Bundesliga - 30. Spieltag

Der Tanz auf der Rasierklinge geht weiter

SID
Montag, 12.04.2010 | 13:57 Uhr
Christian Fuchs (r.) wechselte 2008 vom SV Mattersburg nach Bochum
© Getty
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Der VfL Bochum bewegt sich mit nur drei Punkten aus den letzten acht Partien auf dünnem Eis - nur ein Punkt trennt sie von dem Relegationsplatz. Kapitän Marcel Maltritz will von Resignation aber nichts wissen.

Keine Panik, keine Hektik und keine Aufstände: Die sportliche Situation ist zwar äußerst prekär, doch beim VfL Bochum herrscht auch nach dem 1:2 (1:1) gegen den Hamburger SV weiter Ruhe.

Nur drei Punkte aus nunmehr acht Spielen in Folge ohne Sieg holten die Westfalen, lediglich ein Punkt beträgt der Vorsprung auf den Relegationsrang und zwei Zähler auf die Abstiegsplätze.

"Jetzt ist der Druck noch größer als vor der Partie. Wir müssen uns schnell wieder aufrichten und mit der gleichen Leistung in Köln antreten, dann bin ich mir sicher, dass wir uns belohnen werden", sagte VfL-Trainer Heiko Herrlich.

Der ehemalige Stürmerstar hat es derzeit nicht schwer, weiter ruhig arbeiten zu können. Mangelnde Chancenverwertung und das unglückliche Eigentor von Andreas Johansson (88.) besiegelten die Niederlage.

Das sahen auch die VfL-Fans unter den 25.780 Zuschauern. Der eigene Anhang hatte Ende vergangenen Jahres den Schweizer Marcel Koller noch mehr oder weniger aus dem Amt gebrüllt.

"Wieder Kredit bei den Fans"

"Gerade zu Hause haben wir den Kredit bei den Fans wieder zurückgewonnen", sagte Kapitän Marcel Maltritz, der Resignation nicht ausmachen kann: "Nein. Diese Leistung ist der Maßstab für die letzten Spiele."

Der VfL befindet sich im vierten Jahr in Folge in der Bundesliga. In den ersten beiden Spielzeiten nach der Rückkehr machte man den Klassenerhalt frühzeitig perfekt.

Dann wanderten Schlüsselspieler wie Theofanis Gekas oder Zvjezdan Misimovic ab, im vergangenen Jahr stand man dann zum gleichen Zeitpunkt ähnlich schlecht da: Platz 14 und nur zwei über dem Strich nach einem 0:2 gegen Hannover 96.

Von den letzten vier Spielen verlor man damals dann weitere zwei und schaffte es trotzdem. Ein wenig scheint mittlerweile die Zuversicht zu herrschen, die man in den guten alten Zeiten hatte.

Der Mythos der Unabsteigbaren

Seinerzeit entstand der Mythos der Unabsteigbaren. Die hatten 1989 ein Kunststück vollbracht: Klassenerhalt trotz Niederlagen in den letzten sieben Saisonspielen, einschließlich eines 0:5 bei Bayern München am letzten Spieltag.

"Ein Punkt wird nicht reichen. Die Mannschaften, die hinter uns stehen, werden nicht jedes Spiel verlieren. Wir müssen unsere Hausaufgaben machen", erklärte Maltritz.

Am Freitag beim 1. FC Köln (20.15 Uhr im LIVE-TICKER und auf SKY) muss Zählbares verbucht werden.

Es folgen die Spiele gegen Europacup-Kandidat VfB Stuttgart, bei Spitzenreiter Bayern München und zum Abschluss gegen den direkten Konkurrenten Hannover 96.

Der Hamburger SV bleibt zuversichtlich

Zuversicht auf breiter Ebene herrscht auf der anderen Seite auch wieder im Lager der Hanseaten.

Nach dem Einzug in das Europa-League-Halbfinale brachte den HSV das 2:1 durch den Führungstreffer von Robert Tesche (18.) und das Eigentor von Johansson beim zwischenzeitlichen Ausgleich von Zlatko Dedic (32.) im Rennen um Rang sechs und Europacup-Qualifikation für die kommende Saison in die Pole Position.

Ob Bruno Labbadia auch über diese Saison hinaus Trainer in Hamburg ist, bleibt abzuwarten. Im Moment ist jedenfalls Ruhe. Auch Piotr Trochowski hielt dicht.

Dem Nationalspieler wurde nach dem kurzfristigen Ausfall von Jonathan Pitroipa in Bochum nun Tunay Torun vorgezogen.

Die Begründung von Labbadia hatte wenig Überzeugungskraft: "Wir haben extreme Probleme auf der Außenposition. Tunay ist einer der wenigen Außenspieler."

Das ist ein Piotr Trochowski auch, und der war in Hälfte zwei ein belebender Faktor.

Bochum - Hamburg: Daten zum Spiel

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