstmals auf Platz sieben ab und ist damit in allergrößter Gefahr, die Qualifikation für die Europa League in der kommenden Saison zu verpassen.

Nur ein Sieg aus den letzten sechs Bundesliga-Spielen: In Hamburg liegen die Nerven blank
© Getty
Nur ein Sieg aus den letzten sechs Bundesliga-Spielen: In Hamburg liegen die Nerven blank

Und Labbadia weiß, dass seine Tage in der Hansestadt dann mit großer Wahrscheinlichkeit gezählt sind. Möglicherweise wäre jetzt schon Schluss, wäre da nicht das Erreichen des Halbfinals in der aktuellen Europa-League-Saison, in der die Hanseaten ihren Möglichkeiten entsprechend auftreten.

"Wir konzentrieren uns nicht nur auf die Europa League", behauptete allerdings der HSV-Coach, "wir wollten heute unbedingt gewinnen, aber wir konnten nicht."

Die Mannschaft folgt ihrem Trainer also offenbar nicht mehr. Während er nach dem ebenso enttäuschenden 0:0 gegen Hannover 96 vor zwei Wochen noch zum allgemeinen Erstaunen seine Spieler lobte, kritisierte er diesmal seine Abwehr ("Unnötiges Gegentor, bei dem wir schlecht gestanden haben") ebenso wie die Offensive ("Konnten uns nicht durchsetzen") und stellte allgemein fest: "Uns haben 10 bis 15 Prozent gefehlt."

Mainz steht hinten kompakt

Mainz trat auf wie viele der spielerisch schwächeren Mannschaften, die gegen die Hamburger Erfolg hatten. Hinten kompakt, Räume eng, zwei Viererketten, Zweikämpfe suchen - und vorne mit Kontern Nadelstiche setzen. Den zweiten bereits nutzte Ariste Bance (30.) zur Entscheidung. Das reichte.

Die Spione von Fulham werden das alles genau registriert haben. Mit 44 Punkten haben die Mainzer nun ihren bisherigen Bundesligarekord um einen Zähler überboten. Ein Supererfolg für den jungen Trainer Thomas Tuchel und sein Team.

"Es hat großen Spaß gemacht zu sehen, wie die Jungs sich mit unglaublichem Einsatz zu dieser Defensivleistung aufgeschwungen haben", sagte Tuchel.

Und Präsident Harald Strutz meinte: "Wir dürfen stolz darauf sein wie wir hier aufgetreten sind. Wenn die gegnerischen Fans die eigene Mannschaft auspfeift, liegt das auch am Gegner."

HSV-Fans pfeifen eigene Spieler aus

Es knirscht in Hamburg an allen Ecken und Enden. Die Fans pfiffen nach Querpässen der Innenverteidiger bereits in der 18. Minute.

Die Spieler schlichen wie geprügelte Hunde vom Platz. "Wir haben es nicht geschafft, uns auf die Liga zu konzentrieren", sagte Jerome Boateng, der den Verein am Ende der Saison allerdings verlässt.

"In der Bundesliga ist das zu wenig", räumte Piotr Trochowski ein, der einzige mit Normalform, "wir müssen jetzt vor Augen haben, eventuell am Saisonende mit leeren Händen dazustehen."

Mittelmaß inakzeptabel

Der ehrgeizige Vorstandschef Bernd Hoffmann hatte sich nach der Partie deshalb lieber gleich verdrückt, bevor er in seiner impulsiven Art etwas Voreiliges sagt. Aber klar ist, dass für den HSV-Boss, dessen Team das drittteuerste der Liga ist und dessen Verein nach den Bayern die höchsten Umsätze generiert, Mittelmaß völlig inakzeptabel ist. Es wird nach dieser Saison Konsequenzen geben - das ist völlig klar.

Hamburg - Mainz: Daten zum Spiel


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